«Die USA haben den Golfkrieg verloren, trotzdem heisst es, die Amerikaner hätten die Zuversicht verloren.» So wird Akio Morita, der Gründer von Sony, im «Weltwoche»-Interview vom 2. April 1992 zitiert. Und der Leser beginnt zu grübeln: Wer hätte gedacht, dass ausser Saddam Hussein noch einer die «Mutter aller Niederlagen» auf seiten der Interventionstruppen sieht - und dann ausgerechnet ein Japaner! Wollte der Weise aus Nippon einfach scherzen: April, April? Oder macht die Häme des Wirtschaftsrivalen aus dem Sieg eine Niederlage? Unter Fragen wie diesen sind wir im Interview so weit vorgedrungen, dass wir ausführlicher lesen: «Als ich nach einer Einschätzung der Lage befragt wurde, gab ich zur Antwort: Die USA haben den Golfkrieg gewonnen, die Sowjetunion ist von der Bildfläche verschwunden, und trotzdem heisst es allerorten, die Amerikaner hätten die Zuversicht verloren. Warum?» - Vielleicht, lieber Akio Morita, aus Verzweiflung. Da gibt man sich Mühe, scheut keine Kosten, gewinnt einen Krieg - aber die Zeitungsredaktionen lassen es nicht zu und handeln wie bestochene Schiedsrichter. Und da soll man zuversichtlich bleiben?