Leopold und Laura liebten sich lüstern
Von Günter Nehm. Bestellung beim Verlag Gerhard Winter, Middelicher Strasse 201, D-45892 Gelsenkirchen oder per Internet bei little.tree@t-online.de. 15 Euro.
Verspektiven bei amazon bestellen.
Die streng verspielte Poesie des pensionierten Diplomingenieurs Günter Nehm ist derart virtuos, dass ihn seine Bewunderer neben Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz stellen. Eine Kostprobe:
Romanze auf dem Dorfteich
Es brüstet sich der Enterich
«Die fettste Ente enter ich!»
Doch kurz darauf bekennt er: «Ich
verzichte drauf, sonst kenter ich.»
Der kürzlich verstorbene Schriftsteller Robert Gernhardt war ein Förderer von Nehm und hat ein Bändchen mit einer Auswahl seiner Gedichte herausgegeben («Verspektiven», Fischer 2006). Das ultimative Buch bleibt aber der 300 Seiten starke Band «Laura und Leopold liebten sich lüstern», der nur direkt beim Verlag erhältlich ist.
Segway
www.segway.ch. Ab 6500 Franken.
Wer nicht auffallen will, sollte sich keinen Segway zulegen. Das Einpersonenfahrzeug aus den USA zieht viele Blicke auf sich. Die 2001 lancierte Plattform mit Lenker auf zwei Rädern, auf der man stehend fährt, ist eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Es gibt keinen Gashebel und keine Bremse. In Gang gesetzt wird das Gerät, indem sich der Fahrer nach vorne lehnt. Der interne Rechner steuert die Räder dann so, dass der Segway vorwärts fährt, aber stets im Gleichgewicht bleibt. Zum Bremsen lehnt man sich einfach zurück. Wer je auf einem Segway gefahren ist, wird das Gefühl nie mehr vergessen.
Zero Blaster
www.conrad.ch. 39 Franken 95.
Der Zero Blaster ist wohl die poetischste Waffe, die je erfunden wurde. Sie sieht aus wie eine Laserpistole aus «Star Wars», feuert aber bloss Rauchringe von bis zu zehn Zentimetern Durchmesser ab. In einer Nebelkammer erzeugt die batteriebetriebene Pistole aus einer ungiftigen Flüssigkeit Rauch, aus dem ein patentierter Mechanismus die Ringe formt. Das sieht zuerst einmal toll aus, lädt zum Spielen ein – und ist darüber hinaus sogar noch lehrreich. Auf der Website www.zerotoys.com gibt es eine Physiklektion über toroidale Wirbel und den Coanda-Effekt. Wem das zu kompliziert ist: Die mitgelieferte Flüssigkeit reicht für 25 000 Ringe – auch wenn man nicht versteht, wie sie entstehen.
Kaschmir-Seide-Strumpfhose
Fogal (www.fogal.ch). 260 Franken.
Nein, Sie werden nicht mit Häme überschüttet, wenn Sie Ihrer Frau Strumpfhosen schenken – vorausgesetzt natürlich, Sie zeigen sich als Kenner und wählen die richtigen Modelle. Der Klassiker unter den Feinstrumpfhosen, laufmaschenresistent und höchst sexy, ist die Netzstrumpfhose 531 Cordoba für 57 Franken, aus feinem Tüllstoff mit einer dezenten schwarzen Naht. Der wahre Traum jedoch, der Rolls Royce unter den Strumpfhosen, ist jene aus Kaschmir. Es gibt Frauen, die behaupten, sie würden zurück ins brennende Haus rennen, um diese Strumpfhose zu retten. Nicht zu vergessen: Sie schützt die Frau zuverlässig vor Kälte – und erleichtert damit auch dem Mann das Leben.
Berkel-Fleischschneidemaschine
Obrecht Technologie AG, Schlieren
5400 Franken.
Wer gerne kocht, ist einfach zu beschenken, mit Edelstahltöpfen und Kupferpfannen, mit scharfen Messern, Schürzen, Topflappen und Teigmaschinen. Und wenn die Küche bereits mit allen erdenklichen Gerätschaften hochgerüstet ist, fehlt bestimmt noch eines: eine pro fessionelle Fleischschneidemaschine von Berkel. Prosciutto di Parma, Salami, Bündnerfleisch, Lyonerwurst und Mostbröckli: mit diesem Gerät können all diese Köstlichkeiten endlich frisch aufgeschnitten werden. Der Antrieb der A 300 erfolgt manuell, wie einst beim Metzger, der uns in der Kindheit mit einem Wursträdchen beglückte; Messer aus Spezialstahl und ein eingebauter Schleifapparat sorgen für den tadellosen Feinschnitt. Pure Mechanik, ohne jeden digitalen Schnickschnack. Eine Maschine in historischem Design, knallrot lackiert wie ein Ferrari. Ein ideales Spielzeug für grosse Männer. Nicht ganz billig zwar, dafür ein beständiger Wert in jeder Küche.
Ich sehe was, was du nicht siehst … im Winter
Von Joan Steiner. Esslinger Verlag 2006.
23 Franken 10.
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Wer einem Kind ein Buch von Joan Steiner schenkt, erlebt immer wieder dasselbe. Zuerst einen etwas gelangweilten Blick auf das Bild mit der Winterlandschaft, der Küche oder der Kirche – dann das Aha-Erlebnis. Der Berg ist ja ein BH, der Dampfabzug ein Portemonnaie, der Altar eine Waffel. Steiners Panoramen ziehen einen in ihren Bann: Sie bestehen aus Tausenden von Alltagsgegenständen, die die Autorin so geschickt in Szene setzt, dass sie ihre wahre Identität erst auf den zweiten Blick preisgeben. Die früheren Bücher von Joan Steiner sollen im Frühling 2007 neu aufgelegt werden.
NZZ-Folio-Poster
mailto:http://folioverlag@nzz.ch, 044 258 12 66
36 Franken.
Seit 15 Jahren gestalten Max Grüter und Patrick Rohner die einzigartigen Folio-Titelblätter. Jetzt gibt es ein Patchwork der besten als Kunstplakat (60 x 90 cm). Ihre hintergründige Symbolik ist legendär: Die blaue Werkzeugkiste auf rosa Grund stand für «Fortpflanzungsmedizin», der Bettlerhut randvoll mit Münzen für «Arm & Reich», die Besteckschublade mit einer Gabel, einem Messer und einem Löffel für «Singles». Ein aussergewöhnlicher Wandschmuck – nicht nur für eingefleischte Folio-Fans.
Die Mix-CD
www.musicmatch.com. Etwa 15 Franken.
Das Mix-Tape – zu später Stunde unter dem Einfluss von Pathos auf einer Kassette zusammengestellte Lieder für die Liebste – ist ein Auslaufmodell. Wer heute mit Musik verführen will, brennt eine CD. Eine Anleitung in drei Schritten.
1. Suchen: Im Internet ein Download-Angebot ansurfen – am überzeugendsten ist der iTunes Music Store – und in der Suchfunktion den gewünschten Song eintippen. Das Angebot umfasst drei Millionen Titel (Einheitstarif: 99 Cents pro Song). Der per Kreditkarte bezahlte Song wird auf der Festplatte gespeichert und von der kostenlosen Musiksoftware (iTunes oder Real Player) angezeigt. Mit Hilfe der Programme stellt man die Songs zu einer «Playlist» zusammen. Auf eine CD passen 75 Minuten, rund 12 Songs.
2. Brennen: Man legt einen CD-Rohling (20 Stück ab 12 Franken) ins Laufwerk – der CD-Brenner ist bei neueren Computern integriert –, klickt auf die Playlist und klickt auf «Burn».
3. Gestalten: Mit einer leicht zu handhabenden Software (etwa Music Match, ca. 25 Franken) kann man die Liedertitel im CD-Layout aufschreiben und das CD-Cover frei gestalten. Zum Ausdrucken braucht es eine Papiervorlage (zum Beispiel von Office World, rund 20 Franken). Cover und CD in die Hülle, fertig.
Simon Challenge
Etwa 40 Franken.
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Zu Beginn weiss man nicht so recht, was man mit diesem steuerradähnlichen Spielgerät anfangen soll. Aber das ändert sich schnell, denn Simon Challenge gibt die Befehle gleich selbst. «Tippen!» heisst es aus dem Lautsprecher – man tippt den Hebel rechts oben; «rollen!» – das Rad rechts unten; «klopfen!» – die Taste in der Mitte; «weitergeben!» – der Nächste ist an der Reihe. Wer zu langsam reagiert oder statt dem Tipphebel aus Versehen die Klopftaste drückt, fliegt raus. Ein schnelles Konzentrationsspiel mit Suchtgefahr, bei dem die Grosseltern oft mit mehr Feuer dabei sind als die Enkel.
Schlafphasenwecker
www.axbo.ch. 349 Franken.
In der Nacht durchleben wir verschiedene Schlafphasen. Je nachdem, in welcher Phase uns der Wecker hochreisst, beginnt der Tag top oder als Flop. Abhilfe verspricht ein Schlafphasenwecker: Mit einem Frotté-Armband misst er unsere Bewegungen während des Schlafens und schliesst daraus, in welcher Phase wir uns befinden – nur in der optimalen geht er los. Dann soll man sich so fühlen, als wäre man von selbst aufgewacht. Das Gerät ist etwas grob im Design, hat eine wässrig-blaue Anzeige und bietet als Weckruf Vogelgezwitscher, Salsarhythmen oder afrikanische Trommeln.
Proband S. stellt den Wecker auf 6.45 Uhr, streift sich das Schweissband ums Handgelenk und schläft sofort ein. 6.24 Uhr: Proband S. vernimmt fröhliches Vo gelgezwitscher – der Schlafphasenwecker weckt innerhalb der letzten 30 Minuten vor der eingestellten Weckzeit zum optimalen Zeitpunkt. Proband S. dreht zwei Runden in der Wohnung, fühlt sich nicht gerädert und kippt danach wieder ins Bett. Wer will schon eine halbe Stunde zu früh aufstehen! Um 7.30 Uhr erwacht Proband S. zu spät, aber erfrischt aus einem tiefen Schlaf.