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Rätsel -- Gratisurlaub
© Anna-Lina Balke
Ärzte aus dem Ausland, die keine Franken wollen, sondern politisches Wohlverhalten? In welchem Jahr spielte sich das bloss ab? Raten Sie mit – und gewinnen Sie!
Von CUS
Ach, diese Ärzte – man mag sie oder auch nicht. Sie selbst halten sich für die Besten, jedenfalls laut Eigenwerbung. Kommen sie nicht aus dem Ausland und wollen hier harte Franken verdienen? Stimmt – doch in dem hier gesuchten Fall war das anders: Es begann an einem Mittwoch in Zürich. Die ausländischen Halbgötter wollten eher weniger verdienen, am besten gar keine Franken. Sagten sie jedenfalls.
Denn da wurde als rezeptfreie Gratisgabe angeboten, was man normalerweise für Geld bekommt: «In der ganzen Schweiz tut man das nicht», hiess es wörtlich, und bis heute kann man es im Videoportal youtube.com mitverfolgen. Dafür erwarteten sie jedoch eine Gegenleistung: politisches Wohlverhalten.
Das stiess den einen sauer auf, andere frohlockten. Die meisten, die damals dabei waren, so dürfen wir annehmen, frohlockten. Der «Landbote» aus Winterthur lobte die Unverfrorenheit der Ärzte. Einen von ihnen zitierte die «Neue Luzerner Zeitung» mit: «Isch rüüdig guet gsi.» Doch warum ärgerten sich andere? Moserte da nicht wieder einmal jemand, der perfekt ins Feindbild passte? Seltsame Leute mit komischen Namen aus dem Ausland? Das konnte doch nur der Mobilisierung der eigenen Stammklientel dienen!
Das mit dem politischen Wohlverhalten klappte im ärztlichen Sinne. Mit der versprochenen Gegenleistung klappte es anfangs weniger gut – es ging zunächst so schleppend, dass viele nicht in ihren Genuss kamen.
Interessieren würde uns noch, wer einerseits die Selbstverpflichtung nicht eingehalten hat und andererseits das ärztliche Gratisrezept in Anspruch nahm. Unschweizerisch wäre das, irgendwie, und auch ein Bruch des Vertrauens, das uns doch sonst im Geschäftsleben so selten entgegenschlägt. In welchem Jahr war das?
Auflösung des Rätsels aus Folio 5/10
Vieles schien auf das Heftthema Handy hinzudeuten. Entsprechend versteiften sich fast die Hälfte der Zuschriften auf die Lösung Natel. Doch ist uns nichts von einem Schweizer Handy mit schwarzen Streifen bekannt. Gesucht war das Biennophone, das klassische Dampfradio des Schweizer Telefonrundspruchs. Um den Radioempfang in Gebirgstälern zu ermöglichen, übertrug das Schweizer Radio ab 1931 das Programm auch per Telefonleitung. Das ging so bis 1998. In manchen Hotels überleben Biennophones mit ihren sechs oder sieben Tasten (falls eine Taste 0 vorhanden ist).
CUS ist Rätselmacher, auch für NZZ Folio; er lebt in München.
Einsenden und gewinnen: Wer das Rätsel gelöst hat, kann die Antwort an folioraetsel@nzz.ch schicken (oder per Post an Verlag NZZ Folio, Rätsel, 8021 Zürich). Aus den Einsendern der richtigen Lösung wird ein Gewinner ausgelost, der eine exklusive Folio-Bleistiftbox und ein Folio-Notizbuch erhält. Einsendeschluss ist der 14. Juni 2010; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ende 2010 werden alle Monatsgewinner überdies zu einem Nachtessen mit dem Rätselmeister CUS eingeladen. Gewinnerin des Mai-Rätsels war Edith Schnell aus München.
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