Im holländischen Gouda war es Sitte, dass ein Jüngling auf Freiersfüssen, trat er in der Erwählten Haus, sie um Feuer für seine Pfeife bat. Wurde er beim zweitenmal nicht abgewiesen, konnte er sich Hoffnungen machen, und nahm ihm die Schöne beim drittenmal die Pfeife aus der Hand und zog selbst daran, galt die Verlobung als geschlossen. Der Brauch der «Bräutigamspfeife» hat sich nicht erhalten, wohl aber die älteste noch immer produzierende Pfeifenfabrik der Welt: Zenith, 1749 etabliert und bis vor wenigen Jahren im Besitz der Gründerfamilie, prägt mit ihren Tonpfeifen den Ruf des Städtchens so gut wie der Käse. Pfeifen aus Ton, schon in der Neuen Welt bekannt, sind die ersten europäischen Pfeifen überhaupt, und die Schöpfungen der holländischen «Pfeifenbäcker» haben noch heute, da Rauchgeräte aus Bruyèreholz sie verdrängt haben, ihren Platz. Die klassische langstielige «Churchwarden» ist preiswert, raucht sich kühl und eignet sich als Gästepfeife wie um neue Tabake auszuprobieren; dass man beim Schmöken - da sie sich nicht im Mund halten lässt - mangels freier Hand zum süssen Nichtstun verurteilt ist, gehört zu ihren Vorzügen wie der Umstand, dass man sich, hat man sie fallen gelassen, nicht zu bücken braucht.