NZZ Folio 02/04 - Thema: WWW   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Hommage an das WC-Papier

Von Reto U. Schneider

TOILETTENPAPIER ist nicht unbedingt der Stoff, aus dem wissenschaftliche Karrieren gemacht werden. Der Autor einer «Hommage an das Toilettenpapier» (Reviews of infectious diseases, Vol. 10, S. 218–222) beklagt denn auch den «Mangel an Information über dieses Thema», vor allem was die Rolle des WC-Papiers als Barriere für die Übertragung von Krankheitserregern auf dem «fäkal-manual-oralen Weg» betreffe.

Diese Barriere fehlte zum Beispiel in einigen englischen Schulen, wie die Studie «Krise in unseren Schulen: eine Begutachtung von sanitären Einrichtungen in Schulen des Gesundheitsdistrikts Bloomsbury» (British Medical Journal, Vol. 301, S. 1085–1087) zeigte: In 10 von 37 Schulen gab es kein Toilettenpapier (in zweien davon hatte das freilich keine Auswirkungen: Die Toiletten waren ohnehin fast den ganzen Tag zugeschlossen).

Das hatte zwar nicht nur Nachteile – die Schüler entgingen der ständigen Gefahr einer «Toilettenpapierdermatitis» (JAMA, Vol. 209, S. 269) –, aber die jungen Leute bekamen auch keine Gelegenheit, selbstverantwortlich so kreative Anwendungen für WC-Papier zu finden wie die 16-Jährige in der Arbeit «Ein bizarrer Bezoar: Fallstudie und Literatur-Review» (Pediatric sur gery international, Vol. 14, S. 218/219). Sie schluckte grosse Mengen von WC-Papier, um abzunehmen.




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