Um 600. Eindringen slawischer Stämme in das Gebiet des heutigen Jugoslawien.
932. Königreich Kroatien, kommt 1002 zum katholischen Ungarn.
1331-55. Serbisches Reich unter Zar Stefan Dusan, griechisch-orthodox. Zerfällt nach dessen Tod.
1389. 28. Juni. Vidovdan: Schlacht auf dem Amselfeld. Die Türken besiegen und unterwerfen Serbien.
1526. Schlacht von Mohacs. Die Türken erobern den Osten Ungarns. Der Westen mit Kroatien fällt an die Habsburger. Beginn der Kontroverse zwischen Österreich und der Türkei um den Balkan. Türkenkriege: 1663/64, 1683-99, 1717-19, 1736-39.
1699. Friede von Karlovac. Ostungarn fällt an Habsburg.
1739. Friede von Belgrad. Österreichs Vordringen nach dem Balkan wird gestoppt. Schaffung der Militärgrenze als Schutzzone gegen die Türken. Ansiedlung von Serben und Kroaten, die als privilegierte Wehrbauern türkische Angriffe abwehren sollen.
1804-13. Serbischer Volksaufstand unter Anführung Karadjorges gegen die Türken.
1815-17. Serbischer Volksaufstand unter Führung von Milos Obrenovic. Anfang der blutigen Kontroversen der Familien Karadjorge und Obrenovic.
1817. Bildung eines autonomen Fürstentums Serbien (Schutzmacht Russland) bei Fortdauer der türkischen Oberhoheit. Steter Wechsel der Dynastien zwischen den Obrenovic und den Karadjorge.
1830/40. Schaffung der serbokroatischen Schriftsprache, die zum Bindeglied zwischen den Südslawen wird. Entstehen eines südslawischen Nationalismus.
1868. Ungarisch-kroatischer Ausgleich: weitgehende Autonomie Kroatiens.
1868. Milan Obrenovic wird Fürst von Serbien.
1877/78. Niederlage der Türkei im Krieg gegen Russland. Friedensregelung durch den Berliner Kongress: volle Unabhängigkeit und Gebietserweiterungen für Serbien. Österreich übernimmt die Verwaltung von Bosnien und Herzegowina. Verschärfung der Spannungen zwischen Serbien und Österreich.
1882. Serbien wird Königreich.
1889. Absetzung König Milans. Nachfolger wird sein Sohn Alexander.
Um 1900. Starkes Anwachsen der von Russland aus Gegnerschaft zu Österreich geförderten südslawischen Nationalbewegung in Serbien und der Doppelmonarchie.
1903. Ermordung König Alexanders durch serbische Offiziere, die gegen den österreichfreundlichen Kurs des Herrschers sind. Peter I. Karadjorge wird König. Anlehnung Serbiens an Russland. Langjährige Ministerpräsidentschaft des Grossserben Pasic (1904-26).
1908. Österreich annektiert Bosnien. Schwere internationale Krise. Weitere Zuspitzung des Konfliktes zwischen Österreich und Serbien. In Serbien bilden sich konspirative Gruppen (Schwarze Hand) zur Befreiung der Südslawen in der Doppelmonarchie.
1912/13. Balkankriege. Die Türkei wird aus Europa verdrängt.
1914. 28. Juni: Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers durch einen südslawischen Nationalisten in Sarajewo wird Anlass zum Ersten Weltkrieg.
1918. 1. Dezember: Niederlage Österreichs und Auflösung der Doppelmonarchie. Proklamation des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen.
1921. 28. Juni: Verfassung des neuen Königreichs (Vidovdan-Konstitution). Schaffung zentralistischer Strukturen, die den Serben in Militär und Verwaltung ein Übergewicht garantieren. Spannungen zwischen Serben und Kroaten. Aussenpolitisch lehnt sich Südslawien an Frankreich und die Kleine Entente mit Rumänien und der Tschechoslowakei an.
1921. Tod König Peters. Nachfolger wird sein Sohn Alexander.
1924. Ausgleich mit Kroatien. Der Führer der kroatischen Bauernpartei, Radic, tritt in die Regierung ein.
1928. Radic und zwei andere kroatische Abgeordnete werden im Parlament ermordet. Demonstrationen und Unruhen in Kroatien.
1929. König Alexander hebt die Verfassung auf. Königsdiktatur. Umbenennung des Königreichs in Jugoslawien. Gründung der extremistischen kroatischen Ustascha.
1931. Neue Verfassung bringt Lockerung der Diktatur.
1934. Ermordung König Alexanders.
1939. Ausgleich mit den Kroaten.
1941. Nach Anschluss Jugoslawiens an den von Deutschland geführten Dreimächtepakt Putsch in Belgrad. April: Einmarsch der deutschen Wehrmacht. Kapitulation der jugoslawischen Armee. Aufteilung des Landes. Kroatien wird «unabhängig», Diktatur der Ustascha. Mai/Juli: Beginn des Widerstandes und des Partisanenkrieges. Königstreue Tschetniks (Mihailovic) und kommunistische Partisanen (Tito). Blutige Verfolgung der Serben durch die kroatische Ustascha.
1943. Titos Anhänger bilden eine provisorische Regierung. Anerkennung durch die USA und England. 1
944/45. Die deutsche Wehrmacht wird aus Jugoslawien vertrieben.
1945. November: Die kommunistische Volksfront erhält bei der Wahlen 88 Prozent der Stimmen. Proklamation der Republik.
1946. Neue Verfassung: Föderative Volksdemokratie Jugoslawien. Schaffung von 6 Volksrepubliken, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Bosnien, Kroatien, Slowenien, und 2 autonomen Provinzen, Vojvodina und Kosovo.
1948. Bruch Stalins mit Tito. Jugoslawien entwickelt «eigenen Weg zum Sozialismus». Führende Rolle Belgrads bei den blockfreien Staaten.
1953. Tito wird Präsident Jugoslawiens.
1963. Neue Verfassung: Sozialistische Föderative Republik. Tito Präsident auf Lebenszeit.
1974. Neue Verfassung. Ausbau der Selbstverwaltung.
1980. Tod Titos. Ämterrotation an der Spitze von Staat und Regierung.
1981. Beginn der Unruhen in Kosovo.
1990. Freie Wahlen in Slowenien und Kroatien.
1991. Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien erklären sich unabhängig. Kämpfe zwischen Serben und Kroaten in der von Serben bewohnten Krajina sowie in Slawonien.
1992. Anerkennung Sloweniens, Kroatiens und Bosniens durch die EG. Schwere Kämpfe in Bosnien zwischen Serben, Kroatien und Muslimen.