NZZ Folio 10/00 - Thema: Museum   Inhaltsverzeichnis

Abenteuer Freizeit -- Weidmannsheil und Weidmannsdank!

Von Peter Haffner

WER JAGT, HAT MEHR VOM LEBEN. Nach dem seiner Gefährten braucht er dabei nicht unbedingt zu trachten. Es gilt, ein paar Regeln zu beachten, will man auf Pirsch. In Deutschland sind dieses Jahr neue Unfallverhütungsvorschriften eingeführt worden, die auch in der Schweiz Beachtung finden - so etwa die Bestimmung, dass bei Gesellschaftsjagden alle Beteiligten sich farblich deutlich von der Umgebung abheben sollten. Denn dass ein Bär eine rote Mütze trägt, ist selbst in Russland eher selten.

In einer Zeit, in der der Balg des Fuchses nichts mehr gilt und mehr Fallwild denn je zu beklagen ist, scheint unsereins nur unter seinesgleichen darüber reden zu dürfen, wie viele Kitze er auf die Decke gelegt hat. Dass zum Halali auf uns Jäger selbst geblasen wird, soll uns nicht davon abhalten, für unsere Sache zu werben. Der Jagdsport ist ein vielleicht nicht ganz billiges, doch nahrhaftes Vergnügen und keineswegs, wie Laien glauben mögen, auf die Jagdsaison beschränkt. In den Vereinen lockt ein breites Angebot befriedigender ehrenamtlicher Tätigkeiten, sei es als Mitglied der Hundekommission oder der Trophäenbewertungskommission. Ist man gar zum Jagdbläser avanciert, hat man überdies Gelegenheit zu manch schönen Auftritten in der Öffentlichkeit. Und politische Fragen beschäftigen einen jahraus, jahrein. Was sagt man zur Einführung des Schrotschusses auf Frischlinge und Überläufer? Und wie kriegt man die Regulation der Schwarzkittel sonst in Griff?

Doch was letztlich zählt, ist die Praxis, und auch diese reduziert sich ausser Saison nicht auf Trockenübungen in der Jagdschiessanlage. Wer einmal einen Niederlaufhund zum Kurzjager ausgebildet hat und sich daran erfreuen darf, wie dieser mit herrlicher Laute durch die Gegend prescht, ist mit Recht stolz auf seine Leistung als Meister. Den Hund auf Schussfestigkeit prüfen, an den Hornstoss gewöhnen, selbständig stechen und das Totverbellen lehren, das erfordert kynologisches Geschick und Insiderwissen. Nützliche Dressurtipps finden sich in der Fachpresse, so etwa im Schweizer Jagdmagazin «Jagd & Natur».

Hier nur ein Hinweis: Wird der Hund von seinem Meister nicht auf seinem Stand, sondern mit anderen Hunden zusammen geschnallt, ist alles für die Katz!


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