NZZ Folio 10/01 - Thema: Alles Design?   Inhaltsverzeichnis

Spektrum der Wissenschaft -- Haarausfall bei Mäusen

Von Reto U. Schneider

EINMAL MEHR WIDERLEGT DER BLICK in die Fachzeitschriften das gängige Vorurteil, für die Wissenschaft seien Tiere bloss Objekte für den Erkenntnisgewinn. In der Studie «Verhindern von Haarausfall bei Mäusen» (Nature, Vol. 371, S. 563-564) stellten die Forscher die Macht der Gentechnik in den Dienst von Mäusen, denen die Haare ausgingen. Zwar hatten die Wissenschafter das Leiden durch eine Mangeldiät selbst herbeigeführt, doch flickten sie den Mäusen schnell ein kleines Gen rein, und schon wuchs der Pelz wieder.

Auch andere Arbeiten belegen das rührende Interesse an den Lebensumständen der Tiere. Die «Schätzung des Lebendgewichts und Körperzustands von Lasteseln in Marokko» (Veterinary Record, Vol. 138, S. 229-233) wurde von den Tieren mit begeistertem Hufschlag aufgenommen. Und die Untersuchung «Wie schwer sitzt ein Huhn während des Brütens auf seinen Eiern?» (Experientia, Vol. 43, S. 1232-1233) hilft endlich jenen traumatisierten Legehennen, die ständig auf kaputten Eiern aufwachen. Natürlich hat die Wissenschaft auch die unterkühlten Ferkel nicht vergessen. Für die Studie «Erwärmen von unterkühlten Tieren mit Mikrowellen» (Veterinary Forum, März 1994, S. 28-30) hat man sie einfach in einen Mikrowellenherd gesteckt.




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