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Aus dem Vereinsleben -- Schweisshunde
Von Andreas Dietrich
Jürg Rohrer, Sie sind Präsident des Schweizerischen Schweisshundclubs. Wir nehmen an, da geht es weniger ums Schwitzen als um die Jagd.
Diese Annahme ist richtig. Schweiss bedeutet in der Weidmannssprache Blut. Schweisshunde und auf Schweiss geführte Hunde suchen demnach auf der «Wundfährte» das ungewollt von einem Jäger oder von einem Autofahrer verletzte Tier. Sinn und Zweck dieser «Nachsuche» ist es, das verletzte Stück Wild möglichst rasch von seinen Leiden zu erlösen. Wie wird ein Hund zum Schweisshund?
Wir unterscheiden zwischen den speziell für diese Arbeit gezüchteten Hunden, eben den Schweisshunden, und den auf Schweiss geführten Hunden anderer Jagdhunderassen. In jedem Fall macht erst die Übung den Meister: Bei möglichst vielen Einsätzen entwickelt sich ein Hund zu einem erfahrenen und sicheren Nachsuchehund, zu einem firmen Schweisshund.
Was zeichnet einen firmen Schweisshund aus?
Ein starker Suchwille. Er ist ausserdem in bester konditioneller Verfassung, arbeitet ruhig und konzentriert. Aber ein guter Schweisshund allein reicht noch nicht aus, um erfolgreich verletztes Wild nachzusuchen. Der Hundeführer ist bei der Arbeit auf der Wundfährte äusserst wichtig. Der beste Hund kann nur bedingt erfolgreich arbeiten, wenn der Führer seine Arbeit nicht «lesen» kann oder ihm am bis zu 12 Meter langen Schweissriemen nicht zu folgen vermag. Wir sprechen deshalb bei der Schweisshundeführung von Gespannen.
Wie viele Mitglieder beziehungsweise Hunde zählt ihr Club?
Dem Schweizerischen Schweisshundclub (SSC) gehören rund 220 Mitglieder an. In seinem Zuchtbuch werden heute rund 150 BGS und 60 HS geführt - eine ebenfalls wichtige Unterscheidung: Denn es gibt sowohl den Hannover’schen Schweisshund (HS) als auch den Bayerischen Gebirgsschweisshund (BGS), eine Kreuzung des Hannover’schen Schweisshunds mit roten Gebirgsbracken.
Jürg Rohrer, Schweizerischer Schweisshundclub, Burgerweg 3, 9470 Buchs.
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