Hugo Rütimann, Sie sind Präsident des Rütimann Schnauz- und Bartclubs Schweiz – und glattrasiert.
Damit bin ich der neutralste Präsident eines Schweizer Clubs. Ohne Schnauz und Bart konkurrenziere ich keines unserer über 500 Mitglieder.
Ist ein Mindestmass vorgeschrieben, damit man aufgenommen wird?
Nein. Am Anfang machten vor allem Männer mit sehr grossen Bärten oder ausgefallenen Schnäuzen mit, heute trifft man bei uns alles mögliche an.
Sind Schnauz und Bart nicht ein bisschen altmodisch?
Die klassischen liegen sicher nicht im Trend. Aber heute sieht man viele dieser kleinen Bocksbärtchen, die wegen der Snowboarder Mode wurden. Und aus Italien kommen die ganz kurzen, zum Teil nur zwei Millimeter gross und schwarz gefärbt.
Also alles solche, die weder beim Essen noch beim Küssen stören.
Wobei es ja Frauen geben soll, die das Kräuseln des Bartes angenehm finden.
Ihre Vorzeigemitglieder sind aber Männer mit ausgefallener Haartracht.
Da geht die Spannweite des Schnauzes bis zu einem Meter vierzig. Mit so einem kommt man nur seitwärts durch eine Türe.
Und was macht ein solcher Schnauzträger, wenn seine Pracht nicht mit Spray oder Gel in Form gebracht ist?
Einer mit einem ganz grossen zum Beispiel, ein Metzgermeister, trägt ihn bei der Arbeit in einer Art Haarnetz oder um die Ohren herum gedreht.
Das sieht aber wenig elegant aus.
Mag sein – aber wenn er für den Ausgang gestylt ist, dann ist das etwas ganz anderes!
Haben die verschiedenen Schnauz- und Bartformen auch Namen?
Bei den Meisterschaften startet man in der jeweiligen Kategorie, zum Beispiel Dalí , Musketier, Garibaldi, Verdi oder Freistil, da ist dann alles erlaubt.
Ist Samuel Schmid Ehrenmitglied?
Noch nicht. Und die andern Bundesräte haben zwar keinen Schnauz, dafür streiten sie oft um des Kaisers Bart.
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