NZZ Folio 11/06 - Thema: Shopping   Inhaltsverzeichnis

Vereinsleben -- Pilotprojekt

Von Mikael Krogerus
Christian Leduc, Philipp Mazenauer, Sie leiten den Verein Swiss Virtual Air Lines – Ihre Website sieht haargenau so aus wie die der Swiss. Was haben Sie vor?

Wir sind ein Verein für begeisterte Flugsimulatorpiloten, die die Routen der Swiss originalgetreu auf dem Computer nachfliegen.

Wie funktioniert das?

Virtuelles Fliegen am Computer läuft genau so ab wie echtes Fliegen im Cockpit. Das weltumspannende Netzwerk VATSIM bildet mit Hilfe ehrenamtlicher Fluglotsen alle Luftstrassen in Echtzeit nach. Von unserer Website aus loggen sich die virtuellen Piloten ein und starten zu ihren Flügen.

Wie wird man virtueller Pilot?

Das setzt eine Ausbildung voraus. Das Beherrschen der englische Fachsprache («Voice») ist zum Beispiel Bedingung. Die virtuellen Swiss-Piloten werden von uns geprüft und zertifiziert, und jeder Pilot bekommt eine Erkennungsnummer. Von den vielen angemeldeten Pilotenanwärtern schaffen aber nur wenige die Hürde zum virtuellen Piloten.

Sind auch echte Piloten Mitglied?

Ja, etwa ein Viertel unserer 420 Mitglieder sind echte Piloten. Es sind sogar Swiss-Piloten dabei.

Swiss-Piloten spielen in ihrer Freizeit auf dem Computer Flugsimulation?! Das wäre ja so, als wenn ich privat Vereinspräsidenten interviewen würde.

Ja! Auch Fluglotsen von Skyguide wickeln in ihrer Freizeit den virtuellen Flugverkehr ab.

Wie kam es zur Vereinsgründung?

Eine Gruppe junger Swiss-Fans (Durchschnittsalter damals 19) hatte sich im Internet kennengelernt. Später trafen wir uns am Flughafen Zürich und gründeten den Verein. Schon bald wurde die Chefetage der Swiss auf uns aufmerksam. Unser Verein arbeitet inzwischen eng mit der Fluggesellschaft Swiss zusammen.

Gab es schon mal einen terroristischen Anschlag?

Nein, denn ein EDV-Anschlag auf unser Netzwerk würde nur wenige treffen. Das ist nicht im Sinne der Terroristen.

www.swiss-va.com

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