NZZ Folio 02/02 - Thema: Total Digital   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Arthritis in der Kunst

Von Reto U. Schneider
EINIGE MEDIZINER scheinen einen ausgesprochenen Drang zur Diagnose zu verspüren, der auch vor der Kunst nicht Halt macht. Die Folge davon ist eine neue Kategorie in der medizinischen Literatur. Der Allgemeinpraktiker schreibt über «Kranke Mädchen in der norwegischen Kunst. Einige Gedanken zu den Gemälden von Christian Krohg» (Tidsskrift for den Norske laegeforening, Vol. 111, S. 3663-3666), der Venerologe über «Syphilis in der Kunst» (Genitourinary medicine, Vol. 66, S. 280-294), der Neurologe über «Epilepsie und Kunst» (Medical Journal of Australia, Vol. 164, S. 245-248).

Dermatologen publizieren über «Kleine und grosse Tumore in der Kunst» (Der Hautarzt, Vol. 33, S. 598-604) und «Verbrennungen in der Kunst» (Clinics in plastic surgery, Vol. 13, S. 3-8), Rheumatologen über «Arthritis in flämischen Gemälden (1400-1700)» (British Medical Journal, Vol. 1, S. 1203-1205) und die «Vertebrale Osteoporose, gemalt von Vittore Carpaccio (1456): Überlegungen zur Paleopathologie der Osteoporose in der Malkunst» (Calcified tissue international, Vol. 55, S. 321-323). Da wollen auch die Geburtshelfer nicht zurückstehen und glänzen mit der Arbeit «Stillen in der Kunst» (Duodecim; laaketieteellinen aikakauskirja, Vol. 109, S. 2087-2097).



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