NZZ Folio 08/00 - Thema: Las Vegas   Inhaltsverzeichnis

Abenteuer Freizeit -- Fit zu sein bedarf es wenig

Von Peter Haffner

WO MAN FITNESS STUDIERT, hängt vom Wohn- und Arbeitsort ab. Schwieriger ist die Frage, welche Fächer man belegen soll, sieht man sich im Studio doch einem verwirrlichen Angebot von Maschinen und Kursen gegenüber, worin man sich nur schwer zurechtfindet.

Was das Krafttraining anbelangt, reichen für eine solide Grundausbildung Bank und Backextension, Latzug, Rückenisolator, Brust- und Schulterpresse sowie Beinstrecker, Bicepsmaschine und Tricepsturm. Damit lassen sich ansehnliche Resultate erzielen. Aufwärmen ist Bedingung - ob an der Rudermaschine, auf dem Laufband oder am Stepper ist Geschmackssache. Mit welchen Kursen aber soll man das Apparatetraining sinnvollerweise ergänzen? Es gibt, grob gesagt, drei Disziplinen: Herz-Kreislauf, Muskelkraft und Wellness bzw. Health.

Wer Herz und Kreislauf trimmen möchte, ist mit einem Kurs wie «Two in one», einer Kombination aus Aerobic und Step, gut bedient. «Power pure» ist athletischer und arbeitet mit einfacheren Choreographien, «Funk for fun» baut Hip-Hop- und Streetdance-Elemente ein und «Boxercise» solche aus dem Boxsport. Auch Sitzen beim Schwitzen ist in: Während «Spinrace in space» auf Tempo zielt, geht's in «Spinrace attack» hüst und hott - beides stationäre Biketouren, die Spass machen.

Zum Training der Muskelkraft eignen sich Programme wie «Bodyshape» oder «Muscle attack». Letzteres, der Trend aus Neuseeland, ist eine Herausforderung an jeden Fitness-Freak - nicht umsonst lautet hier die Parole: «Go hard or go home!» Also nichts für Anfänger, die mit «Complete Body Workout», «Bodyshape», «Bodytoning» oder «Abs & Back» sich die Basis schaffen, um vielleicht einmal bei einem «Power Body Workout» mitfitten zu können.

Doch seien wir ehrlich: Am schönsten ist das Wellness- und Health-Training. «Power Yoga», das auf dem klassischen Ashtanga Vinyasa Yoga basiert, kombiniert dynamische Bewegungsabfolgen mit statischen Positionen, den sogenannten Asanas. Kraft und Flexibilität sowie ein Gespür für die eigene Symmetrie und Mitte sind der Lohn dieser höheren Form von Trägheit, bei der, wie es heisst, «der fliessende, progressive Aufbau und die Atemachtsamkeit den Übenden in einen meditativen Zustand psychisch-mentaler Ruhe und Harmonie versetzen».

Was wir, lang ist's her, mit einem Bier und einer Zigarette einst picobello geschafft haben!


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