NZZ Folio 08/92 - Thema: USA Asheville   Inhaltsverzeichnis

Beim Wort genommen -- Spontane Selbstkritik

Von Manfrad Papst

Niemand soll uns nachsagen, wir sähen ob der Splitter im Auge des Nachbarn den Balken vor der eigenen Tür nicht. Auch und gerade in der 213jährigen Geschichte der NZZ ist einiges schiefgegangen. Bei Kleinigkeiten wie dem Luststützpunkt Vandenberg, der Scheissanzeige von Grpt. regt. ob. 1 Gurnigelbad oder dem armen Mann, der beim Unterwasserschiffen sein Leben lassen musste, wollen wir uns hier gar nicht aufhalten. Nachdenklich stimmen muss es hingegen, wenn Professor Rico Jagmetti in einem Blatt, dem er als Verwaltungsrat dient, als verfahrener Parlamentarier bezeichnet wird. Und was soll man davon halten, dass Hans Richter anlässlich einer Retrospektive im Kunstgewerbemuseum als geistesschwacher Künstler apostrophiert wurde? Was schliesslich hätte Freud dazu gesagt, dass die Landeslotterie 1958 weitere 100 000 Franken für die Ungernhilfe bewilligte? - Tempi passati! Und vorbei die Zeiten, da die Stadtpolizei auch Nachwuchskräfte von mindestens 17 cm Körpergrösse willkommen hiess, wenn nur der Leumund in Ordnung war.


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