Fritz Lüscher, Sie sind Aktuar und Gründungsmitglied des Vereins «Freunde alter Landmaschinen Schweiz». Worum geht es bei Ihnen?
Unser Verband vereinigt seit 1990 Personen, die sich mit der Erhaltung, der Restaurierung und dem Betrieb alter Landmaschinen, vor allem Traktoren, befassen. Die ältesten Maschinen im Verein stammen aus der Zeit der Jahrhundertwende.
Wie viele Mitglieder zählt Ihr Verein?
Wir haben 3980 Mitglieder, davon sind eine stattliche Anzahl Frauen und Ausländer.
Sind alle 3980 Landwirte?
Ich glaube, höchstens ein Drittel sind Landwirte, die anderen sind Leute, die seit ihrer Kindheit von Traktoren und Landmaschinen fasziniert sind. Ich zum Beispiel bin Mechaniker im Kinderspital, Traktoren sind mein Hobby.
Was begeistert Sie so an den alten Landmaschinen?
Ich bin jetzt 57 Jahre alt und habe fast die ganze Mechanisierung der Landwirtschaft miterleben dürfen. Vom ersten Traktor im Dorf bis zu den neusten Schleppern, die heute nur noch High-tech sind. Das Faszinierende war für mich immer: die Maschine. Noch heute erkenne ich jede Marke am Geräusch.
Was ist Ihr Lieblingstraktor?
Der Fordson Major Modell EN 27.
Was zeichnet ihn aus?
Er war nach dem Krieg ein sehr verbreiteter Traktor aus England. Mein Vater hat ihn, einen Tag bevor ich auf die Welt gekommen bin, gekauft. Eine Riesenmaschine war das. Wir haben mit diesem Traktor gebauert bis 1988.
Was passierte dann?
Mein Bruder sagte eines Tages: Der Fordson geht jetzt zum Alteisen. Da hab ich den Traktor zerlegt und restauriert.
Lieben Sie Ihren Fordson mehr als Ihre Frau?
Hm … was soll ich jetzt sagen? Es ist eine andere Liebe. Also, ich möchte, dass weder dem Traktor noch meiner Frau etwas passiert. Meine Frau ist übrigens im Sektionsvorstand. Ich konnte sie für Landmaschinen begeistern und werde dafür natürlich im Verein beneidet.
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