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NZZ Folio 04/07 - Thema: Heiraten   Inhaltsverzeichnis

Vereinsleben -- Der Nase nach

Von Mikael Krogerus
Thomas Bammert, Sie sind Präsident des Napf-Schnupf-Clubs Willisau. Für Nichtschnupfer: Worum geht es?

Beim Wettkampf muss man in einer Minute möglichst schnell fünf Gramm Schnupftabak in die Nase stopfen. Was nach einer Minute nicht in der Nase ist, wird gewogen.

Wo liegt der Weltrekord?

Ich glaube bei ungefähr 4,98 Gramm. Bereits Taus endstelgramm entscheiden über den Sieg!

Ihr Verein stellt seit Jahren den Schweizer Meister – wo liegt das Erfolgsgeheimnis?

Geschicklichkeit, Geschwindigkeit – und viel Training. Unsere 12 Aktivmitglieder treffen sich zweimal im Monat zum Training, aber die Ambitionierten üben vor Wettkämpfen täglich.

Verraten Sie uns doch etwas über die Schnupftechnik.

Mit dem Fingernagel wird der Schnupf in ein Nasenloch geschaufelt – für 5 Gramm sollten Sie nicht mehr als 40 Bewegungen brauchen. Zunächst wird ein Nasenloch vollgestopft, das dauert so 30 Sekunden, dann versorgt man die restlichen Krümel im zweiten Loch, das ist das sogenannte Säubern.

Wie ist das, 5 Gramm Tabak in der Nase zu haben?

Nun, man zieht ja nur die ersten ein, zwei Prisen hoch, danach ist die Nase verstopft. Nach dem Wettkampf holt man tief Luft und pustet alles wieder raus. Ausserdem verwenden wir nicht-parfümierten Schnupf – es ist meistens das Menthol, das den Niesreiz auslöst.

Wie viel konsumieren Sie täglich?

Ungefähr 5 Gramm in 40 bis 50 Portionen über den Tag verteilt.

Schnupfen ist eine Sucht.

Natürlich, und es ist schlecht für die Nasenschleimhaut. Aber es ist deutlich weniger schädlich für die Lunge als das Rauchen.

Im Juni stehen die Schweizer Meisterschaften an – Ihr Tip?

Wir müssen die Mannschaftswertung und die Einzel gewinnen, alles andere wäre eine Enttäuschung.

Mikael Krogerus

Thomas Bammert, Napf-Schnupf-Club Willisau, Chirbelmatt 7, 6130 Willisau.

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