VOR EINIGEN JAHREN sah sich die Universität von Kalifornien mit dem Vorwurf konfrontiert, sie diskriminiere bei der Zulassung zum Studium die Frauen. Die als Beweis angeführte Statistik schien überzeugend. Die Sache hatte allerdings einen subtilen Haken, der hier der Einfachheit halber an einem fiktiven Beispiel gezeigt werden soll.
Für einen schwierigen Kurs in Chemie bewarben sich 20 Männer und 40 Frauen. Akzeptiert wurde bei beiden Geschlechtern jeweils nur ein Viertel, also 5 Männer und 10 Frauen. Für einen Kurs in Medienkunde war die Hürde wesentlich niedriger: Von 60 Männern und 20 Frauen fand je die Hälfte Aufnahme - 30 Männer und 10 Frauen. In jedem der beiden Kurse nahm also ein je gleicher Prozentsatz männlicher und weiblicher Studierender die Zulassungshürde. Erstellt man nun aber eine Gesamtstatistik, sind von insgesamt 80 Männern und 60 Frauen schliesslich 35 Männer und 20 Frauen aufgenommen worden. Die Zulassungsquote beträgt jetzt für die Männer 35 von 80, also 44 Prozent, und für die Frauen lediglich 33 Prozent.
Macht man die Statistik auf diese Weise, werden die Frauen scheinbar diskriminiert - obwohl in jedem der Einzelfächer nicht diskriminiert worden war. Der statistische Hund liegt dort begraben, wo die Zulassungsquote stark vom einzelnen Fach abhing. Lässt man diese Variablen weg, gibt es ein verfälschtes Gesamtbild. Ähnlich irreführend war jene Statistik, mit der eine deutsche Handelszeitung nachweisen wollte, dass Bummelstudenten später im Beruf besser verdienen als Studenten mit zügigem Studienabschluss. In einer Befragung gaben Firmen für Berufsanfänger durchschnittlich höhere Anfangsgehälter an, wenn die Studiendauer länger war. Auch hier lag die Crux in der versteckten Variablen des Studienfaches. Die höheren Gehälter betrafen nämlich vorwiegend Chemiker mit naturgemäss langem Studium, während die finanziellen Leichtgewichte vor allem Betriebswirte waren. Eine Nachkontrolle unter Berücksichtigung des Faches ergab dann das ganz andere Bild, dass die schnelleren Studenten später meist auch die anspruchsvolleren und besser bezahlten Jobs bekamen.