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NZZ Folio 07/10 - Thema: Grandios gescheitert Inhaltsverzeichnis
Rätsel -- Finale grande
© Anna-Lina Balke
Verloren und trotzdem Meister? Rote Amateure gegen blauweisse Profis? Das Verhängnis um 16 Uhr 36? In welchem Jahr? Raten Sie mit – und gewinnen Sie!
Von CUS
Grandioser gescheitert ist nie eine Schweizer Mannschaft. Trotz der Niederlage errangen die Unsrigen einen Meistertitel, wenn auch keinen offiziellen. Zugegeben, deutlich war die Abfuhr, allein, nach welcher Leistung! Gegen starke Rivalen hatte die Schweiz sich durchgesetzt, gegen einen davon sogar in zwei Matches. Heute würden wir uns gegen die Mehrzahl dieser Gegner kaum eine Chance ausrechnen, und damals wird es nicht viel anders gewesen sein.
Unsere Amateure, die doch zwischen den Wettkämpfen brav ihrer normalen Arbeit nachgingen und dann wieder antreten mussten gegen die Mannschaften, die sich in Musse vorbereiten konnten. Obwohl – das vorletzte Spiel ging ebenfalls gegen Amateure, und das gewannen die Schweizer. Dann also der grosse Tag, der Final am Pfingstmontag: wir, die Roten, gegen die blauweiss Gestreiften!
Um 16 Uhr 36, notierte die «Tribune de Genève», begann das Verhängnis. «Aufopferung, Eifer und Hartnäckigkeit» halfen nicht gegen einen in jeder Hinsicht überlegenen Gegner. Schade drum, ging es doch um die höchste Auszeichnung, die in dieser Sportart zu vergeben war. Dennoch, der Meistertitel, der für unsere Equipe blieb, war eine Sensation, damals kaum weniger als heute. Brächte es heute eine Schweizer Mannschaft auf dem Weg zum höchsten Lorbeer so weit wie unsere Roten damals – die Welt stünde kopf.
Entsprechend fiel der Empfang der Heimkehrer aus, in Bern, in Zürich, in Basel: Hier «wusste es der hinterste Knirps, dass die Nationalen mit dem 4.17-Zug eintreffen würden» wie ein Schweizer Blatt schrieb, und weiter: «Sturzi wurde von seinen Freunden zum Bahnhof hinausgetragen, der ebenfalls von einer nach Tausenden zählenden Menge belagert war.» In welchem Jahr scheiterte die Schweizer Auswahl so grandios?
Auflösung des Rätsels aus Folio 6/10
Das war eine harte Nuss, vielleicht, weil das Rätsel gar so nah am Heftthema war: Im Jahr 2007 verwandelte die Berliner Band Die Ärzte, die sich als «die beste Band der Welt» bezeichnet, im Zürcher Hallenstadion ihr Lied «Tu das nicht» zu einem Aufruf gegen die Wahl von Christoph Blocher. Jeder, der im Internet anklickte, ihn nicht gewählt zu haben, konnte sich das neue Album der Ärzte gratis herunterladen, wobei die Website anfangs unter dem Ansturm zusammenbrach. Der Titel «Gratisurlaub» war eine Anspielung auf das Bandmitglied Farin Urlaub und den Gratis-Download.
CUS ist Rätselmacher, auch für NZZ Folio; er lebt in München.
Einsenden und gewinnen: Wer das Rätsel gelöst hat, kann die Antwort an folioraetsel@nzz.ch schicken (oder per Post an Verlag NZZ Folio, Rätsel, 8021 Zürich). Aus den Einsendern der richtigen Lösung wird ein Gewinner ausgelost, der eine exklusive Folio-Bleistiftbox und ein Folio-Notizbuch erhält. Einsendeschluss ist der 12. Juli 2010; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ende 2010 werden alle Monatsgewinner überdies zu einem Nachtessen mit dem Rätselmeister CUS eingeladen. Gewinnerin des Juni-Rätsels war Ines Röser aus Zürich.
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