MANCHER PFEIFENRAUCHER musste zu seinem Glück gezwungen werden. Sei es, dass er der Zigarette zu entsagen hatte, sei es, dass die Gattin trotz geduldiger Aufklärung nicht davon ablassen mochte, noch die beste handgerollte Havanna als «stinkenden Stumpen» zu schmähen: Mann und Pfeife sind nicht immer freiwillig zur Schicksalsgemeinschaft geworden.
Nun sitzt man da mit einer straight grain in der Hand, erfreut sich der besänftigenden Wirkung, die der Rauch von Tabaken bester Provenienzen auf Gemüt und Gemahlin hat - und vermisst etwas. Den göttlichsten aller Genüsse, den «stinkenden Stumpen».
Dem kann abgeholfen werden. Fribourg & Treyer, eine Firma, die seit 1720 etabliert ist und am Londoner Haymarket ihr Domizil hat, führt eine englische Mischung im Sortiment, der als Besonderheit neben den üblichen Virginia-, Latakia- und Periquetabaken auch Havanna beigemischt ist. Die «Wingate Mixture» hat ihren Namen vermutlich vom Brauch, sie bei Pferderennen jeweils am Siegergatter zu rauchen. Sie ist nicht gerade das, was man in der Lebensmittelbranche als light bezeichnet. Doch wer etwas Rechtes vorhat, beispielsweise einen Weltkrieg zu gewinnen, fühlt sich damit wie der Löwe Churchill mit seinen Double Coronas - kräftig genug, um nicht nur zu brüllen.
Die Firma weiss sich der Tradition verpflichtet und hat, allen politischen Moden zum Trotz, noch immer eine Mischung namens «Negrohead» im Angebot.
Irgendwann müssen ihr die Etiketten einer ihrer Sorten ausgegangen sein, oder sie hat von denen einer anderen zuviel produziert, denn hie und da bekommt man eine Dose, auf der die Inhaltsangabe mit einem Klebestreifen korrigiert ist: very british auch dies, indeed.