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NZZ Folio 10/06 - Thema: TV-Serien   Inhaltsverzeichnis

Der Hausfrauenreport

Der Feminismus in «Desperate Housewives» ist ironisch gebrochen – was nicht erstaunt, wenn man weiss, dass der Autor der Serie ein bekennender Schwuler ist.

Von Judith Halberstam

In George Bushs Amerika, einem Ort, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht an die Evolution glaubt, wo viele dem regelmässigen Kirchgang frönen, wo vielleicht demnächst die Abtreibung verboten wird und die Homo-Ehe sehr umstritten ist, an diesem Ort also hängen Millionen gottesfürchtiger Bürger jeden Sonntagabend vor dem Fernseher, um sich «Desperate Housewives» anzusehen.

Was treibt den durchschnittlichen amerikanischen Zuschauer – der von der Heiligkeit der Ehe überzeugt ist, an die Wichtigkeit vorehelicher Enthaltsamkeit glaubt und an strikten Moralvorstellungen festhält –, sich eine Sendung über Untreue, sexuell ausschweifende Jugendliche, Skandale, Heimlichtuerei, Betrug und Mord anzusehen?

Vielleicht lohnt es sich, während die zweite Staffel von «Desperate Housewives» anläuft und die Hausfrauen sich für eine neue Runde von Skandalen rüsten, die ihr ungewöhnlich gewalttätiges und perverses Vorortleben erschüttern werden, einen Moment innezuhalten und zu fragen: Weshalb erfreut sich diese amerikanischste aller Soaps sowohl in den USA als auch international einer so grossen Beliebtheit? Was hat sie westeuropäischen und insbesondere hart arbeitenden, gutverdienenden, politisch wachen, aber sozial konservativen schweizerischen Zuschauern zu bieten? Und was schliesslich bringt Laura Bush zu dem öffentlichen Bekenntnis, sie stehe nicht nur auf diese Sendung, sondern sei selbst eine verzweifelte Hausfrau?

Bild zu «Desperate Housewives»

In den Fussstapfen der ebenfalls äusserst beliebten Hauptsendezeit-Soaps «Melrose Place», «Unter der Sonne Kaliforniens», «Dallas» und «Denver-Clan» hat «Desperate Housewives» nun das Erbe von «Sex and the City» angetreten und bietet den Zuschauern eine Mischung aus Sex, Familiengeheimnissen, rätselhaften Morden und Liebesaffären. Wie bei «Unter der Sonne Kaliforniens» entfalten sich die Dramen in einer mythischen, eng verwobenen Vorortgemeinschaft, und wie bei «Melrose Place» und «Dallas» schaffen es die sonst völlig durchschnittlichen Charaktere immer wieder, ungewöhnlich häufig in extrem unwahrscheinliche Ereignisse verwickelt zu werden, die von Mord und Selbstmord über Entführung, Betrug, Prostitution, Geldwäsche, Verschwörung und Intrigen bis zu heimlichen tolldreisten Liebesaffären reichen.

Wie bei «Sex and the City» werden den Zuschauern auch bei «Desperate Housewives» nicht nur ein oder zwei Protagonisten, sondern gleich vier weibliche Hauptdarsteller samt männlichen Pendants geboten, und wie bei «Sex and the City» besetzt jede der Frauen eine archetypische Rolle: die Karrierefrau, der Hausdrachen, die Zynikerin, die Romantikerin. Die Idee von «Sex and the City» ist, dass diese klugen, berufstätigen, weltmännischen Frauen keine Männer brauchen, um sich vollständig zu fühlen, und stattdessen ihr Glück in einer Welt flüchtiger Bekanntschaften suchen. Aber die Idee erweist sich bald als Trugbild, denn die ganze Serie dreht sich um nichts anderes als die Beziehungen der Frauen zu Männern, und spätestens in der dritten Staffel wird deutlich, dass jede von ihnen am Ende verheiratet und schwanger sein wird.

Und wenn es so weit ist, verwandeln sie sich in – verzweifelte Hausfrauen. Wie die Frauen auf der Suche nach Liebe und Sex in der City sind auch die Frauen von der Wisteria Lane klug, selbstbestimmt und abgeklärt, was die nicht übermässig rätselhaften Umtriebigkeiten der Männer betrifft. Wie die Frauen in «Sex and the City» repräsentieren auch sie ein überschaubares Spektrum heterosexueller Weiblichkeit: die kreative, alleinerziehende Susan Mayer (Teri Hatcher); die verkniffene, republikanisch wählende Hausmutter Bree Van De Kamp (Marcia Cross); die unvollkommene, vom Leben bedrängte und permanent ausflippende Mutter Lynette Scavo (Felicity Huffman); die hinreissende, entschieden kinderlose Traumfrau Gabrielle Solis (Eva Longoria). Die Besetzung wird durch Mary Alice Young (Brenda Strong), das Urbild der «perfekten, aber verzweifelten» Hausfrau, die sich in den ersten Minuten der Serie die Kugel gibt, und durch die mannstolle Immobilienmaklerin Edie Britt (Nicolette Sheridan) komplettiert.

Die Handlung spielt sich auf einer klaustrophobisch wirkenden Studiobühne ab, auf der sich die vier Frauen, ihre mehr und weniger durchgeknallten Kinder und ihre leidgeplagten Ehemänner dramatische Szenen liefern:über die Entsagungen der Mutterschaft, die Unzuverlässigkeit von Männern, die Neurosen alleinstehender Frauen und die Folgen sexueller Untreue. Das Publikum sieht sich die Sendung vermutlich an, weil ihm die Choreographie der Krisen vertraut ist: das Hin und Her von Drohungen und Versprechungen unter Liebenden, das Geben und Nehmen zwischen Eheleuten, die ihren Anteil an der Hausarbeit auszubalancieren suchen, der tägliche Kampf um die Kontrolle, der zwischen Eltern und Kindern tobt.

Und wenn die banaleren Aspekte des Lebens im Vorort mit den grossen Dramen mysteriöser Verbrechen, langsam vor sich hinglühender Leidenschaften und perverser Sexualpraktiken verknüpft werden, dann befriedigt dies vielleicht einfach nur das grundlegende menschliche Bedürfnis, sich hinter jeder heiteren, aber womöglich langweiligen Fassade einen dunklen, verstörenden und faszinierenden Urgrund von Geheimnissen vorzustellen.

Die 24 Millionen Fernsehzuschauer in den USA und weitere Millionen in aller Welt sehen sich «Desperate Housewives» vermutlich nicht seiner politischen Botschaften wegen an, und es gehört zu den unerwarteten, aber höchst willkommenen Überraschungen der Serie, dass sie sich einer Art TV-Feminismus verpflichtet weiss. Schon in «Sex and the City» führten Carrie und ihre weltgewandten Freundinnen kluge Reden über die Autonomie der Frau, aber der Feminismus in «Desperate Housewives» unterscheidet sich davon, weil es hier um Fragen der Hausarbeit und Arbeitsteilung, um Sorgerechtskämpfe und voreheliche Vereinbarungen geht.

Der am stärksten feministisch geprägte Handlungsstrang von «Desperate Housewives» kreist um Lynette, die ihre Karriere im Management aufgegeben hat und widerwillig zu Hause bleibt, um ihrem Mann den Wunsch nach einer grossen Familie zu erfüllen. Der Autor der Serie, Marc Cherry, behauptet, er habe die Figur seiner Mutter nachempfunden, die ihm im späteren Leben gestanden habe, wie schwer es ihr gefallen sei, drei Kinder aufzuziehen. In der Serie wird Lynette selbst nach den ADS-Medikamenten ihrer Kinder süchtig, verliert die Kontrolle über den Nachwuchs und kämpft dauernd dagegen an, unterzugehen.

Häufiger als jeder andere Charakter bezichtigt Lynette die Männer in ihrem Leben des Sexismus, und sie verabreicht den Zuschauern regelmässig eine Dosis feministischen Gedankenguts über die Verdinglichung der Frau. Aber natürlich wird in jeder Folge sichergestellt, dass diese feministischen Ausbrüche nicht als Teil einer kollektiven Bemühung zur Veränderung heterosexueller Produktionsgemeinschaften erscheinen, sondern als individuelle Reaktion auf Haus und Herd.

Viele feministische Momente der Serie sind ausserdem mit moralischer Entrüstung durchtränkt, was deutlich macht, dass hier eine Version von Feminismus vorliegt, die ihre Anhänger bei der christlichen Rechten sucht und nicht auf die Demontage der Kleinfamilie abzielt. Eine solche Szene dreht sich um die offen republikanisch eingestellte und fromme Bree Van De Kamp und verbindet den Feminismus mit dem Kampf gegen Pornographie. Bree folgt ihrem auf Abwege geratenen Sohn eines Nachts in ein Stripteaselokal und schilt ihn, weil er die Frauen zu Objekten mache: «Wenn du dir deine Phantasien über diese Frau machst, denkst du je darüber nach, wie sie auf diesen Laufsteg gekommen ist? Sie ist irgendjemandes Tochter. Und dieser Jemand hatte bestimmt viele Träume für sie. Träume ohne Stringtangas … und ohne Animierstange …»

Der Feminismus von «Desperate Housewives» hat sich, wie der Feminismus von «Sex and the City», meilenweit vom BH-verbrennenden internationalen Schwesternkampf entfernt. Er ist mit einer religiös motivierten Abscheu gegenüber Pornographie vereinbar, und die schrille Form, die Brees Anti-Porno-Plädoyer annimmt, erinnert uns daran, dass wir hier nicht durch eine weibliche Brille blicken, sondern durch die eines schwulen Manns: Der Autor von «Sex and the City», Darren Starr, und der Autor von «Desperate Housewives», Marc Cherry, sind beide bekennnende Schwule. Es ist vor allem dieser männliche homosexuelle Blick, der einerseits dafür sorgt, dass in der Serie überhaupt ein gemässigter, aber treffsicherer feministischer Diskurs vorkommt, der den feministischen Standpunkt andererseits durch ironische Pointen begrenzt, die der Kritik die Spitze nehmen. Mit anderen Worten: Das Publikum akzeptiert einen wohldosierten Feminismus, solange er mit viel Ironie, schrillem Humor und ohne echtes Engagement für die Solidarität unter Frauen auskommt. Der schwule Feminismus tritt für die Freiheit der Frauen ein, aber die Serie macht überaus deutlich, dass es dabei hauptsächlich um die Freiheit zum Shopping, zum Anstellen eines Hausmädchens und zu häufigem Matratzenwechsel geht. Hier ist Freiheit nur ein anderes Wort für ein weiteres Paar Schuhe.

Viele Kritiker von «Desperate Housewives» haben die «homosexuelle Mission» von Marc Cherry für die Freizügigkeit und die «Geschmacklosigkeiten» der Serie verantwortlich gemacht, und das, obwohl sich der Autor laut einigen Berichten als konservativer Republikaner versteht. Tatsächlich könnte die Einbettung der perversen Themen in eine rigide Moral auch einer der Gründe für die Beliebtheit der Serie in allen politischen Lagern sein. Insbesondere amerikanische Zuschauer scheinen sich mit Sex und Gewalt arrangieren zu können, wenn sie in einem Moralstück verpackt sind, in dem die Bösen bestraft und die Guten belohnt werden. Die republikanisch und christlich gesinnten Kritiker der Serie mögen die schwulen Künstlertypen aus Hollywood nicht, und so beschimpfen sie die Sendung als ein homosexuelles Komplott zur Verderbnis, Verführung und Bekehrung der Jugend.

Wenn’s bloss so wäre! Doch während wir weiter auf eine sagenhaft beliebte TV-Serie warten, die das Publikum in Massen zu radikalen politischen Positionen und unkonventioneller Sexualität konvertieren lässt, müssen wir doch zugeben: Die Diagnose der politisch Rechten, «Desperate Housewives» sei von Schwulen beeinflusst, stimmt. Auch wenn sich die Serie nicht durch radikale Geschlechterpolitik hervortut, lässt sich darin doch eine schwule Ästhetik erkennen: Edie Britt etwa erinnert mit ihrer übertriebenen Weiblichkeit und ihrem Femme-fatale-Gehabe an eine Tunte, und viele männliche Charaktere wirken wie aus einem schwulen Porno entsprungene Macho-Stereotype.

Auch die Dialoge sind ziemlich schrill, oft bis zum Umschlag ins Parodistische. In vielen Wortwechseln klopfen die Frauen Sprüche wie Tunten bei einem Schönheitswettbewerb. So fragt zum Beispiel Gabrielle inmitten eines Streits mit ihrem Mann: «Warum sind alle reichen Männer Idioten?» Worauf er prompt erwidert: «Aus demselben Grund, aus dem alle schönen Frauen Schlampen sind!» Oder wenn Gabrielle nicht mehr mit der überzogenen Kreditkarte ihres jugendlichen Liebhabers bezahlen kann und er ihr empfiehlt, die gerade gekauften Schuhe zurückzubringen: «Die Schuhe zurückbringen? Man kann nicht vernünftig mit dir reden, wenn du hysterisch bist.»

Der schrille, schwule Ton trägt offensichtlich zum Reiz der Serie bei, er lockert die finsteren Themen wie Mord und Untreue auf. Aber zugleich lenkt er erneut von jedem wirklich radikalen, feministischen Potential ab und verunmöglicht jede echte Nähe zwischen den Frauen. Es ist daher aufschlussreich, dass die Serie – bei allem Interesse für sogenannte Perversionen, von männlicher Homosexualität bis hin zum Sadomasochismus – um ein Thema einen grossen Bogen macht: um die lesbische Liebe. Das L-Wort ist vielleicht deswegen so verpönt, weil die Intimität zwischen den Hausfrauen für den Erfolg der Serie so zentral ist, dass nicht ein Funken von Begehren zwischen den Frauen aufflackern darf, vielleicht auch, weil der offene Feminismus der Sendung unter keinen Umständen in eine Kritik der Heterosexualität umschlagen darf.

Falls die verzweifelten Hausfrauen eines Tages beschliessen sollten, dass Heterosexualität, Mutterschaft, Häuslichkeit und Ehe doch nicht das Gelbe vom Ei sind, könnten sie immer noch als Gaststars in der überraschend erfolgreichen Serie «The L Word» («Wenn Frauen Frauen lieben») von Eileen Chaikin auftreten. Wie «Desperate Housewives» hat auch «The L Word» zahlreiche Fernsehgemeinschaften wie Pilze aus dem Boden spriessen lassen. Begeisterte Lesben sehen sich die Sendung gemeinsam in Bars und Kneipen oder auf Parties zu Hause an. Schon wird «The L Word» vielfach parodiert, unter anderem im abendfüllenden Film «The D Word» (D steht für das englische «Dyke», Lesbe).

Während «Desperate Housewives» dank anstössigen Themen auch männliche Zuschauer anspricht, befriedigt «The L Word» die männlichen Zuschauer, indem sie zu Voyeuren der Liebes- und Sexszenen zwischen Frauen gemacht werden. In einer Folge stellt einer der männlichen Wohngenossen eine Webcam auf, um zu beobachten, was die Frauen im Schlafzimmer tun; in einer anderen ist der männliche Liebhaber einer bisexuellen Heldin bei deren Begegnungen mit anderen Frauen dabei.

In einer wirklich denkwürdigen Szene gabelt das lesbische Paar Tina und Bette, die gern schwanger werden möchten, einen glückstrahlenden Hengst auf, der zunächst glaubt, dass sich nun der Traum seines Lebens erfülle, dann jedoch bald erkennt, dass die hübschen Ladies nur hinter seinem Sperma her sind. Das Ganze endet in einer grotesken Szene wechselseitiger Anschuldigungen, in der sich der Mann als Zuchthengst missbraucht fühlt und auf sexuelle Integrität pocht. Tatsächlich hat die erste Staffel von «The L Word» dieser Art von männlichem Zorn im Buhlen um die männlichen Zuschauer zwischen 16 und 25 Jahren viel zu viel Raum eingeräumt.

Zuschauerinnen werfen «The L Word» auch eine Hetero sexualisierung der Charaktere vor. Nur die wenigs ten der Frauen sehen aus wie Lesben (auch wenn man die Vorstellung, wie eine «Lesbe» aussieht, sehr weit fasst), keine hat eine männliche Ausstrahlung, die meisten würden auch in «Desperate Housewives» nicht auffallen. Dort gibt es schliesslich auch die ganze Bandbreite: das Biest, die Jungfrau, die Unschuld vom Lande, die Ehebrecherin, den Fiesling, den netten Jungen, den empfindlichen Mann, die selbstbewusste Frau – eine Vielzahl von Geschlechterrollen, die sich in den verschiedensten Kombinationen verhaken. Indem «The L Word» das Stereotyp der schmucklosen Lesbe umschifft und nur einen herausgeputzten, untadelig femininen Typus erlaubt, unterschätzt die Serie ihre inzwischen treuen, aber auch anspruchsvollen lesbischen Fans.

Mit der neuen Staffel von «Desperate Housewives» sehen allerdings auch die eingeschworensten Anhänger erste Wolken am Horizont aufziehen. Jede Serie, bei der gleichzeitig mehrere Charaktere im Koma liegen, hat sich offensichtlich in erzählerische Sackgassen verrannt. Und je mehr Zeit vergeht, desto weniger werden die hausbackenen Kommentare aus dem Off der längst verstorbenen Mary Alice die zahllosen Ungereimtheiten der Serie auffangen können und desto mehr werden sie zu einem zunehmend moralisierenden, frömmlerischen, selbstgefälligen Soundtrack für die bekannten Seifenopernthemen.

Der Erfolg von Serien wie «Sex and the City», «Desperate Housewives» und «The L Word» verdankt sich vielen Faktoren: den intelligenten Dialogen, einer Handlung, die durch total unwahrscheinliche Szenarien einschliesslich Mord und Betrug noch spannender gemacht wird, und nicht zuletzt den herzerwärmenden Schauspielkünsten, die alle Darstellerinnen in ihre Rollen einbringen.

Zu einer Zeit, wo man in Hollywood für Frauen vorgerückteren Alters kaum noch Verwendung hat, müssen Frauen über vierzig, die sich nicht mit der Rolle der verbitterten Schwiegermutter, des männermordenden Scheidungsopfers oder der vereinsamten Jungfer zufriedengeben, vielleicht zum Fernsehen wechseln. Natürlich findet man diese drei Fächer auch in den herkömmlichen Seifenopern, aber in Serien wie «Desperate Housewives» und «The L Word» gehören Frauen und Lesben wenigstens manchmal zu den Gewinnern; und so sollten wir nicht überrascht sein, wenn unsere moralisches Welt plötzlich kopfsteht und die Sünde darin liegt, auf Nummer sicher zu gehen, und die Tugend darin, verzweifelt zu sein.

Judith Halberstam ist Professorin für englische Literatur an der University of California.

Übersetzung: Robin Cackett, Berlin.


Leserbriefe:

Zu Der Hausfrauenreport - NZZ-Folio TV-Serien (10/06)

Ich habe selten so viele, meiner Meinung nach bösartige Klischees über Schwule auf einer Seite gelesen: "...die schrille Form, die Brees Anti-Porno-Plädoyer annimmt, erinnert uns daran, dass wir hier nicht durch eine weibliche Brille blicken, sondern durch die eines schwulen Mannes (...) Der schwule Feminismus tritt für die Freiheit der Frauen ein, die Serie macht überaus deutlich, dass es dabei hauptsächlich um die Freiheit zum Shopping, zum Anstellen eines Hausmädchens und zu häufigen Matratzenwechsel geht." Und selbst wenn dem so wäre, wer sagt denn, dass die Art Feminismus, welcher die Autorin predigt, der richtige ist?
Béatrice Nigg, Zürich



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