SEIT DEM 1. JULI weht in der Schweizer Schnapsszene ein neuer Wind. Ausländische und inländische Brände werden seither nach dem gleichen Ansatz besteuert, und die gleichzeitige Liberalisierung der Brennvorschriften hat dafür gesorgt, dass die einheimischen Brenner den Konsumenten vermehrt auch mit neuen «Schnapsideen» beglücken dürfen. Brennen lässt sich vieles - und warum also nicht auch einmal Bier in Schnaps verwandeln? «Bierbrand» heisst die Kreation der Brauerei Rugenbräu in Interlaken, ein klares Wässerchen, das es in sich hat. Der Schnaps ist aus reinem Bier gebrannt und nicht etwa aus Treber, dem Abfallprodukt der Bierproduktion, und er ist laut Peter Dürr, dem Schweizer «Schnapspapst», etwas vom Reinsten, was man trinken kann: ein Naturprodukt aus Wasser, Malz und Hopfen. Zehn Liter Bier ergeben einen Liter Schnaps. Der Geschmack erinnert ein bisschen an Wodka, nur ist der Bierbrand einiges würziger, vollmundiger und weniger aggressiv, weshalb man ihn auch nicht unbedingt tiefgekühlt zu trinken braucht.