WENN XIAO WANG AUFSTEHT, ist es noch dunkel in Peking. Über ihm baumelt an einer Bambusstange die blau-weiss-rosa gefärbte Tasche aus dem haltbaren Plasticmaterial, das in China - und mittlerweile auch anderswo in Asien - zum Markenzeichen aller Reisenden geworden ist und mit dem auch Baustellen gegen den Wind und den Regen abgedeckt werden. Von den wenigen Utensilien, die ihm gehören, angelt sich der Zwanzigjährige die Zahnbürste und die Tube mit der Zahnpasta «Maxam» heraus, das ist die billigste. Dann holt er die Emailschüssel unter seiner Holzpritsche hervor und reiht sich verschlafen in die Schlange vor dem Wasserhahn der Baustelle ein.
Kurz vor sechs Uhr trifft der Kleinbus mit dem Frühstück ein. Das wird vom Boss angeliefert, der für die drei Mahlzeiten pro Tag umgerechnet einen Franken vom Lohn einbehält. Das Angebot ist bescheiden, aber der Wanderarbeiter Xiao Wang aus der Provinz Sichuan ist nicht wählerisch. Drei Mantous aus der Bambusmulde - das sind gedämpfte Brötchen aus Mais- oder Weizenmehl -, etwas eingelegtes Salzgemüse aus dem Eimer und drei Löffel angebratenen Tofu lässt er sich in seine Blechschüssel schöpfen. Zu trinken gibt es Kaishui aus der Thermosflasche, heisses Wasser, für das in China in jedem Büro, in jedem Hotelzimmer und auf jeder Baustelle reichlich gesorgt ist. Das muss reichen bis zur Mittagspause.
Xiao Wang ist einer der rund 320 Mingong, der Wanderarbeiter, die an der Xidan-Kreuzung ein neues Bankgebäude hochziehen. Xiao Wang nennen sie ihn, kleiner Wang, weil er der jüngste ist. Hier, in der Pekinger Weststadt, entsteht das Finanz- und Bankzentrum, Wahrzeichen für den Langen Marsch der alten Kaiserstadt in die Marktwirtschaft. Es wird das teuerste Viertel der Hauptstadt, wo der Grundbesitz schon jetzt nach Quadratfuss gehandelt wird und die Mietpreise bei 80 Dollar pro Quadratmeter im Monat liegen. Trotz der asiatischen Krise drängen sich hier die Hongkonger und taiwanischen Anleger, denn der Glaube an das Potential des chinesischen Marktes ist ungebrochen.
Da, wo ab Ende 1999 Milliardengeschäfte abgewickelt und die Aktien internationaler Konzerne gehandelt werden und über transnationale Investitions- und Versicherungsgeschäfte befunden wird, legen Xiao Wang und seine Kollegen aus der Heimatprovinz die Fundamente, mauern, verschalen, giessen Beton. Gegenüber wächst ein noch grösserer Klotz aus Stahl und Glas in die Höhe, die neue Bank of China, projektiert vom chinesisch-amerikanischen Stararchitekten und Multimillionär Pei Yao Ming. Aber auf der anderen Strassenseite gibt es nur Wanderarbeiter aus der Provinz Henan. Mit denen haben die Sichuaner kaum etwas zu tun. Ihr Dialekt ist Xiao Wang so fremd, dass er ihn kaum versteht.
RUND ACHTZIG MILLIONEN Chinesen machen sich alljährlich auf den Weg in die Städte. Es sind Bauern, die keine Felder mehr besitzen oder zwischen den Ernten nichts zu tun haben, Arbeiter aus den kommunalen ländlichen Betrieben, die «überflüssig» geworden sind, und Tagelöhner, die auf den Grossbaustellen Pekings, Schanghais oder Kantons mehr zu verdienen hoffen als daheim. In den Medien wurden die Mingong lange Zeit als «notwendige Ergänzung des Arbeitskräftepotentials in den Ballungsgebieten» gepriesen. Ob auf dem Bau, in der Industrie oder im Dienstleistungssektor - die «Leute vom Lande» sind billig, willig und genügsam. Manche, die das schon jahrelang machen, sind sogar gut qualifiziert. Sie sind dann nicht mehr «Zagong», die alles und nichts können und sich sehr billig verdingen müssen, sondern «Jigong», Facharbeiter.
Die Baufirma, die Wohnsilos in den Pekinger Aussenbezirken hochzieht, spart zwei Drittel an Lohnkosten, wenn sie Mingong aus den Billigprovinzen anheuert. Sie braucht sich weder um Rentenversicherungen noch um Wohnungen für die Belegschaft zu kümmern und kann die Männer jederzeit wieder entlassen. Die Mädchen und jungen Frauen aus den Provinz Henan und Jiangxi, die in der Wirtschaftssonderzone Shenzhen vor der Grenze zu Hongkong Radios zusammenschrauben oder Plüschpuppen nähen, kosten nur einen Viertel der einheimischen Arbeitskräfte. Trotzdem kommen sie in Scharen, denn zu Hause schuften sie für umgerechnet 28 Franken im Monat oder finden gar keine Arbeit. Hier bekommen sie leicht das Dreifache, und wenn sie nach zwei Jahren zurückgehen, reicht es vielleicht für einen kleinen Dorfladen oder für die Mitgift.
Seit einem halben Jahr aber hat sich der Wind gedreht. Die Ströme der zuwandernden Mingong werden strenger kontrolliert. Zuweilen werden sie gleich gruppenweise in die Heimat abgeschoben. Im Herbst 1997 wurden aus fünfzehn Städten zweihunderttausend Menschen in ihre Dörfer zurückverfrachtet, die in der Statistik alle in derselben Spalte auftauchen: Wanderarbeiter, Bettler und Strassenkinder. Die verdrossenen Grüppchen findet man an den Bahnhöfen, wo sie mit Sack und Pack und dem Gratisticket der Stadtregierung in der Tasche auf ihren Zug warten. Die Stadt spuckt sie wieder aus. In Schanghai sind über 20 Berufe für Fremdarbeiter aus anderen Provinzen gesperrt. In Peking ist die Anstellung von Wanderarbeitern verboten, wenn für die Jobs auch Einheimische zur Verfügung stehen. Und davon gibt es immer mehr, denn die Entlassungswelle rollt immer schneller. Die «eiserne Reisschale» der sozialistischen Grundversorgung, aus der jeder Chinese in der Mao-Ära gleich viel oder gleich wenig erhielt, unabhängig davon, was er leistete, ist nicht mehr garantiert. Jetzt muss jeder selbst sehen, wo er bleibt. Illegale Schlepper und korrupte Unternehmer nutzen dies, um Männer aus der Ferne mit noch niedrigeren Löhnen abzuspeisen.
Seit Monaten werden Tag für Tag durchschnittlich 16 500 Menschen aus den zumeist hoch verschuldeten Staatsbetrieben entlassen. Mitte Juni hiess es amtlich, 150 Millionen Menschen im Land seien ohne Arbeit. Auf den Baustellen, in der Industrie und im Dienstleistungssektor, im ganzen ineffizienten und aufgeblähten 35 Millionen starken Heer der Beamten wird abgebaut, ausgesperrt und entlassen. Das Gespenst vom «Xiagang» geht um in China, die Angst des lebenslang umhegten «Werktätigen» um seinen Posten, die Furcht, dass auch seine «eiserne Reisschüssel» zerschlagen wird. Genau das nämlich hat Chinas neuer Ministerpräsident Zhu Rongji angekündigt, als er im März dieses Jahres angetreten ist, um die Wirtschaft seines Landes vor der asiatischen Krise zu retten und sicher ins nächste Jahrhundert zu steuern - mit marktwirtschaftlichen Reformen, die auch Opfer fordern.
Xiao Wang wird verlegen, als er nach dem neuen Regierungschef gefragt wird. «Davon verstehe ich nichts», sagt er. «Ich bin ja nur Arbeiter.» Über Politik wird in der Schlafbaracke oder auf dem Gerüst nicht gesprochen. Nein, in der Partei ist er nicht, und er kennt auch keinen auf dem Bau, der dazugehört. Die Reformen findet er aber gut. Früher gab es in seiner Familie auf dem Dorf in Sichuan nicht genug zu essen. Das ist jetzt besser. Auch einen kleinen Fernseher haben die Eltern inzwischen angeschafft, und manchmal reicht es für ein Huhn. «Das hat unser Deng Xiaoping eingeführt», sagt der Maurer, während er Nudeln mit scharfer Chilisauce schlürft. Auf den Vater aller Reformen lässt er nichts kommen, der kam aus Sichuan wie er.
All das kann Xiao Wang nur in der Mittagspause erzählen. Die dauert zwei Stunden und wird von den meisten nicht nur zum Essen, sondern auch zu einem Mittagsschlaf genutzt, denn der Tag auf dem Bau ist lang und der Job hart. Seinen Namen solle man lieber nicht drucken, meint er schüchtern, obwohl er ja weiss, dass viele Millionen anderer Chinesen auch Wang heissen. Er will auch nicht, dass andere sehen, wenn er mit einem Ausländer redet. Das ist nicht gut. Der Gongtou, sein Vorgesetzter, könnte Verdacht schöpfen. Er lässt sich aber überreden, in einem kleinen und unauffälligen Restaurant zu essen und dabei zu erzählen, wie er 1996 das erstemal aus seinem Dorf mit 320 Einwohnern in die Zwölfmillionenstadt gekommen ist, von der er noch nicht viel gesehen hat, weil er abends immer zu müde ist und oft auch an den Wochenenden auf dem Bau steht. Seine rauhen Hände sind stark und fast so lang wie die Essstäbchen. Die Jackenärmel sind zu kurz, aber sauber. In zischendem Dialekt erzählt er, wie ihn der Gongtou, sein Boss, anheuerte. Der Gongtou sah sich unter den jungen Arbeitern und Arbeitslosen in Sichuan um und bot den stärksten und gesündesten von ihnen Jobs in der Stadt an. Neun Monate im Jahr auf dem Bau, elf Stunden täglich, nicht mitgerechnet die Mittagspause von zwei Stunden.
Xiao Wang zögerte nicht lange, denn seit er nach der 9. Klasse die Schule verlassen hatte, fand er nur Gelegenheitsarbeiten, unregelmässig und schlecht bezahlt. Und dann gab es im Dorf diesen kleinen Kramladen, der Besitzer hatte sogar einen Lieferwagen. Er hatte sich das in vier Jahren Wanderarbeit in Schanghai zusammensparen können. So etwas lockt jeden.
Die Eltern von Xiao Wang verdienen in ihrem Dorf 360 Franken im Jahr mit der Bewirtschaftung von zwei Mu Boden, rund 1300 Quadratmetern. Zu den Ärmsten gehören sie damit nicht, denn die verdienen in Sichuan weniger als 80 Franken im Jahr. Aber es gibt noch eine Grossmutter, und der ältere Bruder macht mit seinem kleinen Stand für Kleidung in der Kreisstadt auch nicht viel Geld. Es reicht vorn und hinten nicht. Die Brüder sollen ja heiraten können, und das kostet nicht wenig auf dem Dorf, wo man nach alter Sitte den ganzen Clan einladen muss, wenn man nicht als Habenichts dastehen will. Der Wanderarbeiter Xiao Wang ist so gesehen fast schon ein Grossverdiener. Er bekommt pro Arbeitstag 35 Yuan, rund 6 Franken. Davon geht ein Franken für das Essen weg. Das ist selten mehr als Maisfladen mit Tofu, Reis mit Gemüse, Fleisch vielleicht einmal in der Woche. Die Pritsche in der Ziegelhütte, die er mit vierzehn Kollegen teilt, ist umsonst. Aber zweimal im Jahr muss er die Rückfahrkarte in sein Dorf kaufen: im Juni, wenn er für vier Wochen heimfährt, um bei der Weizenernte zu helfen, und zum chinesischen Frühlings- oder Neujahrsfest im Winter. Ob er nach dem Weizenschneiden im Juli wiederkommen wird, weiss er jetzt noch nicht, denn die Bank ist bald fertig gebaut, und der Gongtou mag noch nicht sagen, ob sie dann auf einen anderen Bau ziehen können.
DAS SCHICKSAL DER MIGRANTEN ist ungewiss. Chen Jianguo - Chen, «Der das Land aufbaut» - glaubt aber, dass ihm die Arbeit vorläufig nicht ausgeht. Er ist schon über 40 und hat seinen Namen aus der Zeit des grossen Aufbruchs unter dem Vorsitzenden Mao Zedong. Damals, in den fünfziger Jahren, bekamen viele Knaben patriotische Namen, ebenso wie in den sechziger Jahren viele Kinder «Kulturrevolution» oder «Gardist» gerufen wurden. Chen mauert in den Pekinger Aussenbezirken Villen für Chinas neuen Mittelstand, und da ist die Nachfrage nach billigen Arbeitern beträchtlich. Auch ihn hat ein Gongtou in seiner Heimatprovinz Shandong angeworben, nachdem in der Kreisstadt immer mehr Maurer entlassen wurden, weil arbeitslose «Zagong» für die Hälfte des Geldes malochten.
Wie das funktioniert mit den Wanderarbeitern, wie sie abgesichert sind, welche Rechte sie haben, wie viele es überhaupt gibt in Peking - so richtig scheint das keiner zu wissen. Die Informationsabteilung im Aussenministerium findet angeblich keinen, der dafür zuständig wäre. Weder im Arbeitsministerium noch im Bauministerium, noch bei der Stadtregierung ist man bereit, Auskunft über die Lage der schätzungsweise 1,2 Millionen Mingong in Peking zu geben. «Ein sensibles Thema», warnt ein Kollege von der «Jingji Ribao», der grössten chinesischsprachigen Wirtschaftszeitung. «Das fasst von uns keiner mehr an. In diesem Thema steckt zuviel Sprengstoff.»
Im Ministerium für öffentliche Sicherheit gibt es ein Sonderdezernat für die Kriminalität unter Zugewanderten. Da kontrolliert man gelegentlich die Papiere der Mingong, versucht zu verhindern, dass sie ins kriminelle Milieu abrutschen. Ein erheblicher Teil der Kriminalität in der Hauptstadt - speziell Raubüberfälle, Vergewaltigungen, Drogenhandel und Prostitution - wird den Zugewanderten angelastet; in der Wirtschaftssonderzone Shenzhen sind von 100 Festgenommenen nach amtlicher Darstellung 98 Zugewanderte. Auch versuchen die Ordnungshüter, den Tricks der Migranten auf die Schliche zu kommen, die staatliche Verordnung zur Ein-Kind-Familie zu unterwandern. Manch einer bringt nämlich Frau und Kind mit in die Städte und kehrt dann später mit einem zweiten Kind in die Heimat zurück: das erscheint in keinem Geburtenregister und wird später einfach als «Verwandter» ausgegeben.
Wer Genaueres darüber erfahren will, muss Wochen vorher einen langen Antrag schreiben und ausführlich begründen. Die Fragen sind dann schriftlich einzureichen, und es steht zu befürchten, dass die Funktionäre über das Thema Wanderarbeiter ebenso aufschlussreich referieren wie die für das Ausland herausgegebene Zeitschrift «China heute», welche die Mingong als «unternehmungslustige Existenzgründer» und «Elite für den Aufbau der ländlichen Warenwirtschaft» bezeichnet. Da heisst es dann: «Viele sind in die Heimat zurückgekehrt, um dort Fabriken zu gründen, den Dienstleistungssektor zu entwickeln oder um sich neue Landwirtschaftsbereiche zu erschliessen.»
Chen Jianguo gehört nicht zu dieser Elitegruppe. Er ist froh, dass er von den 220 Franken, die er alle 45 Tage ausgezahlt bekommt, rund 180 an seine Familie auf dem Dorf in Shandong schicken kann. Vom Rest bestreitet er die Mahlzeiten, die von der Frau des Gongtou zubereitet werden, kauft Zahnpasta und manchmal ein Bier. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, auch einmal in solch einem Haus zu wohnen, lacht er verlegen. Die nach europäischem Zuschnitt projektierte Villa, in der er gerade eine Fensterbrüstung mauert, hat eine Wohnfläche von rund 300 Quadratmetern und kostet umgerechnet 140 000 Franken. Hier wird ein Kunstmaler einziehen, der auf skurrile Weise traditionelle chinesische Techniken mit westlicher Postmoderne verquickt und das an zahlungskräftige Sammler aus Taiwan, Hongkong und Europa verkauft. Chen müsste dafür 106 Jahre arbeiten, wenn er weiter so verdiente wie heute und zwischen den Ernten immer neun Monate lang Beschäftigung fände.
Mit seiner Brigade schläft er manchmal in den halbfertigen Einfamilienhäusern. Nicht alle Bauherren sehen das gern, und so haben sie sich zu acht eine Ziegelhütte gemauert, den Boden mit Lehm festgestampft und eine dicke Matte aus Reisstroh vor die Türöffnung gehängt. Fenster gibt es keine, dafür baumelt eine nackte 25-Watt-Birne von der Decke und beleuchtet die Pritschen mit den Steppdecken und das Poster mit dem berühmten Kung-Fu-Schauspieler Bruce Lee aus Hongkong. Versichert ist Chen nicht. Auch eine Arbeitsgenehmigung hat er nicht, aber das ist nicht so schlimm, bei Kontrollen taucht er einfach ab. Der Gongtou deckt seine Leute und lebt nicht schlecht. Was der wirklich für die Arbeit seiner Brigade bekommt, weiss Chen nicht. Danach fragt keiner auf dem Bau.
Der Gongtou sitzt im Trockenen und Warmen in einer Baracke und sieht fern. Sonderlich beschäftigt wirkt er nicht, und sein Oberhemd ist sauber. Viel Zeit habe er nicht, sagt er, aber für eine Tasse grünen Tee reiche es schon. Die Baustelle hier habe er über «Beziehungen» gefunden, verrät er zweideutig, und die bleiben sein Geheimnis. Er sieht sich als «Vater» seiner Brigade, die aus fast dreissig Männern besteht, alle aus Shandong. Er teilt die Leute zur Arbeit ein, überwacht die Disziplin, nimmt auf Wunsch auch ihr Geld in Verwahrung und zahlt alle 45 Tage den Lohn aus, den er von der Baugesellschaft bekommt. Wieviel er davon einbehält? Ja, das kann man so leicht nicht sagen. Viel ist es nicht, denn er muss ja für das Essen der Arbeiter aufkommen und auch mal in neue Aufträge «investieren». Dass die Männer nur alle 45 Tage ausbezahlt werden, hänge damit zusammen, dass sich erst nach längerer Zeit feststellen lasse, ob sie nicht gepfuscht haben am Bau, sagt er. Wenn es Beanstandungen gibt, gib es Lohnabzug. Ja, das fänden die Arbeiter schon in Ordnung, sie strengten sich eben an. Klingt das nicht ein wenig nach Ausbeutung im sozialistischen China? Da kann der Gongtou mit seinem Handy am Gürtel nur lachen: Überhaupt nicht, das ist doch Marktwirtschaft.
Otto Mann ist China-Korrespondent verschiedener deutschsprachiger Zeitungen und lebt in Peking.