HIN UND WIEDER begibt sich die Wissenschaft in die Niederungen des Alltags und fördert Überraschendes zutage. In der Studie «Einfluss von nasser Unterwäsche auf die Thermoregulation und den Wärmekomfort in der Kälte» (Ergonomics, Vol. 37, S. 1375-1389) machen die Forscher folgende feinsinnige Beobachtung: «Die Tests zeigten den signifikanten Abkühlungseffekt von nasser Unterwäsche.» Auch in der Psychologie gibt es noch einige Selbstverständlichkeiten, denen es am soliden wissenschaftlichen Fundament mangelt. Die Arbeit «Wutausdruck und Blutdruck: ein Vergleich zwischen Zustands- und Ausdrucksgrössen» (Psychosomatic Medicine, Vol. 61, S. 454-463) belegt zum Beispiel, dass Leute bei gleich grosser Wut eher Familienmitglieder anschreien als ihren Chef. Und dank der Wissenschaft wissen wir jetzt auch endlich, warum der Südpolforscher Robert Falcon Scott auf seinem Fussmarsch in der Antarktis im März 1912 ums Leben gekommen ist. Die Studie «Über die Rolle des Wetters beim Tod von R. F. Scott und seinen Begleitern» (Proceedings of the National Academy of Science, Vol. 96, S. 13012-13016) kommt nach fünf Seiten mit allerlei Diagrammen und Karten zum Schluss, dass es die Kälte war.