DER DA, der sich jetzt hinsetzt, um gleich darauf wegzutreten, das bin ich. So ist das eben. Wir sind im Flugzeug. Hier muss man absolut nichts tun, und hier soll man auch nichts tun, besonders um sechs Uhr früh. Sie werden sehen, man kommt trotzdem hoch hinaus.
Zwar ist kein Passagier um diese Zeit bei Trost, und das macht uns alle schwer verstaulich. Aber wenn wir endlich sitzen, ist der Himmel los. Es wird still und stiller, während das Flugzeug auf 10 000 Meter steigt, die ideale Höhe für Schlaftrunkene. Da oben, zwischen Weltall und Erde, zeigen wir manchmal ein Kunststück, alle zusammen, wie von einer Geisterstimme gelenkt. Die Köpfe, sie werden schwer. Die Arme sinken tief. Die Koffer ruhen. Die Zeitungen schweigen. Das Flugzeug träumt. Die Stewardessen lieben uns. Wir sind völlig beschwerdefrei. Von ferne singen die Engel, oder sind es die Düsen?
Von oben herab schwebt die Morgengabe, das Tablett mit dem Kaffee. Mit ihm kommt das Gemurmel in die fliegende Kathedrale, leise zunächst, wie von Mönchen auf einer Pilgerreise. Kurz danach schnappen die Kofferdeckel, und die Zeitungsseiten rascheln. Jetzt erst wird aus Transzendenz gewöhnlicher Transport. Es gibt wieder Zwecke und Ziele. Den ersten, der lärmt, treffen noch böse Blicke. Da er nicht tot umfällt, muss die Landung kurz bevorstehen.