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NZZ Folio 02/04 - Thema: WWW   Inhaltsverzeichnis

Vereinsleben -- VY73

Von Andreas Dietrich
Fred Tinner, Sie sind HB9AAQ und Präsident der Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure (Uska). Wie viele Mitglieder hat Ihr Verein?

In der Schweiz gibt es etwa 4800 konzessionierte Funkamateure, rund 4000 davon sind bei uns Mitglied.

Was sind das für Leute?

Alle Berufsgattungen erfreuen sich dieses Hobbys, Physiker, Ingenieure, Elektrotechniker, aber auch Bauern, Schreiner und Hausfrauen sind dabei.

Ist das Funken im Zeitalter von E-Mail, Internet und Handy nicht aus der Mode gekommen?

Nein, gar nicht. Man kann das nicht vergleichen. Wir können uns nicht einfach am Computer einwählen und haben eine sichere Verbindung. Es braucht sehr viele Kenntnisse, um eine Funkstation zu betreiben, und das fasziniert uns. Ich persönlich finde es äusserst reizvoll, dass ich mit nur fünf Watt – der Leistung einer Taschenlampenbirne – eine Funkverbindung um die halbe Welt in die Antarktis herstellen kann. Dies setzt gute Kenntnisse der Ausbreitungsbedingungen voraus.

Und wenn die Verbindung steht, worüber spricht man?

Man stellt sich vor, spricht über sich, die Funkstation, die Antenne, die Bedingungen oder mit einem aus Sri Lanka auch einmal über die Tee-Ernte. Politik ist tabu, und man macht auch keine Geschäfte.

Wie unterhalten Sie sich?

In einer mir geläufigen Sprache oder natürlich mit Telegrafie. Diese ist immer noch in, weil sie nach einem einheitlichen Code funktioniert. VY73 zum Beispiel heisst in allen Sprachen «viele herzliche Grüsse».

Wer war Ihr interessantester Gesprächspartner?

Da gibt es viele, denn ich stellte schon zu 326 Ländern und Inseln Kontakt her. Als er noch lebte, hatte ich mehrmals Verbindung mit JY1 – das war König Hussein von Jordanien.

Ende Februar findet die Uska-Delegiertenversammlung statt – per Funk?

Nein, wir treffen uns in Olten und freuen uns, einander wieder einmal zu sehen.

www.uska.ch



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