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Kapitel 3: Frauengespräche
© Monika Estermann
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| Anika mit ihrer kleinen Schwester Priya: «Du nervst echt.» |
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Herbst im Friesenbergquartier. Der ungeliebte Frauenarzt, immer Streit mit dem Bruder, und was soll man bloss anziehen.
Von Reto U. Schneider, Gudrun Sachse und Brigitte Hürlimann
Anika hat ihre Dings
Die schwere Eingangstür aus Glas fällt laut hinter Anika ins Schloss, als sie aus dem Wohnblock tritt. Sie winkt ihren Kolleginnen zu, die auf der anderen Strassenseite auf sie warten. Die drei haben sich nach der Schule verabredet, um Bücher zur Pestalozzibibliothek zurückzubringen. Anika trägt schwer an den sieben Stück, die sie in der letzten Woche verschlungen hat. Sie liest unermüdlich, um ihr Hochdeutsch zu perfektionieren; Schweizerdeutsch spricht sie tadellos.
Als sie vor fünf Jahren mit ihrer Mutter und ihren zwei Brüdern aus Bangladesh in die Schweiz kam, sprach sie noch kein Wort Deutsch, sondern Bengali und Englisch. Ihren Vater, der damals schon seit zehn Jahren in Zürich lebte, kannte sie nur aus seinen Ferien in Bangladesh.
Anika hakt sich bei Silvia und Marina ein, zu dritt nehmen sie die ganze Breite des Trottoirs ein. Sie gehen die vielbefahrene Schweighofstrasse entlang und biegen nach der Bahnstation, von der man in sieben Minuten den Hauptbahnhof erreicht, zur Bibliothek ab.
Sie ist im Gemeinschaftszentrum Heuried untergebracht, einem Betonbau aus den 1960er Jahren, der eine Kunsteisbahn, ein Schwimmbad und die kleine Bibliothek unter einem Dach vereint. Anika kippt die Bücher auf den Tisch der Bibliothekarin, darunter den Krimi «Die Falle». «Danach konnte ich nicht mehr schlafen», sagt sie.
«Jöö», kommentiert Silvia, die nur ein Buch auf die Theke legt: «Liebe macht kurzsichtig.» Anika und Marina schauen den Umschlag an und lächeln. Der Fall ist klar.
«Silvia ist verliebt», sagt Marina.
«Bin ich nicht», wehrt sie sich.
«Bist du wohl», sagt Anika, «du bist doch alle zehn Minuten neu verliebt.»
Seit sich die Mädchen vor zwei Monaten im Klassenzimmer kennengelernt haben, sind Buben, neben den Schulnoten, ihr bevorzugtes Gesprächsthema. Kaum eine Pause vergeht, in der Silvia keinen neuen hübschen Typen sichtet.
Die drei Mädchen verlassen die Bibliothek und setzen das Gespräch an einem grossen, runden Holztisch im Café des Gemeinschaftszentrums fort. Anika kramt aus ihrem Portemonnaie 50 Rappen für einen Sirup. Sie bekommt 20 Franken Taschengeld pro Monat, ebenso Marina. Silvia erhält 30 Franken und gönnt sich eine Cola.
«Ich hatte einen krassen Traum», sagt Marina, «ich war mit Marc zusammen.»
«Das ist komisch, schliesslich ist ja Silvia in Marc verliebt», sagt Anika.
«Genau», sagt Marina, «und umgekehrt.»
«Stimmt gar nicht», sagt Silvia, die den Verschluss des Cola-Fläschchens nervös auf- und zudreht und das Gespräch auf ein anderes Thema lenkt: «Ich war beim Zahnarzt. Jetzt kriege ich auch unten eine Spange – ich habe schon so ein Gestell drin, das den Kiefer nach vorne schiebt.» Anika schaut Silvia in den Mund: «Ui, drum steht es bei dir unten so raus.»
Das Thema ist Marina zu langweilig, ausserdem will sie noch etwas klären: «Anika, als ich dir kürzlich eine SMS geschrieben habe, hat dein Bruder zurückgefragt, wer ich sei. Ist das nicht dein Handy?»
«Doch, schon. Aber es hat mal geläutet, als ich nicht zu Hause war, und da ging mein Vater ran. Da war irgendein Typ dran und hat was Doofes gesagt. Das war voll krass. Da hat mein Vater das Handy konfisziert, und dann hat es mein Bruder in die Finger bekommen.»
Marina: «Krass. Hast du eigentlich immer noch Bauchweh?»
Anika: «Nein, jetzt habe ich Rückenweh.»
Silvia: «Hast du deine Dings?»
Anika: «Ich hatte sie schon vor zwei Wochen – ich glaub, ich muss zum Frauenarzt. Horror. Ich hasse diesen Stuhl.»
Silvia: «Ich geh sicher nie zum Frauenarzt, ich bin für die Abschaffung von Frauenärzten.»
Anika: «Ich war schon drei Mal.»
Marina: «Ich würde nie gehen. Nie.»
Silvia: «Ich hasse Biologie, wenn der Lehrer von Befruchtung redet.»
Marina «Ich hasse schlechte Noten.»
Anika: «Und ich erst.»
Marina: «Hey, ich habe Silvias Horoskop in einem Heftli gelesen, dort stand, ihre Liebespause sei jetzt vorbei, es gehe bald wieder richtig los.» Die Mädchen lachen.
Über Buben zu reden, mache mehr Spass, als etwas mit ihnen zu tun zu haben, sagen die Mädchen. Keine hatte bisher einen Freund. Viele interessante Kandidaten gebe es eh nicht in ihrer Klasse. Die einzigen, die nicht so schlecht aussähen, seien Roger, weil der so einen herzigen Gesichtsausdruck habe, und Marc, der lustig sei und mit dem man zeitweise sogar vernünftig reden könne. Dummerweise flirte er mit allen Mädchen, und Flirten, da sind die Mädchen streng, sei wie Betrügen, das gehe nun wirklich nicht.
Anikas Eltern wollen nicht, dass sie sich herumtreibt, Buben küsst oder gar Sex hat, bevor sie verheiratet ist. Anika stört das jetzt noch nicht. «Natürlich gibt es Buben, die ich herzig finde», sagt sie, aber in ihrem Plan, ins Gymnasium zu kommen, ist Liebe nicht vorgesehen. «Mein oberstes Gebot lautet: Buben machen einem den Kopf kaputt, also bloss nicht verlieben.» Denn wer verliebt ist, kann sich auf nichts anderes als die Liebe konzentrieren.
Anja und die Pussycat Dolls
Anja hat andere Sorgen als Anika. Die Spuren ihrer Verzweiflung lassen sich auf dem Fussboden des Zimmer ablesen: Pullover und T-Shirts liegen wild durcheinander. Anja steht vor ihrem Kleiderschrank und stöhnt: «Ich habe nichts anzuziehen.» Ausgerechnet heute, wo sie mit ihrer Schwester Lena, ihren Freundinnen Shayenne und Lisa ins Hallenstadion zum Konzert der Pussycat Dolls geht. Die sechsköpfige Frauenband aus Los Angeles ist bei den Mädchen «mega in». Anja liess in den letzten Wochen kaum eine Gelegenheit aus, vom bevorstehenden Konzertbesuch zu erzählen, sei es ihren Verwandten, sei es ihrem Zahnarzt, der ihr bunte Gummis in die Zahnspange fädelte.
Anja liebt die Musik der Pussycat Dolls und findet es toll, wie die Frauen tanzen. Sie selbst tanzt nur hinter geschlossener Zimmertür, zusehen dürfen ihr höchstens ihre drei Geschwister und Freundinnen, mit Sicherheit keine Erwachsenen. Dass die Pussycat Dolls sehr sexy aussehen – die Beine lang, die Hintern fest, die Brüste gross – sei für sie nicht so wichtig, sagt Anja. «Die sind halt schön, na und?»
Anja ist zufrieden mit ihrem eigenen Aussehen. Einzig der kleine Höcker auf der Nase stört sie. Sie hat sich mit ihrer Mutter darüber unterhalten, und beide kamen zum Schluss, dass man damit sehr gut leben könne. Eine Schönheitsoperation würde Anja nie machen. «Das ist voll krank.»
Ihre Freundinnen Shayenne und Lisa haben sich bereits zu Hause zurechtgemacht: schwarze Tops, Röhrenjeans, Turnschuhe und grosse Kreolen in den Ohren. Anja ist in der Kleiderfrage eindeutig im Rückstand. Sie kam erst vor zehn Minuten aus der Schule, die Freundinnen warteten bereits bei ihrer Mutter in der Küche. Ausgerechnet heute liess die Zeichenlehrerin Anja nach der Stunde zu sich nach vorne kommen, weil sie während des Unterrichts unkonzentriert gewesen sei. Doch Anja hatte keine Zeit für lange Diskussionen; als sich die Lehrerin mit anderen Mädchen unterhielt, sagte sie nur: «Sie, ich muss jetzt wirklich los, es ist dringend», und war weg.
Sie gibt die Suche nach einem besonderen Oberteil auf und zieht den schulterfreien grünen Pullover an, den sie den ganzen Tag in der Schule trug, dazu hält sie sich pinkfarbene Kreolen an die Ohren, das muss genügen.
Anja ist nicht der Typ, der sich aufdonnert. Bauchfreie Shirts würde sie nie anziehen, noch nicht einmal aus Trotz, weil ihre Mutter ihr die verbietet. Einzig eine Hose von Miss Sixty musste sie gegen den Willen der Mutter haben, die mit dem Reissverschluss den Hintern entlang. Ihre Mutter fand die Hose fürchterlich, liess sich im Ausverkauf aber überzeugen, da Anja sportlich schlank sei, noch immer mehr Mädchen als Teenager, und in den Hosen nicht «billig» aussehe.
Anja geht gern mit ihrer Mutter einkaufen, die ist modebewusst und hat Geschmack. Ohne dass Anja sie je hätte anbetteln müssen, bekam sie Diesel-Jeans und Converse-Turnschuhe. Allerdings hat die Spendierfreudigkeit ihrer Mutter Grenzen. Als Anja sich bei einer Einkaufstour in einen Winterstiefel mit Fellbesatz für 250 Franken verliebte, schlug diese ihr einen günstigeren Lederstiefel vor, den sie mit einem alten Hasenfell-Gilet aufpeppen wollte. Anja verdrehte die Augen – wie peinlich.
Anja wirft ihre langen Haare nach vorne und wieder zurück, nochmals nach vorne und sprayt, dann dreht sie die Haare mit den Händen zu einem dicken Knoten und steckt ihn mit Spangen fest. Am letzten Samstag wollte sie sich ihr braunes Haar blond färben lassen, einfach so, um mal anders auszusehen. Die Totalverwandlung war der Mutter zu riskant. Sie warnte Anja: «Dann siehst du aus wie eine Prostituierte.» Das wirkte. Anja liess sich lediglich die Haarspitzen heller färben.
«Kommt runter, ich will euch anschauen!» ruft die Mutter aus der Küche, wo sie den Mädchen Brote streicht, damit sie sich im Hallenstadion keine teuren Sandwiches kaufen. Die Mädchen rennen die Stufen hinunter und drängen sich durch die Tür. Als letzte erscheint Anja in ihrem Schulpullover.
«Willst du so gehen?» fragt ihre Mutter.
«Ja.»
«Hast du nichts Netteres gefunden?»
«Mir gefällt es!»
«Du schwitzst dich zu Tode.»
Anja sagt nichts.
«Schau mal die anderen an, nimm auch so ein Top und nicht diese pinkfarbenen Kreolen, du hast ein viel zu feines Gesicht dafür.»
«Du musst mir gar nicht sagen, was ich anziehen soll!»
Anja rennt in ihr Zimmer zurück, Lena, Shayenne und Lisa hinterher. «Nimm doch dasselbe Shirt wie Lisa», schlägt Shayenne vor, wühlt im Kleiderhaufen auf dem Bett und streckt ihr ein Top entgegen. Anja mustert es, zieht es über, betrachtet sich im Spiegel: eigentlich ganz gut. Als Anjas Bruder Lucky auf dem Weg in sein Zimmer einen Blick auf die plappernden Mädchen riskiert, schreien die im Chor: «Geh weg!» Er wäre auch freiwillig gegangen. Ein Haufen nervöser Girl-Group-Fans ist für einen achtjährigen Eishockeyspieler schwer zu ertragen.
Laut trampeln die Mädchen die Holzstufen hinunter. Sie sind in Eile, sie wollen in die erste Reihe. «Wo hast du dein Handy?» fragt die Mutter Lena. Lena zeigt beiläufig auf ein kleines Handtäschchen, das ihr bei jeder Armbewegung von der Schulter rutscht.
«Damit gehst du nicht. Die Tasche hast du schon vor Konzertbeginn verloren.»
«Sicher nicht.»
«Sicher doch, ich weiss, wie du herumhüpfst.»
Anja hat kein Handy dabei. Zwar bekam sie ein neues, nachdem ihre kleine Schwester Vida ihr altes in der Toilette ertränkt hatte, doch schon vier Wochen später wurde es ihr gestohlen. Anja hatte beim Eislauftraining ihren Spind in der Umkleidekabine zwei Minuten offen gelassen, und fort war es. Sie suchte, weinte, doch als ihr der Abwart ein altes Handy umsonst anbot, lehnte sie ab, das war dann doch zu «gruusig», lieber bis Weihnachten warten und auf Papas Wohlwollen hoffen.
Lena steckt ihr Handy bei Shayenne in den Rucksack. Das Handtäschchen bleibt zu Hause. Die vier Mädchen machen sich auf den Weg zur Busstation. «Ich rufe später an, ob ihr angekommen seid!» ruft Frau Nikolic den Mädchen nach.
Anika kämpft für ihre Rechte
Als Anika um Viertel vor fünf aus der Schule zu Hause eintrifft, tritt ihr 16-jähriger Bruder Anik aus seinem Zimmer: «Du kommst schon wieder zehn Minuten zu spät.»
«Das geht dich gar nichts an.»
Anika ist ein schönes Mädchen mit langen dunklen Haaren, einem olivfarbenen Teint und einer Anmut, der selbst der schlaksige Teenagergang nichts anhaben kann. Sie trägt ihre Jeans nicht hauteng, ihre T-Shirts hängen nicht provokant über die Schulter, und dennoch fällt Anika durch eine weibliche Ausstrahlung auf, die in diesem Alter ungewöhnlich ist. Kürzlich wurde sie im Tram von einer Frau gefragt, ob sie sich vorstellen könne, Jeanswerbung zu machen. Anika steckte die Visitenkarte der Frau in die Hosentasche, vergass aber, sie vor der Wäsche herauszunehmen. Aus der Modelkarriere wird vorerst nichts.
Als ihr älterer Bruder meint Anik, seine Schwester vor schlechtem Einfluss bewahren zu müssen, und dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass sie sich auf dem Heimweg nicht herumtreibt.
Wie so oft führt Aniks Ermahnung zu einem Streit zwischen den Geschwistern, dessen Ursprung das schwierige Leben in zwei Kulturen ist. Anikas Eltern sprechen nur wenig Deutsch. Am Elternabend in der Schule sitzt Anika neben ihrer Mutter, um zu übersetzen. Frau Islam trägt dann einen besonders edlen Sari, was Anika sehr schön findet – an ihrer Mutter. Doch nicht nur die Sprache, die Kleidung, oder der Stellenwert der Familie sind in der Schweiz anders. Es sind die Feinheiten, an die sich Anik und Anika gewöhnen mussten.
War es in Bangladesh üblich, dass sich Jungen in der Öffentlichkeit die Hände hielten oder sich auf dem Schoss sassen, um zu plaudern, «ist das hier oberschwul», sagt Anik. Dafür klebten hier die Mädchen aneinander, gingen in der Pause gemeinsam auf die Toilette und redeten und redeten. «Kaum bist du zu Hause, klingelt das Telefon, und eine Freundin will dich sprechen, dieselbe, mit der du dich den ganzen Schulweg lang unterhalten hast. So viel kann in fünf Minuten nun auch nicht geschehen sein», sagt er zu seiner Schwester.
«Doch.»
«Gib doch zu, dass es um Buben geht.»
Anik geht im Döltschischulhaus in die 3. Sek A und hat nicht von allen Buben dort ein gutes Bild: «Was soll ich von Menschen halten, die ihre Mutter Nutte nennen?» Solche Respektlosigkeit kann er nicht verstehen. «Ich frage mich, was andere Eltern ihren Kindern beigebracht haben.» Anik ist der gläubigste Muslim der Familie. Freitagmittag geht er in die Moschee, er betet regelmässig, trinkt keinen Alkohol. Niemand in der Familie Islam isst Schweinefleisch.
Die Haushaltskundelehrerinnen am Döltschi haben sich im Kochunterricht auf den hohen Anteil von Muslimen eingestellt. Auf dem Formular zu den Essgewohnheiten, das die Schüler am Anfang des Schuljahres ausfüllten, konnten sie auch angeben, welche Speisen sie aus religiösen Gründen nicht essen können. In Anikas Klasse fragte ein Schweizer Schüler: «Kann man auch etwas aufschreiben, was man absolut nicht essen kann, aber nicht wegen einer Religion? Ich mag zum Beispiel so ‹gschlüdrigs Züügs› nicht, wie gekochte Tomaten.»
Anikas Eltern sind liberal. Ihre Tochter trägt kein Kopftuch, besucht den Sportunterricht, geht mit Freundinnen in die Stadt. Wenn der Bruder sie wegen dieser Freiheiten aufzieht, gibt sie selbstbewusst zurück: «Aber du gehst doch auch weg!»
«Ja, aber nur, um mit Kollegen einen Kaffee zu trinken.»
«Und dabei redet ihr über Mädchen.»
«Über Schule, Politik und Mädchen.»
«Und ich soll das nicht dürfen?»
Anika stapft in ihr Zimmer und schliesst die Tür mit dem Schlüssel. Endlich Ruhe. Sie setzt sich auf ihr Bett, lehnt sich an die Wand. Es ärgert sie, dass ihr Bruder sie kontrolliert, aber sie weiss auch, dass er nicht immer unrecht hat. Erzählt hat sie ihm von dem «Scheisstyp» aus der 3. Sek natürlich nichts, der sie und Silvia auf dem Schulweg belästigt hat: «Hey du, mit den schwarzen Haaren, ich will dir eins blasen», hat er gesagt. «Blas dir doch selbst eins», gab sie zurück, nahm ihr Handy, drohte, die Polizei anzurufen, und rannte weg. Silvia hinterher.
Es klopft schwach an die Tür, dann wird die Türfalle runtergedrückt. «Nein, Priya, du störst!» ruft Anika. Vor der Tür wimmert ein Stimmchen. Einfach nicht beachten. Doch es nützt nichts. «Mach auf, sie will rein, sie weint», hört sie ihren Bruder Anik sagen. «Sie stört aber», murrt Anika, dann steht sie auf und schliesst die Tür auf. Priya hüpft herein und schmiegt sich an sie. «Du nervst echt», sagt Anika, schaut sie streng an, nimmt sie dann in den Arm, um sie zu knuddeln.
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