MANCHMAL muss man allein sein. Zum Beispiel, wenn man einen Saucisson vertilgt. Drei Rädchen für dich, fünf Rädchen für mich, Sauerkraut, Kartoffeln, Senf, ein herber Weisser: Das ist ganz nett, aber nicht das Wahre. Das Hardcore-Saucisson-Erlebnis duldet keinen Gefährten, keine Beilage, kein Getränk. Man legt einen mindestens 400 Gramm schweren Saucisson Payernois in einen Topf voll Wasser und lässt ihn nicht, wie überall zu lesen ist, sanft simmern, sondern kocht ihn eine Stunde lang volles Rohr durch. Bei Halbzeit sticht man mit einem Zirkel oder Brieföffner wild auf das Ungetüm ein (wie Captain Ahab auf den Wal), so dass die bräunliche Fettbrühe unter Wasser in alle Richtungen schiesst und böse aufbrodelt. Während der letzten fünf Minuten wirft man noch eine Stange gescheibelten Lauch in den Sud, der dann abgeschüttet wird, so dass er auf Wochen den Ausguss versaut. Nun kann das Fest beginnen. Man lädt den schrumpligen Riesen, an dem der Lauch hängt wie der Tang am Wal, auf einen Teller und säbelt. Beim ersten Bissen stellt sich ein Glücksgefühl ein, das mit nichts zu vergleichen ist. Die ganze Mundhöhle ist ein blinkender Flipperkasten. Dieser Flash sinkt im Laufe des Mahles sachte ab. Beim letzten Bissen wird einem schlecht. Cola light hilft.