Schwarz und kurz: Der Herbst ist eine glückliche Zeit für die Figaros in Tokio. Ihre Salons werden überrannt von High-School-Girls, die alle den gleichen Wunsch murmeln: «Schneiden und schwarz färben.» Die in den Ferien mit viel Mühe und Geld erworbenen blonden Strähnen fallen büschelweise zu Boden, ebenso der rot gefärbte Pony und die kastanienbraunen Locken. Der Grund: An Japans Gymnasien herrscht der Zwang zur Uniformität. Am monatlichen «Inspektionstag der Moral» wird in den konservativeren Schulen von Haarfarbe bis Rocklänge alles kritisch unter die Lupe genommen. Aber die Mädchen wissen meist vorher Bescheid und kleistern sich ihre Löcher in den Ohrläppchen sorgfältig mit Make-up zu. Die 15jährige Taeko Tanaka rettet gar einen Hauch des rebellischen Lebensgefühls in den Schulalltag: Sie lässt eine versteckte blonde Strähne im sonst konform schwarzen Schopf und tarnt diese am Inspektionstag mit schwarzer Sprühfarbe. Ihre einzige Sorge ist, dass ihr auf dem Schulweg ein Regenguss die Farbe auswäscht.
Musikalische Schleckstengel: Aus den USA kommen Schleckstengel, «Sound Bites» genannt, die im Kopf Klänge erzeugen. Wenn man hineinbeisst, werden elektronische Vibrationen durch die Zähne ins Innenohr weitergeleitet, wo sie den Eindruck erwecken, im eigenen Kopf entstehe Musik. Mittels vier Tasten am Stengel kann man die Klänge variieren. Herstellerin ist die Firma Hasbro, Zielpublikum sind Kinder ab drei Jahren.