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Vom Fach -- Neulich beim Marketingleiter
Von Mikael Krogerus
«Der Pre-Test war supergut!»
«Mann, mit diesen Proposed Anyways geht uns die Selbstähnlichkeit verloren. Wer hatte denn da den Lead?»
«Der neue Global-Brand-Manager.»
«Kann der was?»
«Ist einer dieser Neuen: LSE, dann Jobhopping bei PWC, BCG und so. Er meint, wir seien kreativ gut aufgestellt. Der will keinen Pitch, weil zu teuer.»
«Wird ja ein Freepitch. Neben unseren Jungs aus Deutschland lad ich noch zwei home-based Leadagenturen ein.»
«Und was, wenn unsere Hausagentur in London das mitkriegt?»
«Wir lassen NDAs signen und mixen den Output. Wir müssen wieder die Deutungshoheit über die Kreation haben.»
«Wie lange würde nach dem Entscheid das Implementieren dauern?»
«Q3, damit wir hintenraus noch etwas Luft haben.»
«Welche Channels?»
«Push and Pull – steht ja im Briefing.»
«Na, dann bin ich mal gespannt, ob unser Engländer das schluckt.»
Pre-Test: Test der Werbung, bevor sie lanciert wird. Proposed Anyway: marktforschungsfreundliche Werbeidee, die kein Risiko darstellt. Selbstähnlichkeit: Übereinstimmung von Marke und Produkt. LSE: London School of Economics. Jobhopping: häufiger Jobwechsel. PWC, BCG: PricewaterhouseCoopers, Boston Consulting Group (Unternehmensberatungen). (Free-)Pitch: (unbezahlte) Wettbewerbspräsentation. Leadagentur: führende Werbeagentur. NDA: non-disclosure Agreement, Vertraulichkeitserklärung. Q3: drittes Quartal. Channels: Kommunikationswege. Push and Pull: Marketingstrategien, Push: aktiv (Postwurfsendung), Pull: passiv (Plakatwerbung).
Mikael Krogerus ist NZZ-Folio-Redaktor.
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