NZZ Folio 09/04 - Thema: Erdöl   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Hicks!

Von Reto U. Schneider

WER GLAUBT, die Medizin mache stetig Fortschritte, werfe einen Blick in Studien über den Schluckauf. Was haben die Forscher nicht alles versucht! Die «Behandlung von Schluckauf mit Novalgin» (Therapie der Gegenwart, Vol. 94, S. 350–51), die «Wirksame Behandlung von Schluckauf mit intravenösem Methylphenidat» (Canadian Anaesthetists Society Journal, Vol. 12, S. 306–10 ), «Die Behandlung von hartnäckigem Schluckauf mit operantem Konditionieren mit negativer Verstärkung» (Practitioner, Vol. 206, S. 535–37). Sie haben sogar von der «Heilung eines Falls von unkontrollierbarem Schluckauf mit Ultraschall» (Archivio per le Scienze Mediche, Vol. 101, S. 118–25) berichtet.

Aber «Das Problem des Schluckaufs» (Der Chirurg, Vol. 33, S. 540–42) war nicht zu lösen. Man weiss noch nicht einmal: «Warum haben wir Schluckauf?» (Gut, Vol. 41, S. 712–13.) Gibt es eine «Verbindung zwischen Schluck auf und Herzschlag» (Journal of Ap plied Physiology, Vol. 88, S. 2159–65)? Ist «Hartnäckiger Schluckauf eine Disfunktion des unteren Olivenkomplexes» (Medicina Clinica, Vol. 111, S. 519)? Neuerdings widmen sich auch chinesische Heiler dem Leiden: «Akupunktur- und Moxibustionbehandlung von Schluckauf» (Journal of Traditional Chinese Medicine, Vol. 9, S. 182–83). Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Medizin ratlos ist.





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