NZZ Folio 11/91 - Thema: Kinder am Rand   Inhaltsverzeichnis

«Uns braucht keiner»

«Überflüssige» Kinder aus der ganzen Sowjetunion stranden in Moskau.

Von Regula Heusser-Markun

Der «überflüssige Mensch» ist ein fester Topos in der russischen Literatur. Gemeint sind Figuren, die wie Puschkins Onegin oder Gontscharows Oblomow emotional oder sozial nicht solide verankert sind; Einzelgänger, die auf Distanz zu einer Welt gehen, deren Wandel sie mit ihrem Lebensgefühl vorwegnehmen. Figuren auch, die die Gemeinschaft ausgestossen hat und die zu einsamen, wenngleich luziden Beobachtern werden. «Ja nikomu ne nuschen» (mich braucht niemand) gehört zu jenen Sätzen, die man im sowjetischen Alltag Teilen

Für 94 Franken pro Jahr gibt es NZZ Folio auch im Abonnement. Näheres hier.

Urheberrecht gilt auch im Internet: Verlinken erlaubt, Kopieren verboten.