Wenn Sie schon einmal in einer E-Mail einen Fremden um einen Gefallen baten, wissen Sie: Die Chancen auf eine Antwort sind gering. Zu viele «einmalige» Angebote von roten Socken, ausgedienten Flugzeugbestuhlungen und preiswerten Potenzpillen verstopfen täglich die Mailbox, als dass die Bitte eines Unbekannten Beachtung fände.
Um die Wahrscheinlichkeit einer Antwort zu erhöhen, sind Psychologen kürzlich auf ein probates Mittel gestossen: Unterschreiben Sie mit dem Vornamen des Empfängers. In der Studie «Hilfe im Internet: die Wirkung desselben Vornamens von Sender und Empfänger bei einer Anfrage per E-Mail» (The Psychological Report, Vol. 53, S. 459–466) leisteten 72 Prozent der so Angeschriebenen Hilfe; wenn die Vornamen nicht übereinstimmten, waren es nur 44 Prozent. Sollte es der Zufall wollen, dass Sie nicht den gleichen Namen tragen, bleibt Ihnen nur zu lügen.
Wenn Ihnen die Ausbeute mit dieser Technik zu gering erscheint, lügen Sie dreister. In der Studie «Hinweise auf eine Namensverwandtschaft fördern die Selbstlosigkeit» (Proceedings of the Royal Society of London, Series B, Vol. 269, S.105–109) nahm die Hilfsbereitschaft weiter zu, wenn nicht nur der Vorname, sondern auch der Nachname von Absender und Empfänger übereinstimmten. Der tiefere Grund für dieses Verhalten: Der Mensch ist biologisch darauf programmiert, anderen Familienmitgliedern zu helfen, und gleiche Nachnamen, so die Autoren, geben einen Hinweis auf eine mögliche, wenn auch entfernte Blutsverwandtschaft.