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Editorial -- Sterben ist nicht in Ordnung
© David Atkinson, London
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| Ist das Leben nur ein Intermezzo oder für alle Ewigkeit? |
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Warum ich ein ewiges Leben dem ewigen Leben vorziehen würde.
Von Reto U. Schneider
Ich gebe es zu: ich möchte ewig leben. Das ist, habe ich zu meinem grossen Erstaunen festgestellt, ein nicht weit verbreiteter Wunsch. Die meisten meiner Freunde, mit denen ich je darüber sprach, sagen, es sei gut, dass man sterben müsse. Sitzen da, vor sich einen Brasato al Barolo und ein Glas Amarone und sagen mir nichts dir nichts, sie fänden das mit dem Tod schon in Ordnung. Irgendwann sei genug. Sie reden von Platzmachen und der Natur und Altersbeschwerden mit 500 Jahren. Ich kann das nicht verstehen. Ich könnte bis in alle Ewigkeit Brasato essen.
Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass ich bloss deswegen allein mit meiner Meinung dastehe, weil alle anderen sich in das Unabwendbare schicken, ja sogar aus der Not eine Tugend zu machen versuchen. Aber muss ich etwas willkommen heissen, bloss weil es unabwendbar ist? Ich finde die Steuererklärung schliesslich auch nicht toll, nur weil kein Weg daran vorbeiführt, sie jedes Jahr auszufüllen.
Vielleicht glauben sie auch an das Paradies. Ich bin da eher skeptisch. Und selbst wenn es existierte, bezweifle ich, dass es dort Brasato gäbe. Oder sagen sie es nur, weil sie hoffen, es mache alles einfacher, wenn der Sensemann dereinst vor ihnen steht? Ich bleibe jedenfalls dabei: Sterben ist nicht in Ordnung, selbst wenn es schnell und schmerzlos wäre. Es gibt einfach zu viele ungelesene Bücher, zu viele ungegessene Gerichte, zu viele unbereiste Länder. Zu viele Freunde, von denen ich mich verabschieden muss, und zu viele Leute, die ich nie kennengelernt habe.
Natürlich birgt ein ewiges Leben auch gewisse Tücken. Patchworkfamilien müssten für die Weihnachtsfeier ein Zirkuszelt mieten, und die wachsende Anzahl Generationen würde allein aus kombinatorischen Gründen die Möglichkeiten der Generationenprobleme exponentiell wachsen lassen. Es gäbe wohl noch die eine oder andere AHV-Revision, und auch dass sich mit der Zeit gewisse Platzprobleme einstellen würden, kann ich nicht bestreiten. Andererseits: Ich scheine ja der Einzige zu sein, der es wirklich will.
Reto U. Schneider ist stellvertretender Redaktionsleiter von NZZ Folio.
Leserbriefe:
Zu Editorial -- Sterben ist nicht in Ordnung - NZZ-Folio Der Tod (01/10)
Chapeau zum Januar-Folio, wenn man sich der statistischen Lebenserwartung nähert, sind Betrachtungen zum Tod kein Tabu mehr. «Zurück zum Sternenstaub» hat mich fasziniert. Im Physikunterricht an der HTL in Burgdorf Anfang der 1960er Jahre fragte Dr. H. Merz (ein Physiker, der noch mit Einstein im Patentamt Bern zusammengearbeitet hatte) uns Studenten der Nachrichtentechnik: Wo spielt sich denn, meine Herren, der Gedanke ab? Alle dachten, wie simpel, das geschieht doch in unserem Kopf. Wir wurden eines Besseren belehrt und so ist die im Folio erwähnte Frage – «Warum soll das Geistige nicht auch gleichermassen einer Verwandlung unterliegen wie das Materielle» – wahrscheinlich der Schlüssel zur Erklärung unseres Daseins. Werner Gebauer, Oberhasli ZH
Zu Editorial -- Sterben ist nicht in Ordnung - NZZ-Folio Der Tod (01/10)
Es ist mutig und anregend, wenn das Folio das neue Jahrzehnt mit dem Tod beginnt. Heisst das für uns, die letzten Dinge nun endlich vorzubereiten? Praktische Hilfe leistet da der Ratgeber von Monika Fischer, «Todesfall». Man sagt so beiläufig: Wir leben, um zu sterben, und wir sterben, um zu leben. Ist das so? Die Gegenprobe lässt sich überzeugend mit Hans Küngs neustem Buch, «Was ich glaube», im Kapitel 9, «Lebenskunst / Ars moriendi», durchführen. Peider Ruepp, Sursee LU
Zu Editorial -- Sterben ist nicht in Ordnung - NZZ-Folio Der Tod (01/10)
Sie haben im letzten NZZ-Folio mit dem Thema Tod verschiedene Artikel publiziert.
Im Vorwort haben Sie geschrieben, dass Sie gerne ewiges Leben hätten. Ich kann Ihnen versichern dass es reales ewiges Leben gibt, ich habe es selbst von Gott erhalten. Das ewige Leben startet, wenn wir ein neues Leben von Jesus Christus empfangen, nachdem wir Ihm unser bisheriges sündiges Leben bekannt haben und das neue Leben von IHM erbeten haben.
Ich kenne selber auch eine grosse Zahl von Leuten, aus vielen sozialen Schichten, aus manchen verschiedenen Kulturen, die alle dieses ewige Leben aus Gott haben, nicht weil man Ihnen das aufgeschwatzt hätte, sondern weil die Bibel, das Wort Gottes, lebendig zu allen Menschen spricht, und jeder dies erfahren kann, der auf Gott sein Vertrauen setzt.
Gott gibt allen ewiges Leben, die aufrichtig zu IHM kommen, es beginnt hier und wird in der himmlischen Herrlichkeit eine ewige Fortsetzung haben, viel interessanter noch als auf dieser Erde, und was das Wichtigste ist, dort wird das sündige Wesen des Menschen durch die biblische Wiedergeburt (siehe Johannesevangelium Kapitel 3) völlig aufgehoben sein, es wird darum auch eine Gegenwart ohne Leid, ohne Katastrophen, ohne Schmerzen, ohne Älterwerden usw. sein, die Bibel berichtet genug darüber.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie selber diese herrliche persönliche Gemeinschaft mit Gott finden, die schon hier auf dieser Erde beginnt. Zugleich wäre es auch schön, wenn die wichtigste konservative Zeitung unseres Landes, solchen biblischen Wahrheiten auch noch einen Platz einräumt, denn unser Land verdankt den ganzen Wohlstand, den ganzen Frieden usw. letztlich dem Evangelium der Bibel, das Menschen innerlich verändert hat und nicht etwa der nachgeschobenen Aufklärung. Urs Feer,
Glattbrugg
Zu Editorial -- Sterben ist nicht in Ordnung - NZZ-Folio Der Tod (01/10)
Ich bin langjähriger und begeisterter Leser der NZZ und freue mich jeden Monat auf das NZZ Folio.
Ueber diese Ausgabe bin ich sehr enttäuscht, starten Sie doch das neue Jahr mit
einem der traurigsten Themen die wir überhaupt haben, DEM TOD !!
Wäre doch so schön gewesen, das Jahr mit einem freudigen Thema zu beginnen, einem Thema,
das allen Lesern Mut und Freude auf die ersten Tage und Wochen des Jahres mitgibt. Rolf Rutishauser,
Horw
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