Klaus Roth, Sie sind der Präsident der Eselvereinigung Affeltrangen. Worum geht es bei Ihnen?
Um die Erhaltung der Grautiere in der Region und um die Pflege der Kameradschaft unter den Mitgliedern.
Wie ist der Verein entstanden?
Wir hatten Zahltag bei der Feuerwehr, da wird es manchmal etwas spät in Affeltrangen. Als in den Morgenstunden die Frauen dazustiessen, klagte eine, ihr Mann habe das Haustier verkauft, die Geiss. Jetzt habe sie nichts mehr. Da rief ein Feuerwehrkollege in die Runde: Der kaufen wir einen Esel!
Vermutlich schon alkoholisiert …
… ja, schon. Aber wir hielten Wort und kauften der Frau den Esel. Der war allerdings etwas teuer, so begannen wir Geld zu sammeln. Am Schluss hatten wir mehr, als der Esel gekostet hatte, und da sagten wir uns: Wir gründen einen Verein. Heute haben wir sieben Esel und 3000 Mitglieder.
Im thurgauischen Affeltrangen wohnen 2200 Menschen, Sie haben ja mehr Mitglieder als Einwohner.
Wir haben halt auch Mitglieder aus Australien, Amerika, Dänemark, fast aus der ganzen Welt. Die machen mit aus Sympathie für die Ortschaft oder die Esel.
Die sieben Esel sind alle beisammen?
Ja. Mal sind sie bei mir in der Käserei, mal bei einem Bauern, mal beim Schulhaus. In den Pausen gehen die Kinder sehr gern hin zu den Eseln, da sind echte Freundschaften entstanden.
Wozu braucht man Esel noch?
Zum Teil als Arbeitstiere, bei uns jedoch nicht. Sie sind gute Kollegen für den Menschen. Wenn man nicht so gut drauf ist, können sie einen durch ihr gutmütiges Wesen aufrichten.
Woraus besteht das Vereinsleben?
In erster Linie schauen wir natürlich zu unseren Eseln. Und alle zwei Jahre veranstalten wir ein Fest rund um die Esel, mit Geschicklichkeitsparcours, Eselrennen und solchen Sachen.
Für die Feuerwehr waren die Esel auch schon im Einsatz?
Nein, Verein und Feuerwehr sind heute strikt getrennt.
www.eselverein.ch