Wer nach Opelausas, Louisiana, gerät, wird dort unweigerlich als Yankee begrüsst. Opelousas, sagen die Bewohner von Opelousas, lässt sich nicht suchen. Man kann es nur finden.
Das ist keineswegs philosophisch gemeint, sondern ein Reflex der eigenwilligen Delta-Geographie. Die Cajuns, Überbleibsel französischer Siedler, sind inmitten der Bayous und zweier Sprachen, die sie zungenfertig zu einer verschmelzen, für die übrige Welt verlorengegangen.
Wenn zum Beispiel ein Fremder die Palace Lounge von Opelousas betritt, wird er augenblicklich in eine Wette verwickelt. Es geht dabei um die Zahl der Flecken auf dem Fell des nächsten Dalmatiners, der in der Tür erscheint. Natürlich weiss jeder, der Fremde ausgenommen, dass noch nie ein Dalmatiner Opelousas erreichte. Die Wette dient einem Selbstzweck. Sie thematisiert das Wissen darum, dass irgendwo draussen Verhältnisse von grösserer Präzision und Anschaulichkeit herrschen. Man setzt auf sie, aber man gehört nicht zu ihnen. Sollte sich eines Tages wirklich ein Dalmatiner in der Palace Lounge zeigen, gerieten die Cajuns in Erklärungsnot. Am einfachsten wäre es für sie, auch ihn für einen Yankee zu halten.