DER ERFOLGLOSE KOMPONIST Jan-Eric Puntila (ein Name, der übrigens echt war, obwohl er wie ein Pseudonym klang) hatte während eines Spaziergangs die eher beiläufige Bekanntschaft mit einem Hundehaufen gemacht, dessen Duftnote ihn seither begleitete. Der Ernst des Lebens, dachte Puntila, so sieht er also aus: Sie legen einem keine Steine mehr in den Weg, sondern Tretminen. Verschissene Welt, in der man nur noch gebeugt gehen kann, den Blick auf den behäuften Boden gerichtet. Vor dem aufrechten Gang bewahren den Menschen die Machenschaften der Hunde.
Er erreichte den Bartholdy-Park, eine ausgedehnte Grünanlage, in der mindestens drei Schilder darauf hinwiesen, dass «Hunde an der Leine zu führen» waren. Puntila taten die Füsse weh, und er hockte sich auf eine Bank. Plötzlich war eine Stimme zu hören - eine barsche Stimme, deren wuchtiger Hall an die Grundsätze deutschen Berufsbeamtentums gemahnte. Puntila erblickt einen Mann, dem ein struppiger Hund und ein Uniformierter folgten. «He, Sie da», rief der Uniformierte dem Mann zu. «Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine! Haben Sie die Schilder nicht gesehen?»
Der Mann, dem dieser deutliche Hinweis galt, fühlte sich jedoch noch immer nicht angesprochen, desgleichen der Hund, der die nachstellende Amtsperson ignorierte und es nicht einmal für nötig hielt zu kläffen. «Ich warne Sie. Zum letztenmal!» brüllte der Uniformierte. Mann und Hund blieben stehen und drehten sich um. «Ich weiss gar nicht, was Sie wollen», sagte der Mann zu seinem Verfolger. «Hab' ich mich nicht klar genug ausgedrückt», schnauzte der Polizist, «Sie sollen Ihren Hund an die Leine nehmen!» «Dieser Hund ist nicht mein Hund», erwiderte der Mann, «was Sie sich bitte, ein für allemal, merken wollen!» «Aber er ist Ihnen doch die ganze Zeit über gefolgt», rief der Polizist. «Na und», meinte der Mann. «Sie sind mir doch auch die ganze Zeit über gefolgt und sind nicht mein Hund.» Er ging weiter, und der Hund, der nicht sein Hund war, folgte ihm. Jetzt bellte er sogar und wedelte mit dem Schwanz.