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Vorschau
Patriotismus - NZZ Folio 08/10. Erscheint am Montag, 2. August 2010
Was ist das für eine seltsame Empfindung: Patriotismus? Warum steigen nicht nur (manchen) Sportlern Tränen in die Augen, wenn bei Siegerehrungen die Nationalhymne gespielt wird? Warum birgt dieses Gefühl so viel Sprengstoff? Im NZZ Folio vom August geben Schriftsteller unterschiedlicher Nationalität Antwort. Dubravka Ugresi´c, aufgewachsen im damaligen Jugoslawien und nach dessen Zerfall gefordert, Kroatin zu werden, hält Heimatliebe für eine «Spielart der Perversion». Der Iraner Bahman Nirumand hingegen bezeichnet sich uneingeschränkt als Patriot, obwohl er gleich zweimal aus seinem Heimatland ins Exil vertrieben wurde. Klaus Harpprecht, als Deutscher vom Zweiten Weltkrieg geprägt, will das, was einst Grenzen waren, als Übergänge sehen. Er glaubt an Europa. Urs Widmer ist der Meinung, dass es den Patrioten von altem Schrot und Korn kaum mehr gebe, weil es nicht einfach sei, in einer Welt aus Flüchtlingen, Terroranschlägen, Krieg, Hungersnöten und Massenelend ein Patriot zu sein. Stattdessen hätten heute die Fans Konjunktur. Auch in der Schweiz? Der Politiker Christoph Blocher und der Philosoph Georg Kohler diskutieren über Swissness, Heimatmüdigkeit und die Mythen des Landes. Ausserdem unternehmen wir einen Streifzug durch die Hochburg des Patriotismus: die Schrebergartenkolonie.
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