Stefan Baer von der Weichkäserei in Küssnacht am Rigi, die seinen Namen trägt, ist ein Kleinindustrieller mit Idealen und Wagemut. Seine humanistisch und ökologisch geprägte Unternehmensphilosophie will den Bauern und den Bedürfnissen der Konsumenten entgegenkommen. Baer steht zu Industrieprodukten, wenn sie Kriterien wie Naturnähe und Vollwert entsprechen; von Food-Design mag in der Firma niemand reden.
1986 kam Baer mit «Yasoya nature» als Weltneuheit auf den Markt, einem Produkt, das Soja nicht zerlegt. Die Yasoya-Produkte enthalten zu je einem Drittel Sojavollmehl, Isulat und Milchpulver. Sie wollen ein auch für die Bauern annehmbarer Kompromiss sein, indem die Milch nicht ersetzt wird; denn die Milchüberschüsse sollten verwertet werden. Baer spricht bei seinem Produkt von der «Kombination zweier Grundnahrungsmittel». Zusatz- oder E-Stoffe werden nicht verwendet, Geschmack zugesetzt wird durch die Beigabe biologisch angebauten Spinats.
Baer setzt nicht nur auf pflanzliche und gesunde Ernährung - das Vollwertmahl hat einen höheren Faserngehalt -, um den Menschen weniger Fett, Kalorien und Cholesterin, weniger Salz und Zucker vorzusetzen. Er will zudem umweltverträglich und sozial produzieren - im Hinblick auf die Schweizer Bauern, aber auch mit einer freiwilligen Abgabe vom Yasoya-Verkauf ab 1993 für ein Entwicklungsprojekt in der Dritten Welt.
Soja wird also heimisch gemacht und sowohl schweizerisch als auch weltweit eingebunden. Ein solches Projekt findet natürlich weit abseits des Agrobusiness statt - doch in der Geschichte waren es immer die Pioniere, die neue Wege vorbereitet haben.