Vorschau

Die jungen Araber - NZZ Folio 2/12. Erscheint am 6. Februar 2012.

Das Zündholz, mit dem sich am 17. Dezember 2010 in Tunesien der Obsthändler Mohamed Bouazizi selbst anzündete, setzte das Land in Flammen, und der Flächenbrand erfasste innerhalb von Wochen fast die ganze arabische Welt. Reihenweise wurden Potentaten, die ihr Land während Jahrzehnten mit eiserner Faust regiert hatten, weggefegt: Ben Ali in Tunesien, Mubarak in Ägypten, Ghadhafi in Libyen. In Bahrain und in Jemen schwelen die Konflikte weiter, in Syrien droht mittlerweile ein Bürgerkrieg.

Der arabische Frühling, die arabische Revolution ist eine historische Zäsur – aber noch ist völlig unklar, wohin der Aufbruch führen wird: in eine offene, demokratische Gesellschaft? Oder triumphieren am Ende doch die islamistischen Kräfte, die Ruhe und Ordnung versprechen? Das Folio vom Februar porträtiert junge Frauen und Männer aus dem arabischen Raum, die sich am Aufstand beteiligt haben – die einen mehr, die anderen weniger –, Vertreter einer neuen Generation von Arabern, die aufbegehrt gegen Arbeitslosigkeit, politische Entmündigung und gesellschaftliche Stagnation. Sie erzählen uns von ihren Hoffnungen und von ihren Enttäuschungen. Ihre Geschichten zeigen, dass es enorme Unterschiede zwischen den Ländern gibt, aber auch eine grosse Gemeinsamkeit: Die arabische Welt ist nicht mehr jene, die sie noch vor dem vergangenen Frühling war.


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