NZZ Folio 12/01 - Thema: Erinnern und vergessen   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Beefburgerverletzung

Von Reto U. Schneider

DASS DIE GEFÄHRLICHKEIT des Champagneröffnens immer noch unterschätzt wird, beschert den Augenärzten auch an diesem Jahreswechsel Arbeit. Wenigstens ist die «Champagnerkorkenverletzung am Auge» (Lancet, Vol. 2, S. 487-489) in der medizinischen Literatur bestens dokumentiert, in einem Fall mit einer anderen verkannten Gesundheitsgefahr: «Augenverletzung, verursacht von einer Kaffeemaschine und einem Champagnerkorken» (Orvosi hetilap, Vol. 110, S. 2095-2096). Zusammen mit der «Beefburgerverletzung: eine retrospektive Untersuchung» (British Medical Journal, Vol. 315, S. 580) bilden Champagnerkorken und Kaffeemaschine das Bermudadreieck der Küchengefahren.

Die «Beefburgerverletzung» ist eine Unfallart neueren Datums, die alle möglichen Missgeschicke beim Trennen von gefrorenen Hackfleischplätzchen mit einem Küchenmesser bezeichnet. Zwar werden auch gefrorene Koteletts, Würste und Kuchen in ähnliche Unfälle verwickelt, doch der Beefburger ist der häufigste Verursacher. Gegen die 27 Fälle, die innerhalb eines halben Jahres in vier englischen Spitälern auftauchten, kommen nicht einmal «Die Gefahren eines Fonduetopfs» (New England Journal of Medicine, Vol. 285, S. 1381) an, die nur in drei Fällen zu einer Explosion führten.




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