Dies ist die Geschichte Von Randolph Abott Shotwell und Virgil S. Luks, die Geschichte zweier Publizisten, die ihr Herzblut verströmten, wenn sie über Lokalpolitik stritten: mit Worten, Spazierstock und Pistole.
An einem warmen Frühlingsmorgen des Jahres 1870 kreuzten sich die Wege der beiden Zeitungsleute, auf dem Public Square im Zentrum des Städtchens, und Shotwell, Gründer und Herausgeber des «North Carolina Citizen», war an diesem Tag ob der Attacken des «Pioneer» ganz besonders erbost. Der Mann des «Citizen» stellte Lusk, den Herausgeber des Wochenblattes, zur Rede, forderte eine öffentliche Entschuldigung - ohne Erfolg. Ein Schimpfwort gab das andere, und Shotwell griff zum Spazierstock, um sich mit ein paar kräftigen Hieben Respekt zu verschaffen. Dies wiederum wollte sich Lusk nicht bieten lassen: Er zückte den Revolver und antwortet mit zwei Schüssen in die Beine des Angreifers. Noch einige Zeit sollen die beiden Rivalen in der Folge darüber gestritten haben, ob es sich beim Spazierstock um einen massiven Knüppel oder lediglich um ein leichtes Stöckchen gehandelt habe. Dann verkaufte Shotwell sein Blatt und verliess die Stadt für immer.
Ein gutes Jahrhundert später ist es in Ashevilles Zeitungszunft um einiges ruhiger geworden. Sehr ruhig sogar, fast grabesstill. Der «Weekly Pioneer» hat im Laufe der Geschichte aus wirtschaftlichen Gründen sein Erscheinen eingestellt, ebenso die lokalen Blätter «The News and Farmer», «The Daily Advance», «Town Topics», das «Evening Journal», die «Daily Gazette». Die «Citizen Times» wechselte in ihrer 120jährigen Geschichte ein dutzendmal ihren Besitzer und gelangte schliesslich in die Obhut des in Greenville, South Carolina, domizilierten Medienkonzerns Multimedia Inc., der das Blatt mit der «Asheville Times» zur «Asheville Citizen Times», jetzt die einzige Tageszeitung der Stadt, fusionierte. Was das täglich gedruckte Wort betrifft, gibt es in Asheville somit nur noch einen Standpunkt, und der liegt, wie der Chefredaktor später sagen wird, «exakt in der Mitte».
Doch nähern wir uns diesem Blatt aus der Perspektive des unbefangenen Lesers, der an einem der vielen Verkaufsautomaten 35 Cents einwirft und sich ein Exemplar herausgreift. Das Erscheinungsbild der Lokalzeitung erinnert zunächst an bereits Bekanntes: an «USA Today», die populärste neuere Schöpfung auf dem amerikanischen Pressemarkt. Ein Blick auf die Schlagzeilen lässt sodann auch Verwandtschaften inhaltlicher Natur erkennen: Neben einem Bericht über die Uno-Sanktionen gegen Libyen, den jüngsten Fall sexueller Belästigung und über die Grundwasserprobe in der Nähe einer lokalen Deponie bringt das lokale Blatt an diesem Tag - wie «USA Today» - auf der ersten Seite einen Artikel über die veröffentlichte Steuererklärung der Präsidentenfamilie. Die politische Relevanz der Meldung ist gering, der Unterhaltungswert hoch: Dank absoluter Transparenz in präsidialen Steuerangelegenheiten erfährt man, dass für den Löwenanteil des Einkommens von George und Barbara Bush Millie, das Hündchen der Präsidentenfamilie, verantwortlich zeichnete. Über 800 000 Dollar brachte der von Barbara Bush verfasste Bericht über das Leben im Weissen Haus aus der Hundeperspektive ein, derweil die Tätigkeit des Präsidenten dem amerikanischen Staat nur rund einen Drittel davon wert war. Den süffigen Nachrichtencocktail serviert die «Asheville Citizen Times» wie jeden Tag in einer Auflage von gut 60 000 Exemplaren. In der Stadt und im umliegenden Einzugsgebiet erreicht die Zeitung somit knapp einen Drittel der Haushaltungen.
Eine grosse Mehrheit der Bevölkerung in und um Asheville verzichtet also auf die Informationen der lokalen Zeitung; sie informiert sich durch nationale Blätter oder, was wohl häufiger ist, allein durch das Fernsehen. Dieser Zustand ist nicht neu, doch hat er sich in den letzten Jahren zusehends akzentuiert, wie auch Larry Pope, Chefredaktor der «Asheville Citizen Times», feststellt: «Angesichts des globalen Medienangebots, aber auch angesichts der unzähligen Verlockungen der Freizeitindustrie, wird es immer schwieriger, die Leute zum Zeitungslesen zu animieren. Wir befinden uns in einem immer härter werdenden Wettbewerb um die Zeit der Leute», sagt Pope. «Wir müssen demzufolge ein Informationsangebot liefern, das dem Leser in kurzer, übersichtlicher Form das Wichtigste mitteilt.»
Larry Pope, einen grossen Becher mit Eis und Cola vor sich, sitzt in einem muffigen, eher schäbigen Kabäuschen. Eine Wand aus Glas gibt den Blick frei ins Grossraumbüro. Die Redaktoren sitzen, Pult an Pult, vor ihren Bildschirmen. Es ist jetzt früher Nachmittag und von Hektik noch nichts zu spüren. Pope berichtet, dass nach der Fusion dank einer Finanzspritze des Mutterhauses - zum Konzern gehören auch verschiedene Radio- und Fernsehstationen im Süden der USA - die technische Infrastruktur der Redaktion auf den neuesten Stand gebracht worden sei. In den Redaktionsräumen geblieben ist das Mobiliar der sechziger Jahre, das nicht recht zum modernen Auftritt der Zeitung passieren will.
Konsequent setzt die «Asheville Citizen Times» ihre personellen Ressourcen - sie beschäftigt rund 60 Redaktoren und Reporter - für die lokale Berichterstattung ein. Aussenposten werden lediglich in den drei grösseren Zentren der Umgebung sowie in Raleigh, der Hauptstadt von North Carolina, unterhalten. Alle überregionalen, nationalen und internationalen Nachrichten werden dagegen von einer Nachrichtenagentur geliefert und auf der Redaktion weiterverarbeitet. Ein spezieller Dienst liefert den ausführlichen Wetterbericht mit Grafiken und Kärtchen; andere eine Auswahl an Kommentaren zu politischen Ereignissen und Kolumnen zu religiösen, pekuniären, familiären, astrologischen und den weiteren die Leute bewegenden Themen. Auch die täglichen Beilagen über Haus, Garten, Familie, Mode, Essen, Auto bezieht die «Asheville Citizen Times» von einem Pressedienst. Ein extrem spezialisierter Medienmarkt, aufgeteilt in lokale Herausgeber von Zeitungen und nationale Produzenten journalistischer Inhalte, macht's möglich, dass die Lokalzeitung aus Asheville unter der Woche fast so viel Papier auf die Waage bringt wie ein Blatt aus einer grossen Stadt, und am Sonntag, wenn der Zeitung besonders viele Beilagen, ein Magazin und dazu ein halbes Dutzend Farbprospekte beigelegt sind, ist sie, zumindest quantitativ, fast eine kleine «New York Times». «Und dennoch», sagt Pope, «ein grosses Geschäft sind Zeitungen längst nicht mehr.»
Die grosse Konkurrentin der Zeitungen auf Ashevilles Newsmarkt ist seit bald 40 Jahren die lokale Fernsehstation, und welchem Medium der grössere kommerzielle Erfolg beschieden ist, ist unschwer zu erkennen. Die Fernsehstation 13 WLOS-TV hat ihren Sitz an bester Adresse, hoch über der Stadt, am Rand des Golfplatzes und in unmittelbarer Nähe zum Grove Park Hotel. Der Besuchter gelangt zu einer herrschaftlichen, im Stil eines Loire-Schlösschens gebauten Villa und ist beeindruckt: dicke Spannteppiche, schwere Mahagonimöbel im Entrée; eine grosszügige Treppe, wie man sie aus amerikanischen Spielfilmen kennt, führt den Besucher in den ersten Stock ins mit Auszeichnungen, Golfutensilien und Familienfotos geschmückte Büro des Vice-President und General Manager der Fernsehstation.
James R. Conschafter erklärt stolz, dass 13 WLOS-TV zu den bedeutenderen Lokalfernsehstationen der Vereinigten Staaten zähle. Die zum Medienkonzern Anchor Media gehörende TV-Station operiert in einem Gebiet, das, gemessen an seiner Grösse, unter den amerikanischen Lokalfernsehmärkten an 34. Stelle liegt. Theoretisch werden 644 810 Fernsehhaushaltungen bedient, und zwar im Westen von North und South Carolina sowie im Norden von Georgia. Flächenmässig entspricht das Sendegebiet somit etwa der Schweiz. Wie praktisch alle lokalen Fernsehstationen in den USA arbeitet auch die in Asheville stationierte Anstalt eng zusammen mit einer privaten nationalen Fernsehkette. Vom Staat konzessioniert, doch privatwirtschaftlich organisiert, übernimmt WLOS den Hauptsendeteppich von der nationalen Fernsehkette ABC, in welchen eigene Fensterprogramme eingebaut werden. Viermal täglich ist dies ein lokales Nachrichtenmagazin, das in Asheville produziert wird. Das können aber auch vom lokalen Veranstalter eingekaufte Game-Shows, Spielfilme, Seifenopern oder Quizsendungen sein; sie sind gewissermassen das Rahmenprogramm für die von der lokalen Station akquirierte Werbung. Ein Drittel der Sendezeit gehört den Werbespots, die, gemessen an europäischen Massstäben, spottbillig sind: Ein 30-Sekunden-Spot während der Mittagsnachrichten, wenn rund 67 000 Zuschauer vor dem Apparat sitzen, kostet lediglich 100 Dollar. Zur besten Sendezeit, während der 18-Uhr-Nachrichten, die in der Regel 179 000 Personen an den Bildschirm locken, sind es 600 Dollar.
Genauere Zahlen zum Geschäftsverlauf sind Conschafter allerdings nicht zu entlocken, «aus Konkurrenzgründen», wie er sagt. Soviel nur: «Wir stellen fest, dass der Trend zu den lokalen Informationsmedien tendenziell rückläufig ist.» So sind die Einschaltquoten von WLOS in den letzten Jahren leicht gefallen, derweil die Zahl der Sender, die in Asheville zu empfangen sind, auf über 40 angewachsen ist. Ausgerüstet mit der Fernbedienung, wandert der Fernsehkonsument durch eine schrille, immer ausgefallenere Bilderwelt: Da flimmern Fernsehprediger über den Bildschirm, die die Botschaft des Herrn anpreisen, als ginge es um Meister Propers Waschkraft; Reality-TV-Shows; Gesprächsrunden auf jedem Kanal, Endlosplaudereien wie die von vier Frauen, die ihre Haarprobleme diskutieren, und dies in einer Ernsthaftigkeit, als ginge es um den Zusammenbruch der Sowjetunion. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich schliesslich öffentlich inszenierte Familiendramen: Ein elfjähriges Mädchen erzählt im Studio, wie es wiederholt die Polizei benachrichtigte, um den Vater des sexuellen Missbrauchs an ihr zu bezichtigen, und dies allein als Vergeltung dafür, dass ihr der Vater einen Wunsch, zum Beispiel nach neuen Turnschuhen, ausgeschlagen hate. Die Mutter bricht in Tränen aus. Und der zu Unrecht beschuldigte Vater sagt, er verstehe die Welt nicht mehr.
Dass auch lokale Fernsehinformation flott und flockig präsentiert werden will, zeigt ein Augenschein im Studio von 13 WLOS: Eingetaucht in gleissendes Scheinwerferlicht, begrüsst um punkt 12 Uhr mittags Anchorwoman Brenda Burch die Fernsehgemeinde «zu diesem wundervollen Tag». Dass dies wettermässig so bleiben wird, bestätigt der Wetterfrosch; der Sportmoderator lächelt. Nach exakt 55 Sekunden, so wie es von der Regie vorgesehen ist, leitet Brenda Burch über zum Livebericht über die Brandnacht in einem Touristenzentrum ausserhalb von Asheville. Die via Satellitenwagen hergestellte Verbindung ermöglicht es der Moderatorin, der Reporterin aus den Studio Fragen zu stellen. Nächste Einspielung: der Mordprozess in einer Kleinstadt in South Carolina, bei dem der Staatsanwalt die Todesstrafe fordert.
Auf die nationalen und internationalen Nachrichten folgt der erste Werbeblock: ein wohlbeleibter lokaler Garagist preist darin seine Modelle an; «Super Step», ein spezielles Gerät mit zwei Tretpedalen, das ein Laufen an Ort, gewissermassen Wanderungen im Büro, erlaubt, wird vorgeführt; darauf eine Art künstliche Schlummermutter, ein Gerät, dass in der Nacht Meeresrauschen ans Ohr bringt; und endlich ein national produzierter Werbespot von McDonald's.
Für den zweiten Teil der Sendung hat die Moderatorin in einer von Zimmerpflanzen umrankten Polstergruppe in der anderen Ecke des Studios Platz genommen, wo sie eine Steuerberaterin, den heutigen Gast der Sendung, interviewt. Dann liegt der Ball beim Wetterfrosch. Der Mann mit der blond-üppigen Haartolle entrollt ein T-Shirt mit den Fussabdrücken seines vor zwei Tagen geborenen Sohnes, schreitet zur Wetterkarte, kommentiert den erfolgten Temperaturanstieg. Und mutiert nach dem nächsten Werbeblock zum Tierfreund, der für einen weissen Spitzer ein neues Plätzchen sucht. Die 30minütige Sendung endet mit der Meldung von einem Lastwagenfahrer, der zwei Millionen Meilen ohne Unfall und Busse hinter sich brachte.
Alan Mason, Chef der 37 Journalisten zählenden Newsabteilung, ist mit der Sendung offensichtlich zufrieden. «Wir hatten harte Nachrichten, Crime-News, Aktualität. Das letzte Unglück, das letzte Verbrechen, darüber wollen die Leute einfach etwas sehen. Wir hatten einen Gast, der Ratschläge in einer Sache gab, welche die Leute direkt betrifft.» Und auch die Unterhaltung sie nicht zu kurz gekommen: «Obligatorisch ist eine positive Nachricht zum Schluss, ein sogenannter Kicker.» Welches Gefäss das beliebteste sei? «Am Mittag, wenn er vor allem Hausfrauen zuschauen, ganz klar die Hundenummer.»
Grundsätzlich hat Mason festgestellt, dass Beratungssendungen, an denen sich die Zuschauer direkt beteiligen können, besonders gut ankommen. Hier sieht er denn auch die Chance des lokalen Fernsehens. Für die nächste Woche sei beispielsweise eine grosse Serie zum Thema Gesundheitsvorsorge geplant: 30 Ärzte würden während einer Woche Zuschaueranrufe beantworten, und gemeinsam mit den Spitälern werde gleichzeitig eine Aktion zur Darmkrebsfrüherkennung lanciert, bei der jedermann seinen Stuhl kostenlos untersuchen lassen könne.
In Asheville wird das Mediengeschäft professionell betrieben, ganz cool und nach den von anonymen Medienkonzernen gesetzten Leitplanken. Den lokalen Veranstaltern verbleiben da vom örtlichen Medienkuchen lediglich Brosamen. Dazu gehören beispielsweise ein paar kleinere Radiosender, die meisten allerdings blosse Musikstationen ohne journalistische Eigenleistungen. Eine der Ausnahmen ist das von Kenneth Brantley gegründete Radio WKDB, das sich an die schwarze Bevölkerung richtet: Neben dem von einer Musikagentur übernommenen Gospel-Sound bringt dieser Sender, der sich ausschliesslich über Spenden finanziert, auch engagierte politische Beiträge.
Auf ähnliche Weise funktioniert und finanziert sich WCQS, das Public Radio: Der Sender, zu dessen Auftrag es gehört, das Zusammenleben der lokalen Gemeinschaft zu fördern und der dafür auch öffentliche Gelder (rund 100 000 Dollar) erhält, rührt viermal jährlich die Werbetrommel, um das zusätzlich nötige Geld, rund eine halbe Million Dollar, in die Kasse zu bekommen. «Ihre Unterstützung ist nötig, damit es dieses Radio gibt. Denken Sie daran, welchen Stellenwert es in Ihrem Leben hat», sagt der Moderator, während der Fundraising-Aktion, die gerade stattfindet. Der Aufruf wird erhört: Spielend kommen so an einem Tag über 1000 Dollar zusammen.
Die Bereitschaft, nicht am Profit orientierte, gewissermassen gemeinnützige Medien mit einem freiwilligen Beitrag zu unterstützen, ist schliesslich auch der Lebensnerv des jüngsten Medienkindes der Stadt. Es ist nicht zu übersehen: Wer nach Asheville kommt, entdeckt es in Hotelhallen, in Geschäften, in zahlreichen Zeitungsständern, denen es gratis entnommen werden kann. «Green Line» heisst Ashevilles Monatszeitung, die - in Tabloidformat und vergleichsweise nüchtern gestaltet - einen ausführlichen Veranstaltungskalender, eine solide Kulturberichterstattung und erfrischend kritische Hintergrundberichte, vorzugsweise zur Umweltpolitik, enthält.
Die Redaktionsadresse führt in ein Büro im Zentrum der Stadt. Dort treffe ich Jeff Fobes, den Herausgeber, und der erzählt eine Geschichte, die dem bisher Gesehenen, dem allgemeinen Trend zum seichten Medieneintopf, irritierend zuwiderläuft. Über ein Untergrundradio zum Journalismus gekommen, gründete Fobes vor fünf Jahren als Sprachrohr der grünen Bewegung den «Newsletter of the North Carolina Greens». Die erste Ausgabe, die auf der ersten Seite über eine alternative Schule berichtete, zählte bloss vier Seiten und hatte eine Auflage von 3000 Exemplaren. Die Druckkosten beliefen sich auf 200 Dollar. «Wir wollten Themen bringen, über die die -Citizen Times- nicht berichtete, Themen aus der Bürgerbewegung», sagt Fobes, der sich selbst als Altachtundsechziger bezeichnet.
Spenden von Sympathisanten - die Anzeigen decken weniger als die Hälfte der Kosten - ermöglichten einen schrittweisen Ausbau des Blattes. Ein Veranstaltungskalender kam hinzu, die Zeitung nannte sich neu «Green Line», wurde zehnmal dicker, und die Auflage stieg auf über 20 000. Der ideologische Hintergrund der Blattmacher aber ist derselbe geblieben: «Wir wollen die Grenzen des Wachstums aufzeigen, die Welt etwas humaner machen, den Dialog fördern.» Das Mittel dazu ist, im Unterschied zum europäischen Stil wiederum, nicht nur verbissene Kritik. «Wir möchten auch etwas Lebensfreude vermitteln», sagt Fobes. «In der Welt, die uns vorschwebt, muss man auch Spass haben können.»
«Green Line» - ein Beweis dafür, dass mit entsprechender Initiative in der amerikanischen Medienlandschaft auch ohne viel Geld Pioniertaten von Einzelnen noch möglich sind? Ob die Zeitung mehr als nur eine Episode in Ashevilles Pressegeschichte sein wird, muss sich erst noch zeigen. Gewiss ist lediglich: Stockschläge und Revolverschüsse brauchen die jungen Blattmacher nicht mehr zu fürchten. Denn auf Konkurrenz pflegen die etablierten Medien heutzutage ganz anders zu reagieren, auch in Asheville: Die Existenz des aufmüpfigen Blattes, sagt Fobes, werde hartnäckig verschwiegen. Auch wenn die Konkurrenz daraus abschreibt, was nicht selten vorkomme.