Elektronische Datenverarbeitung, das klingt wie radunterstützte Autofahrt. Früher, als hausgrosse Maschinen sich durch die Zahlenkolonnen der Lochkarten knarzten, war diese detaillierte Beschreibung des Geschehens hilfreich. Heute sagt man «Ist da die EDV?» nur, wenn man die IT ärgern möchte. Wir rufen in der Informationstechnologieabteilung an! Falls wir überhaupt anrufen dürfen. Es gibt energische Technologen (ET), die wollen nicht, dass geredet wird. Der formalisierte Kontakt per elektronisches Formular erleichtert das operative Controlling im Rahmen der serviceorientierten Architektur (SOA), sagen sie. Manchmal ist Ei-Ti zum Davonlaufen.
Man kommt nicht weit, es gibt zu viele Automaten auf der Welt. Sie gehören zur globalen SOA. Sie verkaufen den Trost, den man gerade braucht. Getränke, Zigaretten, Süssigkeiten und Fahrkarten. In jeder Stadt sind sie anders, aber immer sehr ernst. Sie stehen ihrer Zeit Modell: aussen eine hübsche Fassade, innen eine Bürokratie aus Algorithmen. Sie sind ein bisschen unheimlich wie alle Mitarbeiter, die nur funktionieren. Und gerade deshalb auch ein beruhigender Anblick.
Vermutlich kann der Chief Information Officer (CIO) jederzeit abfragen, ob es wirklich preiswert war, dass der Junior Programmer die Begrüssungsschleife auf dem Touchscreen codieren durfte. Seit dem grossen Krach glaubt sich die IT ja nichts mehr und rationalisiert sich nach Art der strengen Kammern selber durch. Daraus ergibt sich eine Quadratur der Industrialisierung, ein Integral aus Denkprozessen, Ressourcen und Logistik, das die technikverliebten Füchse an der Front als Elend des Erbsenzählens erleben. Es wird ihnen schon etwas einfallen.
Einstweilen lehren uns die Automaten, wie man berechtigte Wünsche durch die Labyrinthe eines Projektplans zwingt. Jede Eigenheit des Expertensystems auf zwei Beinen, das die Automaten programmiert hat, will persönlich kennengelernt werden. Am Ende spucken sie mit der Vorsicht der Umständlichen die frisch gedruckten Geldscheine wieder aus. Keineswegs immer, aber manchmal dauernd. In ihrem Stammbaum sitzt ein schräger Vogel. Nennen wir ihn Kafka.