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Glückselig im Bananenknast
© Wim Wenders
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| Belgrad, Serbien, 2006. |
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Es ist Unrecht, Affen und Elefanten einzusperren, beteuern Zoogegner. Nicht einmal in Freiheit sind Tiere frei, kontern Wissenschafter. Sind Zootiere Gefangene oder Luxusrentner?
Von Michael Miersch
Als Porgy starb, legten Münchner Tierfreunde einen Kranz vor dem Zoo nieder. «Sein trauriges Leben und sein Tod», hiess es in einer Erklärung, «sollen uns jeden Tag das Unrecht bewusst werden lassen, das der Mensch begeht, wenn er Tieren ihre Freiheit nimmt.» Porgy hatte jahrelang die Gemüter in der bayrischen Hauptstadt erhitzt. Seit er andere Affen verprügelt hatte, wurde der Gorillamann in Einzelhaft gehalten. Er fristete sein Leben einsam hinter Panzerglas und warf den Besuchern schwermütige Blicke zu. Für die Tierrechtsaktivisten sind Tiergärten genauso unmoralisch wie die Ausstellung von Afrikanern in der Kolonialzeit. «Zoos haben keinerlei pädagogischen Wert», erklärte eine Aktivistin. «Es ist nur Quälerei und Unterwerfung von Andersartigen.»
Der Kampf für die Freiheit der Zootiere begann vor etwa drei Jahrzehnten. Vorher hatten Tierfreunde nichts dabei gefunden, dass Tiger auf ein paar Quadratmetern Kachelboden hausen mussten. Das hing vielleicht damit zusammen, dass in den 1950er und 1960er Jahren die Wohnungen der Menschen viel kleiner waren als heute. Die Europäer hatten nach dem Krieg etwas Wohlstand erreicht, aber die schlechteren Zeiten noch frisch im Gedächtnis. Haltungsbedingungen von Zootieren interessierten kaum jemanden. Löwen und Affen waren nach damaliger Sicht gut untergebracht: trocken, warm und sauber. Sie hatten genug zu fressen und sogar tierärztliche Versorgung. Nach den Massstäben der Zeit ging es ihnen bestens. Das Wort «artgerecht» kam später auf.
Als es dann aufkam, war es bald in aller Munde. Plötzlich standen Zoodirektoren als Tierquäler da, und die Tierhäuser wurden als Gefängnisse geschmäht. Seit den 1970er Jahren ist Zookritik ein Mediengenre geworden: Tausende Zeitungsartikel, Filme und Bücher zeigten Elefanten in Ketten; Affen, die flehentlich ihre dürren Ärmchen durch Gitter strecken; Bären, die stereotyp ihren Kopf hin und her schwenken. Einige besonders triste Zoos in Europa wurden geschlossen, die meisten anderen umgebaut. Ein geschickter Fotograf kann aber auch in modernen Tierparks noch genügend mitleiderregende Motive entdecken. Hatte nicht schon Rilke im Gedicht vom Panther das Elend angeprangert? «Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.» Obwohl die Zoos in den letzten dreissig Jahren schöner, die Gehege weitläufiger geworden sind, schwelt der Streit bis heute. Tierrechtler fordern unbeirrt die Freilassung der unschuldigen Insassen.
Zooleute führen Erkenntnisse der Verhaltensforschung dagegen ins Feld. Der langjährige Zürcher Zoodirektor Heini Hediger bündelte die Argumente in einem klassisch gewordenen Satz: «Zootiere fühlen sich als Grundbesitzer, nicht als Gefangene.» Der Schweizer Primatenforscher Hans Kummer nannte Zooinsassen «Pensionäre», die dem «Wildtierberuf entfremdet» seien. Doch mit solchen Erklärungen haben es die Wissenschafter in der Öffentlichkeit nicht leicht. Der Adler in den Lüften, das Wildpferd in der Steppe sind archaische Symbole der Freiheit.
Aus Tierfilmen wissen die Zuschauer: Bären wandern Hunderte von Kilometern, Zugvögel fliegen um die halbe Welt. Die Redewendung «frei wie ein Vogel» hat jeder schon einmal benutzt, und der Lebensraum ungezähmter Kreaturen wird «freie Wildbahn» genannt. Der Gedanke, dass Zootiere die Freiheit womöglich gar nicht entbehren, widerstrebt unserem inneren Bild vom wilden Tier. Und doch ist es wahrscheinlich so. «Wenn es Tieren im Zoo nicht gut geht», sagt der Verhaltensforscher Norbert Sachser von der Universität Münster, «liegt das nicht daran, dass sie die Freiheit vermissen. Tiere sind auch in der Natur nicht frei.»
Langstreckenflug ist nicht das Hobby des Zugvogels. Ein Wal schwimmt nicht aus Lust vom Pol zum Äquator. Bären gehen nicht spazieren. Sie sind gezwungen, weite Strecken zu bewältigen, denn wer sich nicht bewegt, läuft Gefahr, zu verhungern. «Tiere», so der Kölner Zoodirektor Gunther Nogge, «sind unfrei in räumlicher, zeitlicher und persönlicher Beziehung, eingespannt in eine unerbittliche soziale Hierarchie mit dem ständigen Zwang zur Feindvermeidung.» Der Tiger streift nicht ungebunden durch den Dschungel. Sein Spielraum ist beschränkt durch die Reviere seiner Artgenossen. Überschreitet er die unsichtbaren Grenzen, droht ihm ein Kampf auf Leben und Tod. «Seit Darwin wissen wir», sagt Norbert Sachser, «dass mehr Tiere geboren werden als eine Überlebenschance haben. Die meisten gehen zugrunde, bevor sie erwachsen sind. Für menschliche Vorstellungen ein unglaubliches Massensterben. Ein junger Tiger, der Mutter und Geschwister verlässt, sucht ein eigenes Territorium, aber findet meistens keines. Der läuft nicht zum Spass herum.»
Findet der Tiger trotz allen Widrigkeiten ein Revier, hängt sein Spielraum von ökologischen Faktoren ab, hauptsächlich vom Angebot an Beutetieren, Wasser und Sexualpartnern. Die Streifgebiete von Raubtieren können Hunderte von Quadratkilometern umfassen, doch wenn es irgendwo reichlich Nahrung gibt, bleiben sie am Fleck. In den Städten, wo Mülltonnen, verlorene Pommes frites und weggeworfene Schulbrote die Futtersuche erleichtern, beanspruchen Füchse und Marder wesentlich kleinere Streifgebiete als draussen im Wald. Meister des Wohllebens auf engem Raum sind die sogenannten Junkfood-Monkeys. So werden die Paviane genannt, die sich in der Nähe afrikanischer Safarihotels angesiedelt haben, weil ihnen die Abfallgruben dort ein «All you can eat»-Buffet offerieren. Das süsse Leben im Gastronomiemüll führt allerdings dazu, dass sie ähnliche Zivilisationskrankheiten entwickeln wie Menschen in reichen Ländern. Wohlstand hat einen Preis.
Der Verzicht auf Bewegungsfreiheit scheint manchen Wildtieren verblüffend leicht zu fallen. Einige gehen für ein Stückchen Obst bereitwillig in Gefangenschaft. Nacht für Nacht stehen die Lemuren im Kirindy-Wald auf Madagaskar vor der gleichen Entscheidung: Freiheit oder Banane? Primatenforscherinnen stellen dort Fallen für die kleinen Halbaffen auf. Als Köder dienen Bananenscheibchen, die besonders in der Trockenzeit verlockend duften, wenn der Wald kahl ist und die Lemuren immer Hunger haben. Wenn einer nicht widerstehen kann, schnappt die Klappe zu, und er sitzt für mehrere Stunden fest, bevor er nach einer kurzen Untersuchung wieder freigelassen wird. Das – sollte man annehmen – ist für Wildtiere eine unangenehme Erfahrung. Dennoch gibt es Lemuren, die Abend für Abend in die Falle schlüpfen. Manche warten sogar darauf, dass endlich jemand die Falle aufstellt. Die Forscherinnen nennen solche Tiere «trap happy» (zu deutsch «fallenfroh»).
Einmal wollten sie wissen, wie weit die Bereitschaft geht, für ein Scheibchen Banane Stunden im Blechkasten zu verbringen. Sie stellten eine Falle im Revier eines als besonders «trap happy» bekannten Katzenmakis auf. Katzenmakis sind graue, etwa eichhörnchengrosse Lemuren mit grossen Augen und buschigem Schwanz. Innerhalb von Sekunden kam das Tierchen von Ast zu Ast springend angesaust und verschwand sofort in der Falle. Anstatt es wie üblich zur Untersuchung mitzunehmen, öffnete eine Wissenschafterin die Klappe, entliess das Tier und stellte die Falle abermals auf. Sofort war es wieder drin. Das ging einmal so, zweimal, dreimal. Nach dem fünften Mal gab die Forscherin auf und nahm es mit.
Katzenmakis sind Primaten, also Verwandte des Menschen. Wollen sie die Unfreiheit? Wissen sie, was ihnen geschieht? Die Primatologin Melanie Dammhahn ist vorsichtig mit ihrer Antwort. Man wisse nicht, ob sich ein Tier über die Folgen seiner Handlung bewusst sei oder ob es lediglich automatisch dem Duft der Banane folge. Da Katzenmakis natürlicherweise den Tag in engen, dunklen Baumhöhlen verbringen, stört sie der Aufenthalt in der Falle möglicherweise kaum.
Was vielen Besuchern im Zoo als frustrierte Abgestumpftheit erscheint, ist in Wirklichkeit das normale Verhalten der Tiere. Löwen stolzieren nicht brüllend durch die Savanne, sondern dösen – nicht anders als im Raubtierhaus – 20 von 24 Stunden. Wer wilde Kreaturen nur aus Tierfilmen kennt, wundert sich, wenn er sie «live» sieht: Sie können stunden lang nichts tun und bestenfalls einmal mit dem Ohr zucken. «Tiere sind entsetzlich faul», schreibt der Biologe Adrian Forsyth. Viele Studenten gäben die Verhaltensforschung auf, berichtet er, wenn sie merkten, dass sie monatelang schlafende Tiere anstarren müssten.
Fleisch- und Fischfresser können sich ausgiebige Siestas leisten, denn ihr nahrhaftes Futter hält lange vor. Ein Walross ruht zwei Drittel seiner wachen Zeit. Vegetarier dagegen müssen häufiger zur Nahrungsaufnahme schreiten, denn aus Blattwerk und Gräsern lassen sich keine grossen Reserven anlegen. Doch auch Büffel, Elefanten und andere Grünfresser ruhen, wann immer es geht. Die angeblich so fleissigen Biber verlassen ihre Burg nur fünf Stunden am Tag. Dämme bauen sie nur im Notfall, wenn der Wasserspiegel extrem sinkt. Ihre Holzfällerei passen sie dem Klima an: Wo die Winter mild sind, lassen sie die Bäume stehen; nur wenn sie strengen Frost erwarten, legen sie Vorräte an.
«Kein Tier tut mehr, als es müsste», bestätigt der Frankfurter Zoologe Roland Prinzinger, der erforscht, wie Lebewesen Energie sparen. Kaltblüter bringen es dabei zu wahrer Meisterschaft. Wer nicht wie Säugetiere und Vögel ein inneres Heizkraftwerk betreibt, sondern seine Körperwärme der Aussentemperatur anpasst, kann es sich leisten, ausgiebig rumzulungern. Riesenschlangen oder Krokodile fressen nur alle paar Wochen oder Monate und tun sonst einfach nichts. Nur der Mensch treibt Sport.
Wenig Wanderlust zeigten auch die Zootiere, denen nach den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs plötzlich keine Gitter und Mauern mehr den Weg in die Freiheit versperrten. Aus dem völlig zerbombten Berliner Zoo entfloh kein einziges grösseres Tier. Nach einem Bombenangriff auf den Frankfurter Zoo blieb der Nashornbulle Faru, den alle für gefährlich hielten, lammfromm in seinem Stall stehen, dessen Aussenwand weggesprengt war. Die Mähnenspringer – eine afrikanische Bergziegenart – bezogen einen Hügel aus Bombentrümmern und blieben dort, obwohl kein Zaun sie abhielt, durch Frankfurt zu spazieren.
Manche Wesen sind so scharf auf ein bequemes Leben an der Seite der Menschen, dass sie ihre Freiheit aus eigener Initiative aufgeben. Der Wolf domestizierte sich vor etwa 15 000 Jahren selbst – so die vorherrschende Theorie der Forscher. Er schlich um die Lager unserer Ururahnen und bewarb sich hartnäckig um die Stelle als Haushund. Er tauschte sein freies Leben gegen ein paar Knochen ein. Evolutionär betrachtet ein voller Erfolg: Die Verbreitung der Hunde über den Globus übertrifft bei weitem den Lebensraum, den Wölfe zu ihren besten Zeiten erobert hatten.
Wie diese Selbstdomestikation einst abgelaufen sein könnte, lässt sich neben dem Camp der Lemurenforscher im Kirindy-Wald besichtigen. Dort suchen Fossas vehement die Nähe der Menschen. Die zwölf Kilo schweren Schleichkatzen sind überall sonst auf Madagaskar rar und gelten als äusserst scheu. Doch im Kirindy-Wald haben sich ein halbes Dutzend der seltenen Raubtiere rund um das benachbarte Touristencamp angesiedelt und versucht, Küchenabfälle zu schnorren. Sie laufen im Mittagslicht zwischen den Hütten der Ökotouristen umher und kehren, Minuten nachdem sie verscheucht wurden, zurück. Offensichtlich ist die Aussicht unwiderstehlich, nicht mehr Beutetieren hinterherjagen zu müssen und stattdessen bequem ein paar Hühnerknochen aus der Müllgrube zu holen.
Woher dieser Drang, sich in Gefangenschaft zu begeben? «Es ist ein Irrglaube, Wildtiere lebten stressfrei und glücklich», sagt Norbert Sachser. «Sie stehen unter dem Diktat der Fortpflanzung, dafür nehmen sie alles in Kauf – sogar den Tod.» Jede Generation männlicher Breitfussbeutelmäuse stirbt am Ende der Paarungszeit, weil Konkurrenz, Partnersuche und Sex sie völlig auszehren. Bis zur Geburt der nächsten Generation gibt es dann keine männlichen Tiere mehr. Ein unerbittlicher biologischer Imperativ zwingt sie zu diesem suizidalen Verhalten. Im Zoo werden männliche Breitfussbeutelmäuse mehrere Jahre alt und sterben an Altersschwäche. Könnten sie frei wählen, würden sich manche vermutlich für den Zoo entscheiden.
Freiheit ist es nicht, was Tiere im Zoo vermissen. Wenn sie sich unwohl fühlen, dann eher, weil ihr künstlicher Lebensraum nicht das bietet, was sie brauchen. Und das hat meist weniger mit der Quadratmeterzahl zu tun als mit der Innenarchitektur. Ein Stachelschwein wäre auch auf hundert Hektaren unglücklich, wenn es nirgends wühlen könnte, ebenso ein Steinbock ohne Kletterfelsen und ein Elefant ohne Badebecken. Wichtiger noch als die Raumqualität und das richtige Futter sind für die meisten Tiere Artgenossen. Und umgekehrt: Einzelgänger wollen keinesfalls Artgenossen in ihrem Revier.
Moderne Zoos achten auch darauf, dass ihre Schützlinge beschäftigt sind. Das ist speziell bei Raubtieren ein Problem, die Beutetiere verfolgen und töten. Für sie gibt es ausgeklügelte Futterautomaten, die sie auf Trab halten. Unterbeschäftigte Bären verfallen in Bewegungsstereotypien wie das Hin-und-her-Schwenken des Vorderkörpers, manchmal kombiniert mit grotesken Tanzschritten. Sie bauen damit innere Unruhe ab – wie Schüler, die unter der Bank mit dem Bein wippen. Im weitläufigen Eisbärengehege des Berliner Zoos konnte eine Zeitlang ein Tier besichtigt werden, das in einem winzigen Radius Runden drehte. Es stammte aus einem Zirkus und war gewohnt, sich auf knappem Raum zu bewegen. Seine neue Freiheit ignorierte es einfach. Tiere sind Gewohnheitstiere.
Die Gleichsetzung von Zoos mit Knästen taugt als Polemik, ist aber nicht realistisch. Ein anderer Vergleich trifft besser zu. Für Milos Forman, den tschechischen Regisseur, sind Zoos keine Gefängnisse, sondern verwirklichter Sozialismus: «Wenn du ein Leben in Sicherheit führen möchtest, solltest du im Zoo leben. Dort bist du beschützt und versorgt und kannst vom Dschungel träumen.»
Michael Miersch ist Journalist, Buchautor und Dokumentarfilmer in Deutschland (www.maxeiner-miersch.de). Zuletzt ist von ihm erschienen «Die Zukunft und ihre Feinde» (Eichborn 2002).
Leserbriefe:
Zu Glückselig im Bananenknast - NZZ-Folio Freiheit (12/06)
Ausgewählte Beobachtungen werden durch Interpretation in die im voraus festgelegte Richtung zu pseudowissenschaftlichen Argumenten zugunsten der Zootierhaltung zusammengebastelt - nur noch peinlich! Der Zoo aus reiner Tierliebe? Oder "alles für die Kinder"? Denen ist durch engen Kontakt mit Haustieren mehr gedient als mit Begaffen von Affen in Käfigen. Und für wirklich Interessierte gibt es hervorragende Tierfilme, und keiner davon spielt im Zoo... Warum also das Ganze trotzdem? Es sind die wohligen Futternäpfe der Zoologen und Tierforscher, um die es hier wirklich geht, und für die sie sich so vehement verwenden. Mein Vorschlag: Sperrt nicht die Tiere, sondern die Zoologen in die Zookäfige, gemäss deren eigenen Behauptungen müssten sie dann erst noch überglücklich sein! Martin Alder, per E-Mail
Zu Glückselig im Bananenknast - NZZ-Folio Freiheit (12/06)
Herzliche Gratulation zu diesem hervorragend Artikel. Während meiner mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Tierpfleger, speziell Elefantenpfleger, im Kinderzoo Rapperswil und im Zoo Zürich ist mir der Gesinnungswandel der Zoobesucher aber auch der Zooleitung aufgefallen. Damit die Zoobesucher weiterhin in die Zoos gehen wurden verschiedenste Anpassungen und Konzessionen an die Besucher gemacht. Die Ausgaben für das Marketing steigen und steigen. Für sehr viel Geld werden neue Gehege und Tierhäuser gebaut, die vor allem den Zoobesuchern gefallen ohne dass die Zootiere dem entsprechend profitieren können. Aus der Sicht der Zootiere sehen die Gehege nicht immer so naturnah aus. Dafür wird oft hinter den Kulissen gespart und die Tierpfleger müssen sich für eigentlich selbstverständliche Dinge, wie neue Kletterseile für die Affen oder Spielbäume für die Elefanten, einsetzen. Irgendwie hat sich in den letzten Jahren sehr viel vom Sein zum Schein gewandelt. Hauptsache alles sieht schön aus. Ob alles auch wirklich besser ist und die Tiere in den Zoos damit wirklich besser leben, scheint mir nicht immer sicher zu sein. per Email Georges Frei
Zu Glückselig im Bananenknast - NZZ-Folio Freiheit (12/06)
Die Rubrik "Wer wohnt da" ist mehr als voyeuristisch. Sie zeigt die Lebensqualität individueller Wohnwelten auf. Die Rubik setzt damit einen spannenden Kontrapunkt zu den weltweit uniformen Lifestyle-Magazinen. Schade nur, dass bei der Vorstellung mehrheitlich Innenräume zu sehen sind. In vielen Wohnungen und Häusern besteht wenig Spielraum für Individualität, meist prägt der Raum stärker als die Einrichtung. Mich würden daher auch die "Freiräume" - Höfe, Gärten, Terrassen - der vorgestellten Personen interessieren. Im Freien sind die Gestaltungsmöglichkeiten sehr vielseitig, auch wenn dies weniger bekannt ist. Sabine Stauffer-Stiebellehner, Landschaftsgärtnerin, Uesslingen
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