Herr Bachmann, Sie sind Mitglied einer Gruppe, deren Name wie eine deutsche Gewerkschaft klingt. Was verbirgt sich hinter IGWAM?
IGWAM steht für Interessengemeinschaft Waldlauf am Morgen. Wir sind eine Gruppe, die regelmässig im Wald herumrennt – und zwar 10 Kilometer, jeden Samstag, bei jedem Wetter, seit 1968.
Sie laufen jeden Samstag seit 38 Jahren?!
Jawohl. Erst zweimal fand der Lauf nicht statt: 1978 wegen Eisregens und am 1. November 1986 wegen des Grossbrands in Schweizerhalle. Aber als es damals nach dem Brand Entwarnung gab, haben wir den «Waldlauf am Morgen» noch am selben Abend nachgeholt.
«Waldlauf am Morgen» klingt unangenehm nach Frühsport, wann laufen Sie?
Um Punkt sieben Uhr, manchmal auch früher. Als wir anfingen, hatten wir alle kleine Kinder; wir waren früh laufen, damit wir um neun Uhr die Kinder von unseren Frauen übernehmen konnten. Die Zeit haben wir bis heute beibehalten, obwohl die Kinder längst aus dem Haus und die Hälfte unserer Mitglieder inzwischen schon Grossväter sind.
Wo laufen Sie?
Wir laufen kreuz und quer durchs Gelände in der Umgebung von Basel, jeden Samstag eine andere Strecke.
Wer bestimmt, wo gelaufen wird?
Die «Technische Hilfsleitung», ein Amt, das jährlich neu gewählt wird.
Gibt es noch andere Ämter?
Wir haben einen Chronisten, der die Fakten festhält: wo wir gelaufen sind und wer teilgenommen hat. Ein Gruppenfoto wird auch noch gemacht. Das alles wird gesammelt und ergibt jedes Jahr eine Chronik. Manche Läufer finden diese Arbeit allerdings überflüssig.
Wer sind die Mitglieder der IGWAM?
Wir hatten in den 38 Jahren rund hundert Läufer. Der feste Kern aber sind 12 Männer. Vier Ärzte, vier Ingenieure, ein Jurist, ein Geologe, zwei Kaufmännische.
Was läuft sonst bei der IGWAM?
Jährlich machen wir eine einwöchige Velotour, die wir nach Vögeln benennen, «Dompfaffen» etwa – ein kleiner Seitenhieb gegen die Velofahrer, die sich so bunt kleiden wie «Papageien».
IGWAM, Peter Bachmann, 4056 Basel.