NZZ Folio 03/00 - Thema: Mode   Inhaltsverzeichnis

Treibhaus der Trends

Central St. Martins College, die berühmteste Modeschule der Welt.

Von Hanspeter Künzler

Das wichtigste Wort im Alltag von Central St. Martins ist «Crit». Überall in den labyrinthartigen Korridoren, wo Studenten ein hastiges «Hello» austauschen, beisst einem Crit in die Ohren. Crits finden alle fünf bis sieben Wochen statt. So lang haben die Studenten Zeit, vom ersten Briefing, bei dem ihnen die Aufgabe für ihr nächstes Projekt erklärt wird, bis zum nervenaufreibenden Auftritt, wenn sie ihre Kleidungsstücke samt Schnittmustern, Illustrationen und Notizbüchern, aus denen der konzeptionelle Werdegang des Gewandes ersichtlich wird, den Mitstudenten und Dozenten präsentieren müssen. An der Crit sagen die Lehrer, was sie von den Arbeiten halten. Wer schlecht gearbeitet hat, muss die Sommerferien der Nachtarbeit opfern oder fliegt vom College.

Heute ist Crit-Tag. Wir befinden uns in einem geräumigen Studio mit Blick aufs Volksgetümmel unten in der Charing Cross Road. Ein Nähmaschinensurren, das an die schönen alten Propellerflugzeuge der Swissair erinnert, teilt mit, dass noch nicht alle fertig sind. Das Zischen der Bügelmaschine mischt sich mit dem Rascheln von Papier, Nylon- und sonstigen Stoffen.

Der Dozent Nick Ciccone, ein stämmiger Mann mit einem militärischen Einschlag, erklärt, worum es in dem Projekt ging: Die Studenten im zweiten Jahr von Menswear sollten eine Uniform für eine Berufsgattung ihrer Wahl konzipieren. Bei der Beurteilung geht es darum, ob das fertige Gewand erstens dem Job angemessen, zweitens bequem und sicher zu tragen und drittens pflegeleicht und langlebig ist. Und viertens, ob die Uniform ihre Aufgabe erfüllt, die jeweilige Berufsgattung eindeutig zu identifizieren, und ob sie fünftens sorgfältig ausgeführt ist. Weiter wird die ästhetische Wirkung beurteilt und ob die Schnittmuster korrekt gezeichnet sind. Die Studenten hatten fünf Wochen Zeit. Wie bei allen Projekten trafen sie sich regelmässig zu Einzelgesprächen mit ihren Tutoren, von denen sie praktischen und technischen Rat bekamen.

Als erster ist Patrik Söderstam dran, ein 26jähriger Schwede mit einem Haarschnitt, wie ihn einst der Gitarrist von Slade trug (kurze Stirnfransen, hinten lang). Patrik hat gute Nerven, er ist von allen Prüflingen der ruhigste. «Weil ich schon etwas älter bin und auch schon anderes gemacht habe, bin ich meiner Sache sicher», sagt er. «Ich weiss, dass ich Kleider machen will, es ist für mich keine Phase. Menswear - statt Womenswear - habe ich gewählt, weil ich hier mehr Chancen zur Entfaltung sehe. In Womenswear muss man unterdessen irrwitzige Sachen machen, um aufzufallen. Menswear ist realistischer. Das gefällt mir.» Patrik hat eine Uniform mit vielen Taschen für einen Freund entworfen, der multimediale Kunst produziert und sich nicht umziehen müssen will, bevor er in den Abendausgang geht. Ciccone spricht ein zackiges Lob aus: «Da sieht man, dass einer versteht, was er macht.»

Als nächstes ist eine winzige Thailänderin an der Reihe, mit Fingern so zierlich, dass man glaubt, sie könne damit Spinnennetze stricken. Der von ihr nach vorn geschobene Mitstudent, der als Mannequin aushilft, trägt einen metallisch schimmernden Overall mit vielen Taschen mit Velcro-Verschlüssen. «Das ist die Uniform für einen Massenmörder», erklärt die Frau mit kaum hörbarer Stimme, «die Taschen sind für die Messer, die jederzeit griffbereit sein müssen.» Ciccone nickt anerkennend und prüft die Qualität des Materials.

Gemessen am Ruf, der den Crits vorauseilt, ist es erstaunlich, wie gnädig sie heute ausfällt. Es ist fast nur Lob zu hören. Vielleicht haben wir einen besonders freundlichen Tag erwischt. Das meint jedenfalls Patrik Söderstam: «Man muss damit klarkommen, dass die Lehrer an einem Tag ganz nett und am nächsten Tag fürchterlich garstig sein können. Du musst lernen, mit Leuten umzugehen, die deine Sachen nicht mögen.»

Der «supercoole» Ruf, den das Central St. Martins College of Art and Design geniesst, geht auf die Swinging Sixties zurück, als Grossbritannien entdeckte, dass zu den Beatles und zum Beat-Boom noch vieles andere - Kleider! Plattencovers! Posters! - gehörte als nur gerade die Musik. Damals war der Ruf des Colleges aber noch mindestens so stark mit seiner Lage verbunden wie mit seiner Qualität. In Sichtweite des Gebäudes, in dem die Modeabteilung ist, befindet sich nämlich die legendäre Denmark Street, wo zum Beispiel die Beatles ihre Gitarren kauften. Zur Carnaby Street hat man zu Fuss zehn Minuten, und dazwischen liegt das sausende und brausende Bohème-Quartier Soho.

Ja, wer hier studiert, kann mit Fug behaupten, am Nabel der Popkultur zu sein. «Es gibt Studenten», sagt Willie Walters, die Leiterin der Modeabteilung, «die vom Glamour der Stadt verschlungen werden. Plötzlich können sie machen, was sie wollen, und wir sehen sie nie wieder.» Ungeachtet solcher Ablenkungen ist es der Modeabteilung von Central St. Martins gelungen, in den letzten dreissig Jahren zur berühmtesten Modeschule der Welt zu werden. Die Liste der Kursabsolventen liest sich wie ein Who's Who der zeitgenössischen Modeschöpfer: Bruce Oldfield, Katharine Hamnett, Rifat Ozbek, John Galliano, Hussein Chalayan, Alexander McQueen, Tristan Webber und Stella McCartney sind die Glanzlichter. Sie nützen dem College nicht nur, weil sie seinen guten Ruf fördern; viele Ex-Studenten kehren als Gastdozenten an die Schule zurück.

Auch Willie Walters hatte hier studiert, ehe sie siebzehn Jahre lang einen Shop in Camden Town und ein Label namens «Swanky Modes» führte. «Ich hatte eine kleine Tochter und wollte auch sonst in London bleiben. Das war zu jener Zeit für eine Modedesignerin schwierig, es gab wenig Arbeit.» Die Punks brachten die Rettung. Willie fing an, Kleider aus Plastic zu fertigen, und machte sich damit rasch einen Namen. Die Rezession der späten achtziger Jahre nahm ihr dann den Mumm, und «es war ohnehin Zeit für etwas Neues». Eigentlich wollte sie Fotografie studieren, aber dann kam die Einladung, Lehrerin am St. Martins College zu werden. Ihr pralles Adressbuch voll mit Telefonnummern von dankbaren Ex-Studenten zeigt, dass sie sich richtig entschieden hat.

Auf einmal steht einer dieser Ex-Studenten, Marjan Pejowski aus Mazedonien, unter der Bürotür. Er arbeitet an seiner ersten Kollektion. Finanziell pfeift er aus dem letzten Loch, sein Brot verdient er als Verkäufer in einer Boutique. Nun hofft er, am College Studenten zu finden, die bei ihm ein Praktikum machen wollen und ihm gratis seine Gewänder zusammennähen. «Ein herrlich theatralischer Designer», schwärmt Willie, als Marjan gegangen ist, «einmal machte er ein Kleid, das aus einer grossen durchsichtigen Kugel bestand, mit einem Mädchen in der Mitte, und in der Kugel hatte es Wasser, und darin schwammen richtige Fische!»

Eine weitere Crit. Diesmal bei den Erstklässlern im Womenswear-Kurs. «Farbe» ist das Thema. Die Studenten wurden ins British Museum geschickt, wo sie sich von den Ausstellungsstücken aus untergegangenen Kulturen inspirieren lassen sollten. Herausgekommen ist eine beeindruckende Fülle und Vielfalt von Ideen und Kleidern. Einige Arbeiten wirken professionell, andere fast stümperhaft. Aber es zeigt sich, dass Patschigkeit besser wegkommen kann als Professionalität, wenn nur das Konzept dahinter kühn und überzeugend wirkt. So wird eine filigrane Jugendstilarbeit brutal als «zu sehr jolie Madame» abgekanzelt, während ein schäbiges Häufchen von Skizzen enthusiastische Kommentare wie «Oh, yes! Fab!» und «Inspired!» provoziert.

Ein Schotte mit rosa Haarsträhnen hat eine regelrechte Installation aus Draht, Glühbirnen, Vorhängen und Lilien aufgebaut. Er hat ein ganzes Notizbuch vollgeschrieben. «Alistair hat eine schwierige Zeit hinter sich», flüstert Willie. In der Tat geht es in den Schriften auf rührend ungelenke Art um sein Coming-out als Schwuler. Alistair erntet viel Lob. Mitten hinein platzt ein zerzauster Japaner, der eine Entschuldigung stammelt und seine Sachen auf den Tisch schmeisst. «Zu spät!» zischt Willie. «So was ist inakzeptabel. Verzieh dich und schau, ob später jemand Zeit hat für dich.»

Juha Marttila (22) ist ein selbstbewusster Finne. Im British Museum habe es nichts gegeben, was ihm besonderen Eindruck gemacht hätte, sagt er. Was Juhas kreative Säfte anregte, waren hingegen seine Bus- und U-Bahn-Fahrten kreuz und quer durch London. Mehrere Tage verbrachte er im Bus damit, die Aussicht vom oberen Stock aus zu fotografieren, und zwar mit ultralangen Belichtungszeiten. Dadurch wurde jedes Licht und jeder Farbtupfer zu einem langen Faden verzerrt, die Fotos zeigen ein abstraktes Farbgewirr. Das Muster hat Juha nun ins Kleidermachen übersetzt. Seine Crit fällt ebenfalls gut aus, aber Juha hat mehr erwartet.

Ein paar kritische Worte zu seinen Illustrationen haben seinen Stolz verletzt. «Das wäre doch kein Problem für mich gewesen, brave, konventionelle Illustrationen zu machen!» wettert er. «Aber mein Konzept bestand ja genau darin, etwas anderes auszuprobieren!» Juha liebt aussergewöhnliche Formen, das sieht man, auch wenn er simple Bluejeans und einen dicken beigen Wollpullover trägt. Dessen linken unteren Rand hat er mit einer grossen Sicherheitsnadel unter die rechte Schulter hochgeheftet. Überhaupt ist Juha leicht frustriert, besonders, nachdem es ihm im Foundation-Jahr so gut gefallen hatte. Dieses Foundation-Jahr müssen alle Studenten von Central St. Martins besuchen, ehe sie mit den Spezialkursen - also auch mit Mode - anfangen. «Es war so befreiend. Design, Skulptur, Malerei - wir konnten machen, was wir wollten, solange es irgendwie zu rechtfertigen war. Einmal machte ich ein Kleid aus Beton - eine Reaktion auf den Krieg in Kosovo.»

Jetzt, im ersten Jahr des eigentlichen Studiums, fühlt Juha sich nicht mehr so frei: «Immer wieder heisst es, ich solle mir aus dem Kopf schlagen, dass Mode Kunst sei.» Er meint, das Problem bestehe darin, dass das College ganz im Banne der «hübschen» Sachen von John Galliano stehe. Er aber will keine «hübschen» Kleider machen. Dennoch bereut er es nicht, hier zu sein. «In einem italienischen College gäbe es nur Italiener - hier findet man alle Nationen, das ist als Einfluss unvergleichlich.» Sein Tagesablauf? Schon jetzt hat er «totalen Stress» wegen des nächsten Projekts - hundert Hemdendesigns muss er dafür über Weihnachten anfertigen. Daneben arbeitet er drei Tage gratis für eine deutsche Designerin. Sonst ist er um zehn Uhr im College und arbeitet bis um acht Uhr am jeweiligen Projekt. Nachher gibt es womöglich einen Illustrationskurs bis neun Uhr. Daheim arbeitet er bis Mitternacht weiter - vor Crits wird es gern auch mal drei Uhr früh.

Nao Yagi kommt aus Japan. Sie ist im dritten Jahr Womenswear und hat in ihrer Crit von Mitstudenten wie Lehrern tosenden Applaus geerntet für das spektakulär subtile Kleid, das sie fürs Tailoring-Projekt präsentiert hat. Sie ist noch ganz benommen. «Gestern abend habe ich nur noch geheult!» sagt sie, und fast kommen ihr wieder die Tränen. «Vor drei Uhr morgens war ich letzte Woche nie im Bett. Je mehr mir eine Idee am Herzen liegt, desto wichtiger ist es mir, was die anderen davon halten. Heute morgen fand ich das Kleid so hoffnungslos, dass ich zuerst gar nicht kommen wollte.»

Nao erlebte in Central St. Martins zum erstenmal, was es heisst, der Phantasie freien Lauf zu lassen: «Am College in Japan gab es nur Technik. Eigene Ideen waren nicht gefragt. Hier ist man frei. Dafür ist St. Martins berühmt in Japan.» Wie geht Nao mit dem Druck um, der aus dem ständigen Wetteifern der Studenten entsteht? «Wenn ich gut Englisch könnte und jedes Wort verstehen würde, wäre der Druck viel grösser.»

Willie Walters erklärt die magnetische Wirkung, die Central St. Martins auf Modefans ausübt, so: «Bei den meisten Modeschulen in Europa, in Japan und in den USA steht das Handwerk im Mittelpunkt. Wir aber gehen die Sache von der Warte einer Kunstschule aus an. Und seit unsere Ex-Studenten phantastische Jobs in Paris erhalten, ist unser Ruf weltweit gefestigt.» Ungefähr 150 Studienplätze stehen jedes Jahr zur Verfügung, dafür gehen 900 Bewerbungen ein.

Wer in die engere Auswahl kommt, muss sich persönlich präsentieren. Dabei ist es gar nicht so wichtig, ob man schon nähen kann. Das Lernen von Nähen und Schnittmusterzeichnen ist auf zwei Wochen am Kursanfang beschränkt. Danach können die Studenten ihr Lernprogramm individuell gestalten. Der Senkrechtstarter Robert Carey Williams etwa kam ohne jegliche Vorkenntnisse an, er hatte bis dahin einer Spezialtruppe der britischen Armee angehört. Und Quentin Mackay war vor seinem Studium in der Fremdenlegion gewesen.

Die Ausfallrate ist gering. Die meisten Drop-outs geschehen aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen. Studenten aus Ländern, die nicht zur EU gehören, zahlen jährlich satte 6500 Pfund Studiengebühr. «Wer hierherkommt», sagt Walters, «ist hoch motiviert. Und diese Motivation geht im Verlauf des Kurses nur sehr selten verloren.» Nach dem Foundation-Jahr haben die künftigen Modestudenten die Wahl zwischen sechs Kursen: Menswear, Womenswear, Knitwear, Print, Design & Marketing sowie Communication with Promotion - also PR und Journalismus. Die Kurse dauern drei oder vier Jahre, abgeschlossen werden sie mit dem Diplom Bachelor of the Arts Fashion - der BA ist der erste britische Universitätsabschluss. Wer höher hinaus will, kann einen Master of the Arts (MA) anhängen.

Willie Walters hält wenig von Robert Altmans filmischer Abrechnung mit dem Mode-Business, «Prêt-à-Porter»: «Erstens ist die Modewelt viel verrückter, als sie da gezeigt wird. Zweitens bewegen sich die verrücktesten Leute nicht im Zentrum des Modeschaffens, sondern an der Peripherie. Designer müssen ausserordentlich hart arbeiten.» Wer Glück hat, wird seine Kleider schon im Verlauf des Studiums an Boutiquen verkaufen können oder nach dem Studium eine Anstellung finden, die es zeitlich und finanziell erlaubt, eine erste eigene Kollektion zu entwerfen, mit der man - wer weiss, wer weiss? - zum Star wird. Und wer Pech hat? Offenbar kommt das selten vor, denn es gibt ja noch unzählige konventionelle Kleidermacher, die auch Designer brauchen.

Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: «Das Chaos!» Für den Zürcher Daniel Hermann, der zwischen 1995 und 1998 hier studierte, war dies der Grund dafür, dass er in St. Martins so viel gelernt hat. «Im Chaos muss man lernen, selbständig zu arbeiten. Nichts kommt von allein. Die Möglichkeiten, sich zu entfalten, sind da, aber man muss sie für sich entdecken und erarbeiten. Das ist eine vortreffliche Vorbereitung fürs Leben nach dem Studentendasein.» Daniel kamen auch die phantastischen Kontakte von St. Martins zugute: er lernte John Galliano kennen und durfte bei ihm ein Praktikum machen, «und zwar nicht nur Kaffee kochen, sondern echte, interessante Arbeit leisten».

Finanziell war seine Zeit in London nicht einfach: «Einmal wohnte ich in einem Zimmer, in dem ich eine Dächlikappe tragen musste, wenn es regnete, damit es mir beim Nähen nicht auf die Finger tropfte.» Bereuen tut er die harten Zeiten auf keinen Fall, so wie er auch nicht bereut, zuerst in Zürich ein Modebasisjahr hinter sich gebracht zu haben: «Denn Schnittzeichnen und Nähen lernt man in St. Martins nicht.» Daniel hat Glück gehabt: Dank einem zweiten Preis im Prix Bolero, einem eidgenössischen Förderungspreis, und spannender Freelance-Arbeit kann er jetzt im eigenen Atelier in Oerlikon an seiner Début-Kollektion tüfteln.

In einer stillen Ecke beendet Lutz Huelle eben sein Tutorat. Lutz kommt aus Deutschland und sieht mit seiner federhaften Frisur aus wie ein Mitglied einer New Wave-Band der achtziger Jahre. Nach dem Zivildienst gammelte er zwei Jahre in Hamburg herum, ehe er 1991 nach St. Martins kam. 1995 machte er seinen Abschluss. Dank den hier angeknüpften Beziehungen bekam er zuerst einen Job bei einem belgischen Designer in Paris. Heute lebt er noch immer in Paris, arbeitet aber für ein Modehaus in Bologna. Sein Lohn besteht darin, dass ihm die Firma seine erste eigene Kollektion finanziert; den Lebensunterhalt verdient er sich als Lehrer in St. Martins. «Für mich war's immer ein Traum gewesen, nach St. Martins zu kommen», sagt er. «Ich habe auch London immer toll gefunden. In Deutschland läuft immer alles an einem vorbei, hier ist man mitten drin. Und das Tolle war dann, dass das wirklich auch alles so toll war hier, wie ich mir das vorgestellt hatte! Es gab Leute, denen hat's nicht gepasst, aber mir war's irrsinnig wohl. Die Schulzeit hier war viel schöner als die Zeit des Arbeitens, die nachher gekommen ist. Das war dann das grosse Erwachen.»

Hanspeter Künzler ist Kulturjournalist und lebt in London.


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