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Editorial -- Das grosse Dazwischen
© Julian Salinas, Zürich
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Freiheiten, von denen Städter nur träumen. |
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Die Agglomeration ist dort, wo die Schweiz gesichtslos ist. Trotzdem lebt es sich als Agglo ganz angenehm
Von Andreas Heller
Als undefinierbarer Siedlungsbrei ergiesst sich die Agglomeration durchs ganze Mittelland. Wer dort wohnt, ist ein Hunzenschwiler, Niederwiler, Oberwiler oder Walliseller. Für den Zürcher, Berner oder Basler ist der jedoch vor allem eines: ein Agglo.
Das klingt despektierlich und ist auch so gemeint: Der Agglo wird dafür verantwortlich gemacht, dass das Land mehr und mehr zersiedelt und zugebaut ist. Er ist der schlechtgelaunte Pendler, der die Strassen und Bahnhöfe verstopft. Er ist der Hinterwäldler, der einem am Wochenende den Ausgang vermiest. Er ist ein Profiteur, der das Angebot der Stadt zwar gerne nutzt, seine Steuern jedoch anderswo bezahlt. Was am Agglo ausserdem missfällt, ist seine Geisteshaltung: Er ist ein Mensch, der eine Idylle im Grünen behauptet, die es längst nicht mehr gibt.
Dieses Heft analysiert die paradoxe Seele des Agglobewohners. Es zeigt aber auch, dass die Agglo nicht so schlecht ist wie ihr Ruf. Man geniesst dort Freiheiten, von denen die Städter nur träumen können. Und nirgendwo entwickelt sich die Schweiz dynamischer. Nicht die Stadt und schon gar nicht die Berge prägen das Bild der modernen Schweiz. Sondern das grosse Dazwischen.
Andreas Heller
Der Fotograf Julian Salinas war für uns zwischen Basel, Genf und St. Gallen unterwegs und hat Agglo-Impressionen festgehalten.
Mit der vorliegenden Nummer erscheint das Folio in einem anderen Gewand. Das neue Erscheinungsbild wurde von der Kölner Agentur Meiré und Meiré mit der Folio-Redaktion und unserem Creative Director Benno Maggi entwickelt. Ziel war eine optische Auffrischung, keine Totalrenovation – am inhaltlichen Konzept der Zeitschrift haben wir nichts verändert. Wir hoffen, dass unseren Leserinnen und Lesern das neu gestaltete Folio gefällt.
Leserbriefe:
Zu Editorial -- Das grosse Dazwischen - NZZ-Folio Agglo (01/12)
Als langjähriger Leser des NZZ-Folio möchte ich zum Ausdruck bringen, dass mir das neue Layout der Zeitschrift in keiner Weise gefällt. Kalt und gezwungen modern kommt der neue Auftritt daher, der fatal an lieblos gestaltete Gratisbeilagen deutscher Wochenzeitungen erinnert. Auch wenn sich die Entscheidung vermutlich nicht mehr ändern lässt, finde ich es doch schade, dass ein inhaltlich oft so brillantes Magazin in seinem neuen Layout in so anspruchslose und beliebige Gesellschaft abgestiegen ist. Jakob Lindenthal, Nürnberg (Deutschland)
Zu Editorial -- Das grosse Dazwischen - NZZ-Folio Agglo (01/12)
Wie so häufig: Gebracht hat das neue Erscheinungsbild ausser dem Berater eine fette Gage nicht viel. Der Leser gewöhnt sich an alles, sogar an die neue Umschlagsseite und die unsägliche Mischung von serifenlosem Titel und Fliesstext mit Serifen. Glücklicherweise ist der Inhalt lesenswert geblieben, obwohl manchmal die Zeit fehlt. Stephan Frei, Bern
Zu Editorial -- Das grosse Dazwischen - NZZ-Folio Agglo (01/12)
Nun hat es auch Dich erwischt. Das Redesign-Virus. Ja, wie Du selber sagst, nur ganz fein. Aber eben doch ganz deutlich. Und Du wirst jetzt Leser haben, denen das gefällt und Leserinnen, denen es nicht gefällt. Also den Titel finde ich schrecklich! Ich dachte, die Zeit der geometrisch konstruierten Schriften sei vorbei. Es gibt doch heute so viele zeitgenössische schöne Schriften. Aber jä nu, so wird es wohl sein. Im Innern fällt mir auf, dass die Seiten mehr weiss haben als früher. Kannst Du so Druckerschwärze sparen? Und mit weniger Inhalt die Seiten füllen? Habs nicht nachgezählt, aber spontan hätte ich gewettet, dass weniger Buchstaben auf einer Seite sind als vorher. Und dann wieder längere Zeilen in zwei Spalten… Für mich bist Du nicht wirklich attraktiver geworden. Aber wie Deine Mutter ist Deine Stärke nicht Dein Aussehen, sondern was in Dir steckt. Und so werde ich Dich auch gerne Monat für Monat durchblättern, lesen, zur Seite legen, wieder in die Hand nehmen, weiterlesen. Und am Schluss dann halt auch auf den Altpapierstapel legen, sorry. Markus Bellwald, Winterthur
Zu Editorial -- Das grosse Dazwischen - NZZ-Folio Agglo (01/12)
Das Folio hat mich bisher immer begeistert. Inhalt, Layout und haptische Wahrnehmung gefielen besser als bei der Konkurrenz. Das neue Gewand hat mich nun leider nicht überzeugt. Die Seiten wirken überfüllt. Es fehlen die Weissräume. Auch habe ich Mühe mit all den Titeln in Kapitalschrift. Als positiv habe ich die grossen Zeilenabstände empfunden. Sie erleichtern das Lesen der überlangen Zeilen im zweispaltigen Layout. André Wyttenbach, Hilterfingen
Zu Editorial -- Das grosse Dazwischen - NZZ-Folio Agglo (01/12)
Das neue Erscheinungsbild vermag mich nicht zu überzeugen. Mir erscheint das Layout zu wenig aufgeräumt. Beispiel Seite 3, Editorial: Text Blocksatz, und das Bild zentriert: das Auge sucht verzweifelt Halt; meines Erachtens fällt die ganze Seite «auseinander». Besser gelöst ist Seite 12; da ist das Bild linksbündig, lässt rechts freien Raum und die komplette (Doppel-)Seite wirkt dadurch geordnet und kompakt, ohne in ein stures Zeitungslayout zu verfallen. Klare Linien führen das Auge des Lesers. Grundsätzlich sind die Abstufungen von Titel, Lead und Grundtext nicht stark genug. Beispiel Seite 7, beim Coiffeur: Der Lead unterscheidet sich zu wenig vom Grundtext. So ist es mühsam zu lesen. Auch die Haupttitel könnten eine stärkere Auszeichnung vertragen (halbfett oder fett). Peter Schöni, Winterthur
Zu Editorial -- Das grosse Dazwischen - NZZ-Folio Agglo (01/12)
Welch toller Auftakt eines Folio-Jahres! Spannendes Thema gut aufgegriffen. Und die Bilder: Klasse! Es gratuliert: Michael Guggenheimer, Zürich
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