NZZ Folio 03/04 - Thema: Gesundheit   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Schamhaarspalterei

Von Reto U. Schneider
DIE AUTOREN der Untersuchung «Frequenz der Übertragung von Schamhaaren während des Geschlechtsverkehrs» (Journal of Forensic Sciences, Vol. 43, S. 505–508) wollten über die Motive ihrer Versuchspersonen keine Zweifel aufkommen lassen: «Der einzige Ansporn für die Teilnahme war die uneigennützige Förderung der Forschung.»

Sechs Paare – Angestellte des Labors und ihre Partner – wurden gebeten, mehrmals nach dem Geschlechtsverkehr Haarproben zu nehmen, und zwar nach dem «Standard-Schamhaar-Kämm-Protokoll». Dabei legten die Versuchspersonen ein Papiertuch unter den Hintern ihrer Partner, kämmten die Schamgegend gründlich durch, so dass lose Haare auf das Tuch fielen, und steckten es samt Kamm in einen Umschlag.

In 110 Haarproben fanden die Wissenschafter 344 Schamhaare, 20 Körperhaare, 7 Kopfhaare und 1 Tierhaar. Mindestens ein fremdes Schamhaar fand sich in 19 Proben, was einer Transferfrequenz von 17,3 Prozent entspricht, wobei die Haare deutlich häufiger von der Frau zum Mann wanderten (23,6 Prozent) als vom Mann zur Frau (10,9 Prozent). Nur in einem Fall kam es zu einem Kreuztransfer, bei dem während eines einzigen Geschlechtsakts gleichzeitig Haare des Mannes zur Frau gelangten und umgekehrt.



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