DIE KATHOLISCHE KIRCHE Bern-Stadt suchte kürzlich per Zeitungsinserat eine Frau und einen Mann für die Stellen einer «Kinderhexe» und einer «männlichen Identifikationsfigur» für Kinder. Beides zu 80 Prozent. Da der Aufgabenbereich für beide gleich umschrieben ist (Kontaktarbeit mit Kindern usw.), muss man annehmen, dass es sich bei den Stellenbezeichnungen um die weibliche und die männliche Form derselben Berufsgattung handelt. Die Kinderhexe wäre somit die weibliche Identifikationsfigur.
Im Unterschied zu ihrem männlichen Pendent, das sich (zur Förderung der Identifikation vielleicht mit dem Besten im Mann im Gesicht: einem Bart) vor die Kinder hinstellen und sagen würde: Hoi zäme, ich bin ab jetzt eure männliche Identifikationsfigur, wäre sie alt und bucklig und würde buh! machen und die Kinder erschrecken. Einmal abgesehen vom schwerwiegenden Mangel an Political correctness der stadtbernischen Katholischen Kirche: Dass man Hexe per Entschluss bzw. per Ausbildung werden kann (mit einem Kurs im Besenfliegen etwa), kann man sich ja noch vorstellen, aber wie um alles in der Welt wird einer Identifikationsfigur, ohne dass ihn die dazu machen, die sich mit ihr identifizieren?