MIT DER DEM THEMA angemessenen Humorlosigkeit versucht die Wissenschaft seit Jahrzehnten eine ihrer grossen Fragen zu klären: «Warum können wir uns nicht selbst kitzeln» (Neuroreport. Vol. 11, R11-R16). Am Anfang waren die Erklärungen noch zaghaft: «Vorläufige Beobachtungen über das Kitzeln von sich selbst» (Nature, Vol. 230, S. 598-599). Doch moderne Medizintechnik zeigte bald, dass eine «Zentrale Auslöschung der selbstverursachten Kitzelempfindung» (Nature Neuroscience, Vol. 1, S. 635-640) das Lachen verhindert. In der Studie «Beziehungen zwischen kitzligem und humoristischem Lachen: vorläufige Unterstützung für die Darwin-Hecker-Hypothese» (Biological Psychology, Vol. 30, S. 141-150) fand man überdies heraus, dass «Kitzligkeit tendenziell verwandt ist mit: (a) kichern, (b) lachen, (c) lächeln, (d) Hühnerhaut kriegen, (e) erröten und (f) weinen». Zuweilen bedeutet Kitzelforschung auch harte Arbeit. Für die Studie «Die Wahrnehmung des Kitzelns als Mikro-Erfahrung von Vergnügen: ihre Phänomenologie an unterschiedlichen Körperstellen und ihr Verhältnis zur zerebralen Dominanz» (Perceptual and Motor Skills, Vol. 56, S. 903-914) mussten die Autoren die «Kitzelsensitivität» von 46 Psychologiestudentinnen «in Bezug auf verschiedene Körperstellen» testen.