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Vereinsleben -- Papsttreue
Von Andreas Dietrich
Jacques Babey, Sie sind der Zentralpräsident der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten. Was machen Sie?
Wir haben 800 Mitglieder, das sind etwas mehr als ein Drittel aller Ehemaligen. Wir unterstützen die aktive Garde finanziell und bei der Rekrutierung, zum Beispiel organisieren wir Schnupperreisen für Jugendliche nach Rom. Ausserdem helfen wir der Kirche in der Schweiz. Zu grösseren Anlässen entsenden wir jeweils eine kleine Delegation uniformierter Ex-Gardisten.
Hat man die schmucke Uniform als Ehemaliger denn noch zu Hause?
Nein, ein Kontingent an Uniformen wird durch die 13 Sektionen verwaltet.
Wie oft treffen Sie sich?
Einmal im Jahr ist Delegierten-, alle zwei Jahre Generalversammlung. Wir tauschen Erinnerungen aus, gedenken der Verstorbenen, pflegen echte, soldatische Kameradschaft und diskutieren aktuelle Fragen.
Was tun Schweizergardisten, wenn sie den Dienst quittiert haben?
Viele gehen in die Sicherheitsbranche. In fast jedem Schweizer Polizeikorps hat es ehemalige Gardisten. Andere nehmen ihren Beruf wieder auf. Eines der Aufnahmekriterien ist ja – neben Mindestgrösse von 1,74 und römisch-katholischer Konfession – abgeschlossene Berufslehre oder Mittelschule.
Sie waren von 1960 bis 1964 Gardist – haben Sie noch Erinnerungen?
O ja, es war wunderbar. Das war die Zeit von Papst Johannes XXIII. Einen solchen Boss kann man sich nur wünschen. Phantastisch.
Hat man als Gardist denn überhaupt Kontakt zum Papst?
Das hängt von seiner Persönlichkeit ab. Johannes XXIII. war der grösste Mann, dem ich je begegnet bin, und ich bin weit gereist in meinem Leben.
Der Vatikan gilt als Topziel für Terroristen. Spürt das die Schweizergarde?
Sie müssen derzeit sehr aufmerksam und vorsichtig sein.
Wird es die Garde immer geben?
Gewiss noch sehr lange. Die Päpste sind sehr zufrieden mit ihr.
www.schweizergarde.ch
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