NZZ Folio 09/08 - Thema: Traumreisen   Inhaltsverzeichnis

Lust auf Weltall? So kommen Sie hin

Der Flug mit Virgin Galactic kostet 200 000 Dollar – und dauert nur 3 Stunden.

Von Lukas Egli

Im September 2009 sollen von der kalifornischen Mojawe-Wüste aus die ersten Weltraumtouristen in den Orbit fliegen. Einst Astro- und Kosmonauten vorbehalten, ist der Flug ins Weltall heute eine Frage des Geldes: 200 000 Dollar kostet die galaktische Reise. Im Weltraumarrangement inbegriffen sind ein mehrtägiges Belastungstraining sowie ein Flug mit dem Trägerflugzeug «Eve» auf eine Höhe von 106 Kilometern, wo nach Definition der Nasa das All beginnt. Der Aufstieg auf 15 Kilometer dauert acht Minuten. Der Aufstieg von 15 Kilometern auf 106 Kilometer Höhe erfolgt dann in unglaublichen 90 Sekunden. Er setzt den Körper einer Belastung von Mach 3 aus.

Knapp sieben Minuten werden die Weltraumtouristen dann ausserhalb der Erdatmosphäre verbringen, vier Minuten davon unangeschnallt in der Schwere­losigkeit, bevor es schon wieder abwärts geht. Nach drei Stunden ist der Spass bereits vorbei.

Rund 350 Menschen werden nach den Plänen des britischen Milliardärs Richard Branson schon im ersten Betriebsjahr ihren Traum von der Reise ins All erfüllt bekommen, jede Woche ein Flug mit sechs Personen. Wer im ersten Jahr mitfliegt, gehört noch zu den ersten 1000 Menschen im All; bisher waren rund 500 Menschen im Orbit. Auf der Warteliste stehen Prominente wie der US-Astrophysiker Stephen Hawking und der französische Designer Philippe Starck. Auch die Millionenerbin Paris Hilton soll sich für einen Flug beworben haben. Dem Vernehmen nach bot sie gegen einen Freiflug ihre Werbedienste an – ohne Erfolg.

Laut Guido Graf, dem Schweizer Konzessionär von Virgin Galactic, seien 2000 Bewerber schon auf ihre Flugtauglichkeit getestet worden, unter ihnen auch einige Schweizer – fast alle erfolgreich. Schwere körperliche Behinderungen, wie sie Stephen Hawking hat, und auch Silikonimplantate sind gemäss Guido Graf kein Hinderungsgrund. Nur bei schweren Kreislaufproblemen wird von einem Flug abgeraten.

Lukas Egli ist NZZ-Folio-Redaktor.

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